Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Die Wallfahrtssaison in Altötting nähert sich langsam ihrem Höhepunkt: Am 1. Mai wird Kurienkardinal Walter Kasper das Wallafhrtsjahr mit einem Pontifikalgottesdienst in der St. Anna-Basilika offiziell eröffnen – im Mai und vor allem am Pfingstwochenende kommen traditionell die meisten Pilgergruppen. Viele Wallfahrer nutzten aber auch die zumeist sonnigen Apriltage – hier eine kleine Auswahl der Gruppen, die am vergangenen Wochenende kamen:

Jesus ins Herz aufnehmen – Pilger aus dem Pfarrverband Arnstorf-Mitterhausen

"Es freut mich unendlich, wenn ich so viele Kinder und Jugendliche sehe!" – Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl zeigte sich am 25. April begeistert, als er die vorwiegend "junge" Pilgergruppe mit vielen Erstkommunionkindern und Firmlingen aus dem Pfarrverband Arnstorf-Mitterhausen mit ihrem Pfarrer Bernhard Saliter am Gries-parkplatz begrüßte und zur Gnadenkapelle einbegleitete. Etwa 30 Wallfahrtsteilnehmer hatten sich bereits am 24. April um 23.30 Uhr zu Fuß auf den Weg gemacht, der größere Teil schloss sich in Eggenfelden und Reischach an. Mit Pfarrer Saliter, ein gebürtiger Reischacher, feierten die Pilger in der Stiftspfarrkirche Gottesdienst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gegen den Strom – Wallfahrer aus der Pfarrei St. Vitus/Offenstetten

Wallfahren bedeute vor allem, sich für die Fürsprache Mariens zu bedanken, als auch um diese zu bitten, erinnerte Diakon Thomas Zauner, als er über 50 Pilger aus der Pfarrei St. Vitus/Offenstetten am 25. April im Kongregationssaal begrüßte. Er erinnerte auch an den hl. Br. Konrad, der gerade deshalb "so gut in unsere Zeit passt", weil er sich gegen die "Zeitströmung des Materiellen" wandte, und sich stattdessen auf das Kreuz konzentrierte. Die Wallfahrer aus Offenstetten waren mit dem Bus nach Massing und von dort aus zu Fuß rund 30 km nach Altötting gepilgert; um 12.30 Uhr erreichten sie das Herz Bayerns und umrundeten betend die Gnadenkapelle. Mit Pfr. Alois Hammerer feierten sie eine hl. Messe im Kongregationssaal und nachmittags eine Andacht in der Siebenschmerzenkapelle in der St. Anna-Basilika.

Text und Fotos: Michael Glaß

Das 170. Glaubenszeichen – Pilger aus Malgersdorf

Mit dem "Kreuzkuss" begann am 25. April die letzte Etappe der rund 60 Pilger aus Malgersdorf bei ihrer 170. Fußwallfahrt nach Altötting: die Einbegleitung durch den stellv. Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker um die Gnadenkapelle zur St. Konrad-Kirche, wo P. Norbert die Malgersdorfer mit Glückwünschen zum Jubiläum herzlich begrüßte. Wallfahrten seien "ausdrucksstarke Zeichen unseres Glaubens", so P. Norbert. Auch der heilige Bruder Konrad, dessen man anlässlich seines 121. Todestages gerade besonders gedenke, sei ein eifriger Wallfahrer gewesen, bevor er Kapuziner wurde. Und auch dann habe er jeden Tag zwei kleine Wallfahrten gemacht: morgens um fünf zur Frühmesse und dann noch einmal mittags in der Gnadenkapelle. P. Norbert wünschte den Malgersdorfern, "dass Sie am Gnadenort gute Begegnungen haben und dass Sie Impulse mitnehmen können in Ihren Alltag!"

