Altöttinger Liebfrauenbote

Palestrina-Medaille verliehen

Große Ehre für Kapellchor

Der Kapellchor unter Leitung von Stiftskapellmeister Max Brunner hat am 7. Juni eine seltene Auszeichnung erhalten: Im Rahmen der Orchestermesse verlieh der Passauer Kirchenmusikdirektor Dr. Marius Schwemmer dem über 40-köpfigen Ensemble die Palestrina-Medaille des Allgemeinen Deutschen Cäcilien-Verbandes, dessen Diözesan-Präses er auch ist.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl freut sich gemeinsam mit Johann Daimer, Vorstand des Kapellchors, und Kapellmeister Max Brunner über die Palestrina Medaille für den Kapellchor, die Kirchenmusikdirektor Marius Schwemmer überreichte.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl (l.) freut sich gemeinsam mit Johann Daimer (r.), Vorstand des Kapellchors, und Kapellmeister Max Brunner (2.v.r.) über die Palestrina Medaille für den Kapellchor, die Kirchenmusikdirektor Marius Schwemmer (2.v.l.) überreichte.

"Der Kapellchor hat nicht nur eine sehr weit über 100jährige Tradition, er ist auch die klingende musikalische Visitenkarte und der kirchenmusikalische Botschafter des Bistums Passau", erklärte Dr. Marius Schwemmer. "Mit wenigen Ausnahmen gestaltet er Sonntag für Sonntag und an allen Hochfesten Orchestermessen in der Basilika St. Anna, in der Gnadenkapelle und der Stiftskirche." Dabei sei "die Pflege des reichen Schatzes der Kirchenmusik dem Chor und seinem Leiter Kapellmeister Max Brunner ebenso ein Anliegen wie eine für die Tausenden von Wallfahrer würdige Liturgiegestaltung gemäß dem II. Vatikanischen Konzils. Der Chor beweise "Traditionsbewusstsein",  "echte Frömmigkeit" und Freude.

"Kapellchor und Kapellorchester haben in Altötting vor allem eine dienende Funktion für die Wallfahrt", wird auf der Homepage der Bischöflichen Administration beschrieben. Die Leitung liegt seit über 20 Jahren bei Stiftskapellmeister Max Brunner, unterstützt von Stiftsorganistin Johanna Kowatschewitsch. Auf dem Programm stehen "Orchestermessen von Mozart, Haydn, Schubert, Rheinberger, Otto Nicolai, Dvorak, F. X. Richter, Kempter, Diabelli und anderen". Eine kleine Gruppe von vier Kapellsängern, einer pro Singstimme, gestaltet außerdem jeden Sonntag um 7 Uhr den Gottesdienst in der Hl. Kapelle. Oft kommt auch noch um 8.30 Uhr der Pfarrgottesdienst in der Stiftskirche dazu.

Kapellmusik seit Beginn der Wallfahrt 1489 gefördert

Der Kapellchor singt in der Basilika.
Der Kapellchor singt in der Basilika.

Um mit der Palestrina-Medaille ausgezeichnet werden zu können, bedarf es einer mindestens 100-jährigen Chor-Tradition. Außerdem wird die musikalische Kompetenz und die Breite und Tiefe des Repertoires geprüft. All diese Kriterien werden erfüllt, steht der Chor doch durch sein fortwährendes Wirken immer im Dienst – und das schon seit weit mehr als 100 Jahren. Die Kapellmusik nämlich wurde schon seit dem Beginn der Wallfahrt 1489 gefördert. Zunächst waren dafür die Kapellsingknaben, die beim Stiftskapellmeister untergebracht waren, vorgesehen. Im 19. Jh. wirkte hier Max Keller, ein Schüler und Freund von Michael Haydn. Msgr. Uttlinger leitete die Kapellmusik vor und nach dem II. Weltkrieg über 40 Jahre lang. Auch Roland Büchner, der jetzige Chorleiter der Regensburger Domspatzen, war hier über zehn Jahre tätig, informiert die Bischöfliche Administration weiter.

Text: Erwin Schwarz (ANA) / Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner