Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Marienmonat Mai ist Wallfahrtsmonat: In Altötting kommen um diese Jahreszeit traditionell viele Wallfahrer – so auch heuer. Eine kleine Auswahl einzelner Pilgergruppen:

"Glaube pur" – Pilger aus Landau

43 "hartgesottene" Fußpilger aus Landau/Isar – darunter auch Stadtpfarrer Christian Kriegbaum – waren die ganze Nacht durchmarschiert – angeführt von Leiterin Rita Sandler. 150 weitere wurden am 9. Mai mit dem Bus bis nach Geratskirchen chauffiert, um dann unter der geistlichen Leitung von Kaplan Robert Paulus zu Fuß nach Altötting zu pilgern. Seinen herzlichen Dank und Respekt zollte beiden Pilgergruppen Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl. Wallfahren sei "mehr als Sport", sagte er. Dies sei "Glaube pur". Mandl empfahl, die Gottesmutter in der Gnadenkapelle zu besuchen, denn "sie weiß, wo Euch der Schuh drückt, im wahrsten Sinn des Wortes!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Eine Kerze für den G7-Gipfel – Bundespolizisten pilgerten zum ihrem Schutzpatron Br. Konrad

Eine ganz konkrete Bitte formulierten über 100 Bundespolizisten des Präsidiums in Deggendorf auf ihrer 10. Wallfahrt nach Altötting: Sie baten um Segen für ihren bevorstehenden Einsatz beim G7-Gipfel in Elmau im Juni und spendeten eine Votivkerze für die Hl. Kapelle – gestiftet vom Präsidenten Hubert Steiger. "Glaube und Leben gehören zusammen", stellte schließlich Dompropst Dr. Michael Bär in seiner Predigt in der St. Konradkirche fest. Er verdeutlichte, wieso der Schutzpatron der Bundespolizisten eine gute Wahl ist: "Der hl. Br. Konrad ist ein Großmeister der Deeskalation", sagte er. Auch in Konfliktsituationen habe er stets ruhig und gelassen reagiert. Dass Br. Konrad in vielen Bereichen der täglichen Polizeiarbeit ein Vorbild sein kann, erklärte Dr. Bär mit Verweis auf die Asylbewerbererstaufnahmeeinrichtung in Freyung. Er und Bischof Stefan Oster hätten diese vor kurzem besucht und dabei festgestellt, dass sich die Polizisten dort vorbildlich um Asylbewerber kümmerten. Br. Konrad habe an der Pforte des St. Annaklosters die Menschen freundlich und wertschätzend empfangen, erinnerte Dr. Bär, und sagte an die Polizisten gewandt: "Ihr seid die Pförtner der Bundesrepublik!" Nach der hl. Messe – die die Polizeipfarrer P. Gabriel Wolf (Deggendorf), P. Georg Herr (St. Augustin) und P. Franz Unfried (München) konzelebrierten, das Bundespolizeiorchester München gestaltete die hl. Messe musikalisch – segnete der Dompropst die Motorräder am Basilikavorplatz; auch heuer waren viele Polizisten mit dem Bike gekommmen. Danach zogen die Pilger hinauf zur Gnadenkapelle, wo sie Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser die Kerze überreichten.

