Altöttinger Liebfrauenbote

Erste Altöttinger Fastenpredigt mit Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl

Freude statt Gleichgültigkeit

"Papst Franziskus und der Aufbruch der Kirche" lautet heuer das Leitwort der traditionellen Altöttinger Fastenpredigten. Den Auftakt zur Reihe der vier Predigten, die immer donnerstags um 19 Uhr stattfinden, machte am 26. Februar in der Stiftspfarrkirche der Passauer Generalvikar, Prälat Dr. Klaus Metzl.

Prälat Dr. Klaus Metzl bei der Predigt.
Prälat Dr. Klaus Metzl bei der Predigt.

Der hatte die aktuelle Fastenbotschaft von Papst Franziskus unter die Lupe genommen und erklärte den Gottesdienstbesuchern anhand dieser, wie sie sich der vom Papst so viel zitierten "Globalisierung der Gleichgültigkeit" widersetzen können. Prälat Metzls Antwort: "Der Aufbruch der Kirche kann nur dann ein echter und bleibender sein, wenn er aus der Freude des Evangeliums, aus der konkreten Begegnung mit Christus kommt."

Gleichgültigkeit gegenüber Gott und unseren Nächsten sei auch für Christen eine "ganz und gar reale Versuchung", zitierte Prälat Metzl aus der Fastenbotschaft. Ausführlich erläuterte er nun die drei Schritte zur Besinnung und Erneuerung, die Franziskus empfiehlt.

Der Kirche als Ganze führt die Fastenbotschaft die Liturgie des Gründonnerstags und der Fußwaschung vor Augen. Als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch, habe er eine ganz "neue Wirklichkeit gesetzt", "in der Liebe alle überkommenden Ordnungen umgedreht", erklärte Prälat Metzl und zitierte erneut Franziskus, der die österliche Bußzeit "eine geeignete Zeit, um sich von Christus bedienen zu lassen" nennt. Denn: "Wenn wir das Wort Gottes hören und die Sakramente, inbesondere die Eucharistie empfangen" finde Gleichgültigkeit keinen Raum.

"Die Kirche ist von ihrem Wesen her missionarisch"

Feier der Eucharistie mit (v.l.) Kapuzinerpater Sunil Kachappally, Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Generalvikar Prälat Dr. Klaus Mettzl, Pfarrer Alfred Hable (St. Josef, Altötting-Süd), stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuz
Feier der Eucharistie mit (v.l.) Kapuzinerpater Sunil Kachappally, Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Generalvikar Prälat Dr. Klaus Mettzl, Pfarrer Alfred Hable (St. Josef, Altötting-Süd), stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker.

Die Feier der Eucharistie und sich gemeinsam "betend mit der Kirche des Himmels" zu verbinden sei schließlich auch Aufgabe der Pfarrgemeinde, erläuterte Prälat Metzl den zweiten Schritt in der Fastenbotschaft des Papstes. Darüber hinaus gelte es gerade auch für die Pfarrangehörigen, immer wieder in Beziehung zur Gesellschaft, insbesondere zu den Armen zu treten, denn: "Die Kirche ist von ihrem Wesen her missionarisch, nicht in sich selbst zurückgezogen, sondern ausgesandt zu den Menschen".

In einem dritten Schritt in der Fastenbotschaft wendet sich Papst Franziskus an jeden einzelnen Christen. Auch ihm empfiehlt er das "inständige Gebet" sowie "kleine Gesten der Nächstenliebe" als "Zeichen gegen die Gleichgültigkeit". Das Leid vieler Menschen erinnere stets an die eigene Zerbrechlichkeit und sei ein steter "Aufruf zur Bekehrung".

"Prüfen wir uns also, ob wir dies in der Kirche, in unserer Pfarrei, in unserer ganz persönlichen Christusnachfolge auch wirklich leben", rief Prälat Metzl den Gottesdienstbesuchern zu und bekräftigte, "dass sich derjenige, der in der Freude des Evangeliums steht, aktiv gegen die Globalisierung der Gleichgültigkeit wenden wird".

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner