Altöttinger Liebfrauenbote

Hunderte Gläubige feiern die runden Geburtstage von Bischof Stefan Oster SDB und Bischof em. Wilhelm Schraml

"Die Kirche kann feiern"

"Wie schön, dass Sie alle da sind", sagte Bischof Dr. Stefan Oster am Ende der Pontifikalvesper, die anlässlich seines 50. Geburtstages und des 80. Geburtstages von Bischof em. Wilhelm Schraml am 21. Juni im Passauer Stephansdom gefeiert wurde. Die Predigt hielt der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der beiden Bischöfen ein enger Wegbegleiter ist.

Die Jubilare Bischof em. Wilhelm Schraml, Bischof Stefan Oster und der Festprediger Bischof Rudolf Voderholzer.
Die Jubilare Bischof em. Wilhelm Schraml (l.), Bischof Stefan Oster (M.) und der Festprediger Bischof Rudolf Voderholzer (r.).

"Es ist mir eine ganz große Freude und Ehre, heute anlässlich der Geburtstage der beiden Bischöfe die Festpredigt halten zu dürfen", so Voderholzer, der am selben Tag seinen Namenstag feiern durfte. "Ich tue es als Heimatbischof der beiden, immerhin sind sie beide gebürtige Oberpfälzer und von ihrer Herkunft her Regensburger Diözesane." Und er tue es in herzlicher und freundschaftlicher Verbundenheit – und das war auch zu spüren als er am Schluss seiner Predigt den beiden Bischöfen ein Geburtstagsgedicht zusammen mit den Gläubigen vortrug.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Bischof Stefan seinem Vorgänger Bischof em. Wilhelm Schraml für seinen "so hochherzigen Einsatz für unser Bistum. So oft schon konnte ich erfahren, dass du Dein Bistum wohl bestellt übergeben hast", so Oster. Er überreichte Bischof em. Wilhelm Schraml ein im Kloster Thyrnau besticktes Messgewand.

Der Altbischof dankte in seiner Ansprache an allererster Stelle Gott dafür, "dass er uns liebt und dass wir ihn kennen und lieben dürfen." Gott habe ihn 80 Jahre hindurch "in meiner Unzulänglichkeit geleitet und geführt." Er habe ihn zum Priester und Bischof erwählt, damit er, befähigt durch das Sakrament der Weihe, "das bei den Menschen und für die Menschen tun durfte, was ich selber aus eigenem Vermögen nicht hätte tun können", so Schraml.

Ein Geschenk gab es aber auch für Bischof Stefan: Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl überreichte ihm ein Buch mit dem Titel "Person-Sein vor Gott. Theologische Erkundungen mit dem Bischof von Passau" (Verlag Herder, ISBN 978-3-451-34762-7). Dieses Buch wurde von Mitarbeitern der Diözese Passau anlässlich seines Geburtstages zusammengestellt und beinhaltet richtungsweisende Texte des Theologen und Bischofs, die nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

Ebenso wie Bischof em. Wilhelm freute sich auch Bischof Stefan über die zahlreichen Gäste und dankte allen Wegbegleitern von Herzen: "Diese Tatsache nun, dass wir doch viele sind, möchte ich zum Anlass nehmen um zu sagen: Die Kirche lebt, die Kirche ist froh und kann feiern, die Kirche ist auch jung, und wir sind viele. Und die Kirche ist es, die uns immer neu auf den Herrn verweist, auf den Herrn der Geschichte und auf den Herrn, der jedem von uns das Leben geschenkt hat. Ich wünsche mir und hoffe, dass unsere Dankbarkeit von innen her auf ihn bezogen bleibt und dass auch diese heutige Feier etwas zeigt vom Ausdruck unserer Dankbarkeit und unserer Zeugenschaft für Ihn. Ein frohes Fest Ihnen allen!"

Und ein solches frohes Fest nahm dann nach der musikalisch großartig gestalteten Pontifikalvesper seinen weltlichen Lauf in einem großen Festzelt, wo zahlreiche Gäste beider Bischöfe bei Musik sowie Speis und Trank zwanglos miteinander ins Gespräch kamen.

Ein Gast aus Sierra Leone

Sichtlich gut gelaunt warb Bischof Stefan im Festzelt um Unterstützung für die Arbeit von Mitbruder Lothar Wagner.
Sichtlich gut gelaunt warb Bischof Stefan im Festzelt um Unterstützung für die Arbeit von Mitbruder Lothar Wagner (mit Brille).

Die weiteste Anreise nach Passau hatte Salesianerbruder Lothar Wagner zusammen mit dem vierjährigen Ibrahim und dessen Begleiterin Juliana. Sie kamen aus Sierra Leone. Ibrahim ist Vollwaise, seine Eltern starben an Ebola und auch Ibrahim selbst kämpft mit den Folgeerscheinungen der heimtückischen Krankheit. Ibrahim, der einen Teil seiner Sehkraft verloren hat, wird in Deutschland von Experten behandelt. In Passau war er nicht mit dabei, "die vielen Untersuchungen diese Woche haben ihn sehr angestrengt und er braucht jetzt Erholung", so Lothar Wagner.

Beim Empfang im Festzelt stellte Lothar Wagner seine Arbeit im Sozialzentrum Don Bosco Fambul in Sierra Leone vor. Fambul bedeutet Familie und "das sind wir auch. Eine Familie für Benachteiligte." Und in Passau ist diese Familie dank einiger Spendenaufrufe von Bischof Stefan schon vielen bekannt. Wie schon bei seiner Weihe im vergangenen Jahr hatte dieser darum gebeten, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen seinen Amtsbruder und die Arbeit von Fambul zu unterstützen.

"Ich bin unendlich dankbar für die viele finanzielle Unterstützung, die wir vor allem aus Passau erfahren haben", betonte Lothar Wagner. "Dadurch war es uns möglich, in der schlimmsten Ebola-Zeit den Menschen vor Ort humanitäre und nachhaltige Hilfe zu leisten. Auch wenn die akute Ansteckungszeit nun vorüber ist, brauchen wir weiter Hilfe und Unterstützung, um das Land wieder aufzubauen und den vielen Ebola-Waisen wie Ibrahim vor Ort eine Zukunft zu bieten." Die gesammelten Spendengelder werden für 58 Kinder sowie deren Groß-/ Pflegefamilien verwendet, die besonders hart von der Pandemie betroffen sind. Dazu zähle auch der kleine Ibrahim.

Unter den Gästen im vollbesetzten Dom waren aus Kirche, Politik und dem gesellschaftlichen Leben frühere Weggefährten sowie jetzige Wegbegleiter. Neben Prediger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg), Bischof Dr. Ludwig Schwarz SDB (Linz), Bischof em. Dr. Walter Mixa (Augsburg) und Weihbischof Herwig Gössl (Bamberg) waren auch Vertreter aus dem nicht-deutschsprachigen Nachbarland dabei – Bischof Mons. Vlastimil Krocil mit Generalvikar Mons. Adolf Pintír (Budweis). Ordensobere, Äbtissinnen und Äbte, Priester, Diakone, Ordensleute, haupt- und ehrenamtlich tätige Frauen und Männer als auch Verwandte und Freunde sind zur Vesper gekommen.

Auch der frühere Wegbegleiter und salesianische Mitbruder Pater Claudius Amann SDB aus Benediktbeuern kam zur Feier nach Passau sowie u.a. der Passauer Landrat Franz Meyer und sein Altöttinger Kollege Erwin Schneider.

Text: pbp / red, Fotos: pbp

Weitere Informationen zu Lothar Wagner und Don Bosco Fambul sowie Spendenmöglichkeiten erhalten Sie im Internet unter den Adressen tinyurl.com/lothar-wagner oder www.donboscomission.de/weltweit/nothilfe/ebola-2014/.