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Lebendiger Glaube – Wallfahrer aus Obergangkofen

"Auch heuer war's wieder super", freute sich Pilgerleiter Thomas Selmeier, als er am 25. April gegen 13 Uhr rund 100 Wallfahrer aus Obergangkofen an der Gnadenkapelle begrüßte. "Das Wetter war toll", und vor allem das Alpenpanorama im Inntal sei "traumhaft" gewesen. Selmeier freute sich vor allem auch darüber, "dass wieder mehr gebetet wird" – "Die Leute machen wieder mehr mit", erzählte er auf Nachfrage. Rund 100 Pilger waren am Samstag um 6.15 Uhr in Neumarkt St. Veit nach Altötting aufgebrochen, zehn "Hartgesottene" waren bereits am Freitagabend um 21.30 Uhr die 65 km Wegstrecke angegangen. "Dass die Kirche lebendig ist, zeigt sich vor allem an den Fußwallfahrern", freute sich auch Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser. Zur Begrüßung der Gnadenmutter stimmte er mit den Obergangkofnern vor der Hl. Kapelle das Lied "Salve regina" an, nachmittags feierte er mit ihnen Eucharistie im Kongregationssaal. Übrigens: Seit etwa 1890 existiert die Wallfahrt aus Obergangkofen nach Altötting, wie Pilgerleiter Selmeier informierte.

Text und Fotos: Michael Glaß

Mahnende Worte – Comboni-Missionare und -Missionsschwestern in Altötting

Rund 300 deutschsprachige Comboni-Missionare und -Missionsschwestern mit Verwandten, Freunden, Wohltätern und "Missionaren auf Zeit" waren am Samstag, 25. April als Wallfahrer zu Gast in Altötting (mehr zu Comboni in der kommenden Ausgabe). Nach einem Festakt im Begegnungszentrum St. Christophorus zogen sie zur Eucharistiefeier in die Basilika St. Anna. Hauptzelebrant der hl. Messe war Provinzial P. Karl Peinkopf, die Predigt hielt Ordensgeneral P. Enrique Sánchez aus Rom – mehr als ein Dutzend Konzelebranten standen ihnen zur Seite. Kapuzinerpater Siegbert Mayer hieß die Pilger in St. Anna herzlich willkommen – insbesondere am Tag des Bruder-Konrad-Festes, denn Ordensgründer Daniel Comboni sei ja ein Zeitgenosse des hl. Klosterpförtners gewesen. P. Siegbert weiter: Liebe Wallfahrer, liebe Comboni-Gemeinschaft, ich wünsche Ihnen, dass Sie die Erfahrung der Emmaus-Jünger machen dürfen, dass Sie das Mitgehen des Herrn erfahren dürfen, dass Sie wie die Jünger erkennen dürfen, 'Jesus lebt'!" Provinzial P. Karl erwiderte ihm: "Wir haben das Wallfahrtsmotto Altöttings ernst genommen: 'Kommt und seht'." Sodann richtete er vor Beginn des Gottesdienstes mit mahnenden Worten seinen Blick auf das Mittelmeer, das zu einem "Massengrab" geworden sei: "Bitten wir Gott um Vergebung für unser aller Versagen und den Herrn um Erbarmen für diesen 1000-fachen Tod!"

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Warten auf "grünes Licht" – Wallfahrer aus Edling und Wasserburg

Direkt nach der Ankunft der Fußwallfahrer aus Edling und Wasserburg an der Kreuzung Mühldorfer- /Marienstraße gab es zunächst eine kleine "Zwangspause": Kapuzinerpater Rigobert Buchschachner, der die Pilger in Empfang nahm, musste zunächst einmal klären, wo denn die Statio zur Begrüßung stattfinden könne, nachdem der Vorplatz der Gnadenkapelle noch von einer anderen Gruppe "besetzt" war. Nach kurzer Beratung entschieden sich P. Rigobert und die Pilger dafür sich doch auf den Weg hinauf zur Gnadenmutter zu machen – und nach einer Umrundung der Gnadenkapelle war tatsächlich der Vorplatz "geräumt". Anschließend hieß es allerdings wieder warten und beraten, denn nun war das Ziel der nachfolgenden Andacht, St. Konrad, noch nicht frei. P. Rigobert ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und referierte während seiner Begrüßung kurzerhand ein wenig länger als geplant über den Segen einer Wallfahrt, bevor es dann "grünes Licht" gab zum Einzug in die Konradkirche.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Mit offenen Augen – Pilger aus Blaibach