Text und Fotos: Michael Glaß

"Maria hat Euch im Blick" – Wallfahrt aus Thalmassing

Vor der Gnadenkapelle nahmen Josef (11) und Leopold (7) ihren Opa Michael Geser strahlend in den Arm (2. Bild). Drei Tage lang mussten sie auf ihn verzichten, denn dieser hatte eines der Fahrzeuge gesteuert, das die 350 Fußpilger auf dem oberpfälzischen Thalmassing auf dem Weg zur Gnadenstätte Unserer Lieben Frau begleitete; er war zuständig für Wegabsicherung, Fahrdienst für erschöpfte Pilger oder Gepäck und Rucksäcke. Genau 108 Kilometer hatten die Fußwallfahrer unter der Leitung von Richard Reis zurückgelegt, als sie am 9. Mai kurz vor Mittag ankamen. Abgeholt wurden sie in Altötting von ihrem Pfarrer und Dekan Anton Schober (der war mit dem Auto gekommen), um im Anschluss in der St. Anna-Basilika die Pilgermesse zu feiern. Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, der die Thalmassinger nach Umrunden der Gnadenkapelle zu einer kurzen Statio vor der Gnadenpforte einlud, dankte für die großartige Leistung und vor allem für das Glaubenszeugnis. Auf dem Weg zum Heiligtum Unserer Lieben Frau "hatte Euch Maria bereits im Blick, als Ihr von daheim losmarschiert seid", versicherte er.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nachtwallfahrt – Pilger aus Günzkofen

Erschöpft aber glücklich erreichten am 9. Mai die 50 Fußwallfahrer aus Günzkofen und Umgebung ihr Pilgerziel. Mit Pilgerkreuz und Fahne zogen sie nach einer "Nachtwallfahrt" – am 8. Mai waren sie um 21.15 Uhr aufgebrochen – um die Gnadenkapelle, um dann bei einer kurzen Statio von Kapuzinerpater Bruder Ludwig Wörle mit herzlichen Willkommengruß empfangen zu werden. 60 km Pilgerweg seien eine beachtliche Leistung, ein Weg zu Christus Jesus, unserem Erlöser und Heiland, sagte er. Denn wie die Gottesmutter Maria hätten die Pilger "Ja" zum Willen Gottes und zur Botschaft Jesu gesagt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Glaubens-Assistentin – Wallfahrt aus Niederstraubing

Stolz trug Tim (10) das Pilgerkreuz voran, als die Altöttinger Kirchenglocken am 9. Mai die Ankunft der Fußpilger aus Niederstraubing und Umgebung verkündeten. Der Sohn von Pilgerleiter Dieter Neumaier hat bei der diesjährigen Fußwallfahrt (25 km – das Teilstück zwischen Dorfen und Tüssling wird mit dem Bus zurückgelegt) fast den ganzen Weg als Kreuzträger fungiert. Für Pilgernachwuchs ist also gut gesorgt. Cousin Johannes (8) war die Wegstrecke ab Tüssling-Heiligenstatt mitgegangen. "Christus hat uns Seine Mutter anvertraut", sagte Kapuzinerpater Siegbert Mayer und empfahl den Pilgern, Maria als Mutter, Glaubens-Assistentin und Fürbitterin anzunehmen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Blickkontakt mit Jesus – Traditioneller "Auer Bittgang"

Ein "großes Vergelt's Gott für Euer Kommen und Gebet", sagte Kapuzinerpater Br. Georg Greimel nach dem Einzug der Oberlandler Fußpilger (Rosenheim-Schloßberg), des sog. "Auer Bittgangs" am 9. Mai. Nach alter Pilgertradition – streng geordnet in Zweierreihen, vorne die Männer, dahinter die Frauen, in der Mitte die Vorbeter – marschierten die Fußpilger in zwei Tagen ihrem Ziel entgegen. 322 Fußwallfahrer hatten sich dieses Jahr beteiligt, und wenn sie auch die letzte Wegstrecke etwas nass geworden waren – mit dem Ablauf insgesamt war Pilgerleiter Sepp Klaus sehr zufrieden. Br. Georg, der mit den Oberlandlern dann den Pilgergottesdienst in der Basilika feierte, betonte wie wichtig es sei, den Glauben zu leben und dafür einzustehen. "Als Christen sind wir verpflichtet, Blickkontakt mit Christus zu halten", sagte er. "Ihr seid auf Eurer Wallfahrt nicht irgendjemanden hinterhergelaufen, sondern dem Gekreuzigten, dem auferstandenen Herrn!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner