Altöttinger Liebfrauenbote

186. Regensburger Fußwallfahrt kommt mit rund 7.000 Pilgern und drei Bischöfen in Altötting an – Bischof Voderholzer predigte

"Auf jeden Einzelnen kommt es an"

"Pfingsten setzt Christen in Bewegung", stellte der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker fest, als er am Pfingstsamstag, 23. Mai, die Pilger aus Regensburg in der St. Anna-Basilika begrüßte. Konkret setzte die diesjährige 186. Pfingstwallfahrt aus der Diözese Regensburg über 7.000 Wallfahrer in Bewegung – darunter auch drei Bischöfe: Diözesanbischof Rudolf Voderholzer, Weihbischof Reinhard Pappenberger und den designierten Weihbischof Josef Graf. "So viele Menschen aus dem Bistum kommen das ganze Jahr nicht zusammen", freute sich Bischof Voderholzer.

Bischof Rudolf Voderholzer steht mit Weihbischof Reinhard Pappenberger und dem desginierten Weihbischof Josef Graf vor der Gnadenkapelle.
Bischof Rudolf Voderholzer (M.) steht mit Weihbischof Reinhard Pappenberger (l.) und dem desginierten Weihbischof Josef Graf vor der Gnadenkapelle.

Bischof Voderholzer zelebrierte und predigte nicht nur, er war zuvor auch selbst zwei Etappen mitmarschiert. Denn: "Wo die Kirche ist, da ist der Bischof" – so und nicht umgekehrt müsse es sein, wie er in seinen Begrüßungsworten feststellte.

Dass in der Kirche jeder Einzelne gefragt sei, stellte Bischof Voderholzer in seiner Predigt mit Bezug auf die Lesung von der "Betenden Gemeinde" (Apg 1,12ff) fest. Die Jünger, die damals mit den Frauen und mit der Gottesmutter Maria um die "Sendung des Hl. Geistes" gebetet hatten, seien alle beim Namen genannt, erinnerte er und erklärte: "Auf jeden Einzelnen kommt es an! Die Kirche ist keine anonyme Größe oder mathematische Einheit, sondern eine Gemeinschaft von getauften Christen, in der jeder mit Namen gerufen ist – ausgestattet mit einem Sendungsauftrag hinein in die Welt." Alle müssten wir uns fragen: "Was hat der Herr mit mir vor? Wo braucht er mich mit meiner individuellen Berufung?"  Denn: "Der Herr braucht euch, um das Licht des Glaubens hineinzutragen in die kommenden Generationen."

111 Kilometer marschiert

Wallfahrtrektor Prälat Günther Mandl empfing die Pilger vor der Hl. Kapelle mit dem Gnadenbild.
Wallfahrtrektor Prälat Günther Mandl empfing die Pilger vor der Hl. Kapelle mit dem Gnadenbild.

111 Kilometer waren die meisten der Pilger von Regensburg nach Altötting marschiert, um ihren Glauben zu demonstrieren. Ähnlich weit, wie damals Maria, als sie sich von Nazareth aus auf den Weg ins Bergland von Judäa zu ihrer Base Elisabeth gemacht hatte, wie Bischof Voderholzer mit Blick auf das Evangelium (Lk 1,39ff) feststellte. Ausdrücklich legte er den Gläubigen das Magnificat ans Herz. Ein ganz neues Gebet sei damals auf dem Weg zu Elisabeth entstanden: "Maria dankt mit einem ganz neuem Gebet, das gewogen ist aus den Worten und Bildern des Alten Testaments", erklärte Bischof Voderholzer.

Betend waren die Regensburger durch die Lande gezogen, betend und singend zogen sie in Altötting über den Kapellplatz. Ausdrücklich dankte Bischof Voderholzer dem Geistl. Beirat Pfarrer Hannes Lorenz und Pilgerführer Bernhard Meiler sowie deren zahlreiche Helfer im Hintergrund, die diese große Glaubensdemonstration überhaupt erst möglich machten. Einen Eindruck von den vielen Herausforderungen schilderte Meiler, als er während dem Einzug in die Basilika nicht nur für "eine unfallfreie Wallfahrt", sondern vor allen auch den Helfern dankte, darunter: Polizeibeamte, Ärzte und rund 40 BRK-Helfer; im Organisationsteam nannte Meiler insgesamt rund 26 Helfer-Ressorts, darunter Ordner, Vorbeter, Kreuz- und Standartenträger, Lautsprecherträger und ein WC-Wagen-Begleitteam, ...

"Schön, dass Ihr dabei ward", freute sich Meiler und dankte den Pilgern "für ihre Bereitschaft, den Glauben hinauszutragen – das tut gut!" Auch eine größere Gruppe protestantischer Christen hatte sich heuer eingereiht, wie Meiler erzählte; an diese gewandt sagte er: "Herzlichen Dank dafür, dass wir das Herz gemeinsam bei der Gottesmutter ausschütten dürfen." – Gerne auch wieder im nächsten Jahr...

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner 36, Michael Glaß 3

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