Gegen 16 Uhr erreichten am 25. April 140 Fußpilger aus Blaibach bei Bad Kötzting ihr Pilgerziel. "Alles ist gut gegangen", bestätigte Wolfgang Eckl, der die Pilgergruppe nach Altötting alljährlich anführt. "Auch das Wetter hat perfekt gepasst!" Es war die 9. Fußwallfahrt, die auch heuer von Falkenberg aus startete (ca. 35 km Fußweg). "Ihr habt die österliche Botschaft Jesu, aufzubrechen um den Glauben zu verkündigen, erfüllt", dankte Kapuzinerpater Br. Berthold Oehler und verwies auf das heurige Wallfahrtsmotto: "Kommt und seht!" Dies bedeute auch mit offenen Augen und Herzen durch Gottes Schöpfung, die erwachende Natur, zu wandern, denn Er geht ständig mit uns!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Ins Gebet eingeklinkt – Wallfahrt aus Prutting-Schwabering

Einer Dankwallfahrt seit Kriegsende liegt die Fußwallfahrt aus Prutting-Schwabering zu Grunde, vermutet Pilgerleiter Martin Voggenauer – jedenfalls sei es schon lange Jahre Pilgertradition, dass von Obing aus zu Fuß nach Altötting gepilgert wird, erzählte er. So geschehen auch am 25. April. Kapuzinerpater Br. Georg Greimel entbot den 77 Wallfahrtsteilnehmern, die bei der Ankunft einen siebenstündigen Fußmarsch hinter sich hatten, ein herzliches Grüß Gott am Gnadenort, nachdem die Pilgergruppe nach alter Tradition die Gnadenkapelle umrundet hatte. Es sei immer wieder ein ergreifendes Erlebnis, wenn sich ins Gebet der ankommenden Fußpilger das Willkommensgeläut der Altöttinger Kirchenglocken einklinke, sagte Br. Georg. Dies bedeute gleichzeitig: "Jetzt sind wir da!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit großer Ministrantenschar – Pilger aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen

"Super gemacht! Ein fulminanter Einzug!" – Auch Altöttings Diakon Thomas Zauner war am Sonntagmorgen, 26. April, angesichts der großen Ministrantenschar, die der Fußpilgergruppe aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen mit ihrem Pfarrer Dekan Johann Ammer über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika vorauszog, begeistert. Die jungen Messdiener/innen sind zwar nicht den ganzen Fußweg marschiert, sondern wurden den größten Teil der Wegstrecke von ihrem Pfarrer eigenhändig mit dem Bus chauffiert, aber ein festliches Einzugsbild am Gnadenort ist es allemal. 56 Fußwallfahrer zählte Pilgerleiter Albert Pöschl bei der heurigen zweitägigen Wallfahrt mit Übernachtung in Geratskirchen – bei nach Wunsch gemäßem Pilgerwetter, wie er sagte. Ein Teil der Wallfahrer schloss sich dann am zweiten Pilgertag an. Aber auch mit Bus und Auto waren einige Pfarrangehörige gekommen, um gemeinsam mit Dekan Ammer in der St. Anna-Basilika den Gottesdienst zu feiern.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Jubilate Deo" – Wallfahrt aus Sünching

Wenn Pfarrer Peter König aus Straubing St. Peter, der alljährlich die Fußwallfahrt aus Sünching als geistlicher Begleiter betreut, dabei ist, dann ist für Stimmung gesorgt! "...willst du fröhlich sein, dann klatsche in die Hand..." wurde lauthals gesungen, als die Pilgergruppe mit ihren Pilgerleitern Helmut und Hans Krottenthaler am 26. April, gesichtet wurde – heuer übrigens zum 141. Mal. Jedoch schwenkte Vorbeter König beim Zug zum Kapellplatz um und so wurde beim Pilgergebet und Anrufung in der lauretanischen Litanei die Gottesmutter auch um Priester und geistliche Ordensberufungen angefleht. Trotz zweitägigem Fußmarsch von Martinsbuch aus forderte Pfarrer König die Sünchinger nach alter Pilgertradition zum "Beuget die Knie", als vor der Gnadenpforte die Gottesmutter gegrüßt wurde. Sichtlich schwerer war das "Erhebet Euch", und um gar keine Gedanken an schmerzende Füße zu verschwenden, stimmte König sogleich "Jubilate Deo" an. Die Pilger und Diakon Thomas Zauner, der herzliche Begrüßungsworte sprach, stimmten freudig mit ein. Bei der heurigen Sünchinger Fußwallfahrt hatte sich auch Christian Randl, der Leiter des Altöttinger Behindertenwohnheims St. Elisabeth angeschlossen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner