Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Zu Fuß, mit Bus, mit Rad – und: auf Pferden und Kutschen kamen Pilger an Vhristi Himmelfahrt sowie am Wochenende rund um den siebten Ostersonntag nach Altötting. – Im Folgenden ein paar Impressionen ausgewählter Wallfahrten:

Auf Verwandtenbesuch – Wallfahrt aus Nabburg

Kapuzinerpater Bruder Andreas Kaiser nannte die Buswallfahrt aus der Pfarrei St. Johannes Baptist/Nabburg mit Pfarrer Hannes Lorenz und Dionys Ringlstetter zum Gnadenort Unserer Lieben Frau am Christi-Himmelfahrtstag, 14. Mai, einen "Verwandtenbesuch". Christus habe uns am Kreuz seine Mutter zur Mutter gegeben. Maria habe ihren Auftrag, die Welt dem Himmel ein Stück näher zu bringen, erfüllt. Darum müssten auch wir unser Möglichstes tun, um einst Heimat beim himmlischen Vater zu erlangen. Für Pilgernachwuchs bei den Nabburgern ist gesorgt: Auch heuer wieder mit dabei war der vierjährige Andreas Meier (geb. 11.1.11, Bild). Nach dem Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika wurde am Nachmittag zum traditionellen "Kreuztragen" um die Gnadenkapelle eingeladen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Lange Pilgertradition – Wallfahrt aus Oberlindhart

Gerade die Fußpilger seien wichtig für den Wallfahrtsort Altötting, bedankte sich Diakon Thomas Zauner bei der Fußpilgergruppe aus Oberlindhart fürs Kommen am 14. Mai. Sich zu Fuß auf den Weg machen habe einen Grund und sicherlich eine lange Pilgertradition. Der mitgetragene Rucksack werde unterwegs immer voller mit Dank und Bitten, stellte Zauner fest und empfahl, diesen Rucksack vertrauensvoll bei der Gottesmutter zu deponieren. Zum 26. Mal führte Pilgerleiter Hans Glöbl (3. Bild, 2.v.r.) die Oberlindharter zum Gnadenort. Mit dem Wetter war er bei der 182. Fußwallfahrt mehr als zufrieden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Königliches" Jubiläum – Wallfahrt aus Straubing

Es war einer Jubiläumswallfahrt durchaus angemessen, stand sie doch unter "königlicher" Schirmherrschaft: zum 25. Mal war die Pfarrei St. Josef in Straubing mit ihrem Pfarrer Peter König am Freitag, 15. Mai, nach Altötting gekommen. Organisiert hatte die Buswallfahrt die Seniorenbeauftragte Marianne Scholl. Zum Treffpunkt in Altötting beim Hotel Plankl gesellte sich eine Pilgergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Seitenstetten und eine weitere Buspilgergruppe aus Asbach/Rottal hinzu. Nach herzlichem Willkommensgruß durch Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, der Pfr. König als "langjährigen Freund Altöttings und 'Antriebskraft' im Wallfahrtsgeschehen" ehrte, zog die Pilgergruppe unter den Klängen der Altöttinger Musikkapelle zum Kapellplatz. Nach einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle ging's über den Kapuzinerberg hinunter zur St. Konradkirche, wo die Pilger Jubiläumsgottesdienst feierten. Organist und Kirchenmusiker Florian Kölbl übernahm mit einem Chor die musikalische Gestaltung. Geehrt wurde die Seniorenbeauftragte und Pilgerleiterin der Straubinger Gruppe, Frau Marianne Scholl (3. Bild), für ihr 25jähriges Wallfahrts-Engagement. Der Aufforderung Jesu "Kommt und seht" (Wallfahrtsmotto) seien auch die Pilger aus Straubing, Seitenstetten und Asbach gefolgt, um bei Maria, der Mutter der Kirche, Trost und Hilfe zu erfahren, so Pfr. König.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Verspätete Belohnung – Pilger aus Cham

Zum 300. Jubiläum im vergangenen Jahr hatte es in Strömen geregnet, und heuer war es das beste Wetter für die Fußwallfahrer aus Cham, an das sich Pilgerführer Sepp Bucher erinnern konnte – und der ist immerhin schon über 30 Jahre im Amt. Eine verspätete Belohnung sozusagen für die Treue zum Gnadenort und die Mühen einer Wallfahrt über drei Tage und mehr als hundert Kilometer. Ganz herzlich hatte Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl (r.) die Chamer am 16. Mai in Empfang genommen, darunter Pfarrer Dieter Zinecker und seinen "guten Freund" Sepp Bucher. Nach der Einbegleitung zur Gnadenkapelle zollte Mandl bei der dortigen Statio den Chamern hohen Respekt, "nicht nur für die sportliche Leistung, sondern auch für das große Glaubenszeugnis". Er entließ die Oberpfälzer mit den Worten: "Geht mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause zurück – ihr wart bei der Gottesmutter in Altötting, da wo sich Himmel und Erde berühren!"

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Berglerner Wetterbericht – Pilger aus Berglern

Nach der Einbegleitung der Fußpilger fasste der stv. Wallfahrtsrektor Pater Norbert Schlenker den "Wetterbericht" der Berglerner Wallfahrt 2015 während seiner Begrüßung wie folgt zusammen: "Sie sind in der Frühe des Morgens aufgebrochen, haben ein ganzes Stück durch dichten Nebel gehen müssen – und sind bei strahlendem Sonnenschein in Altötting angekommen". Ganz ähnlich sei es mit der Ostersonne, die auch erst nach den dunklen Leiden Christi erstrahlt sei. "Ihr seid Volk Gottes unterwegs", rief P. Norbert den Pilgern aus Berglern zu. Doch mit Verweis auf das Wallfahrtsmotto 2015 "Kommt und seht" sowie das Johannesevangelium sagte er, es sei ebenso wichtig, auch zu bleiben, in und bei Christus zu bleiben (Joh 1,39: Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm...): "Und Sie haben glücklicherweise etwas Zeit mitgebracht!" Von der Ankunft um 13 Uhr bis zur Pilgermesse um 20 Uhr bliebe noch ausreichend Gelegenheit um zu beten, um die Gnadenmutter und eine der vielen Kirchen oder Museen in Altötting zu besuchen.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Mit dem Herzen dabei – Wallfahrt aus Landshut

"Ihr dürft's auch sitzenbleiben", ermunterte Kapuzinerpater Bruder Jeremias Borgards die 200 Fußwallfahrer aus Landshut am Beginn des Pilgergottesdienstes am 17. Mai im Kongregationssaal. Denn, ob stehend oder sitzend, wichtig sei es mit dem Herzen dabei zu sein, Gott zu loben und zu danken. Dankbar nahmen die Landshuter, die wieder in einer Nachtwallfahrt, angeführt von Pilgerleiter Günther Fries, die 60 km zu Fuß nach Altötting gepilgert waren, das Angebot an. Seit 1493 bestehe die Landshuter Fußwallfahrt zum Gnadenort, und er hoffe, so Br. Jeremias, dass alle gut angekommen sind. "Wir glauben", so Br. Jeremias, "weil wir im Herzen spüren, dass es einen gibt, der uns trägt und hält, der uns Glaubenslicht im Dunkel der Zeit, zum Licht unseres Lebens werde. Darum werde die Pilgerkerze auch an der Osterkerze, die als sichtbares Zeichen für die Auferstehung Jesu stehe, entzündet.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Radl, zu Fuß oder Bus – Pilger der KAB Geretsried

Der Griesparkplatz in Altötting war am Samstagnachmittag, 16. Mai, wieder Treffpunkt für die Wallfahrer der KAB Geretsried, die teils zu Fuß (in drei Tagen unter der Leitung von Nick Sappl), mit dem Fahrrad (mit KAB-Vorsitzendem Gerhard Beißler) oder mit dem Bus (mit dabei Pfr. Georg März) nach Altötting gekommen waren. Kapuzinerpater Ludwig Wörle, der mit einer Altöttinger KAB-Delegation (auch Vorsitzender Martin Antwerpen war zugegen) die Pilger herzlich empfing, freute sich, dass mit einigen jungen Pilgern die Tradition aufrecht erhalten werde. Unter anderen hatten die Zwillinge Johanna und Martin (beide 9 und am 24. Dezember geboren) ihre Großeltern Gerhard und Gertrud Rottmeier per Radl begleitet.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Maria "entwickeln" – Sternwallfahrt aus dem Bistum Eichstätt

"Ich freue mich, dass wir Eichstätter eine so große Gebetsgemeinschaft bilden", sagte Bischof Gregor Maria Hanke OSB eingangs seiner Predigt am 17. Mai. Über 500 Gläubige waren auch heuer zur traditionellen Wallfahrt nach Altötting aufgebrochen und feierten in der St. Anna Basilika mit "ihrem" Bischof  vormittags eine Orchestermesse – Kapellchor und -orchester brachten Mozarts Missa brevis in B zu Gehör – und mit Domvikar Reinhard Kürzinger nachmittags eine Maiandacht. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker begrüßte die Pilger und erinnerte an das diesjährige Wallfahrtsmotto: "Kommt und seht" (Joh 1,39). Gekommen waren laut Bischof Hanke auch viele junge Pilger, worüber er sich "ganz besonders" freute. Mit einem Augenzwinkern bemerkte er zu einem der jüngsten Teilnehmer in der ersten Reihe: "Dir will ich zugestehen, dass du während der Predigt schlafen darfst – das gilt aber nicht für die Erwachsenen!"

Mit rund 20 Minuten predigte Bischof Hanke auch nicht allzu lange. Er erinnerte an die Patrona-Bavariae-Wallfahrt der bayerischen Katholiken zur "Maria Knotenlöserin" in Augsburg eine Woche zuvor. Das auch von Papst Franziskus sehr geschätzte Bild der Gottesmutter in der Kirche St. Peter am Perlach bildete schließlich auch die Grundlage für seine Predigt: "Wir sind zur Mutter der Gnade gekommen, um Ihr unsere Sorgen und Anliegen – die Knoten in unseren Lebensfäden und den Lebensfäden anderer geliebter Menschen – in die Hände zu legen", denn: Maria wickle diese Knoten auf; durch Marias Hände könnten "wir uns zu Jüngerinnen und Jünger Jesu 'entwickeln'". Das Evangelium zeichne ein Bild Marias, wonach sie "ganz nah bei ihrem Sohn, Jesus Christus" ist, stellte Bischof Hanke fest und erklärte: "Maria steht dafür: Gott ist in diesem Leben am Werk." Er erläuterte einige "Situationen in der Hl. Schrift", die Maria "gleichsam als Monstranz der Gegenwart Gottes" vorstellen, unter anderem: Geburt Christi im Stall von Bethlehem – "Gott ist an der Seite der Armen"; Die Heilige Familie auf der Flucht – "Gott will denen nahe sein, die verfolgt werden"; Haus von Nazareth, wo Jesus heranwächst – "Gott will auch im Grau des Alltags gegenwärtig sein". Bischof Hanke versicherte: "Es gibt keinen gottfernen Raum und Maria steht mit ihrem Leben dafür."

Text und Fotos: Michael Glaß

Mit Pferd und Kutsche – Wallfahrt aus Dietersburg

Zum 9. Mal fand heuer am 17. Mai die Pferdewallfahrt mit Kutschen und Reitern aus dem niederbayerischen Dietersburg/Baumgarten und Umgebung, organisiert von Ludwig Mitterbauer, statt. Für den stellvertretenden Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker war's quasi eine Einbegleitungs-Premiere dieser Art, und so genoss er sichtlich die Fahrt in der Kutsche von Max Geier. Dieser hatte seine beiden Kaltblüter Paula und Peter gut im Griff. P. Norbert legte den Reitern besonders den hl. Bruder Konrad als Patron der Tiere ans Herz: dieser habe als Rottaler Bauer besonders die Pferde geliebt. Nach dem Segen von Roß, Reitern und Kutschen mit dem Altöttinger Vortragskreuz und dem Besprengen mit Weihwasser (auch die mitgebrachten Pilgerkreuze wurden eigens gesegnet) wurde zum Abschluss noch einmal die Gnadenkapelle umrundet, bevor's beritten und kutschiert wieder in die heimatlichen Gefilde zurückging.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner