Altöttinger Liebfrauenbote
Ankunft der Pilger in der Basilika in Altötting.
Ankunft in der Basilika in Altötting.

59. Legio-Mariae-Wallfahrt nach Altötting

Er hält das Leben in der Hand

Der Heilige Geist wirkt in den Pfingsttagen sichtbar am Gnadenort: Tausende von Fußpilgern machten sich wieder auf den Weg und ließen sich auch nicht vom regnerischen Wetter abhalten. Die etwa 6.000 Fußpilger der Legio Mariae aus München-Freising, Rosenheim und Salzburg erreichten am Pfingstmontag, 25. Mai, um die Mittagszeit ihr Pilgerziel. Sie marschierten unter dem Motto "Er hält das Leben in der Hand!".

Insgesamt rund 6.000 Pilger schlossen sich der Legio-Mariae-Wallfahrt an, die in Altötting die beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und P. Norbert Schlenker empfingen.
Insgesamt rund 6.000 Pilger schlossen sich der Legio-Mariae-Wallfahrt an, die in Altötting die beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl (2.v.r.) und P. Norbert Schlenker (r.) empfingen.

Schwere Kreuze tragend und Fahnen schwingend zogen die Wallfahrtsteilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern, auf den Kapellplatz an der Gnadenbild-Kopie vorbei, die Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl vor der Gnadenkapelle in einem Schrein aufgestellt hatte. Wenigstens am Ankunftstag hatte der Himmel ein Einsehen, und so erreichten die Fußpilger trockenen Fußes die St. Anna-Basilika, um dort ihren Gottesdienst zu feiern. Eingangs dankte der stellvertretende Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker für das "starke Glaubenszeichen".

"Eingeladen zum Fest des Glaubens", stimmte der Chor "Undique" aus Ebersberg an, und diese Einladung hatte auch Münchens Weihbischof em. Engelbert Siebler als Hauptzelebrant und Prediger gerne angenommen. Die mitreißende Musik könne die Strapazen, die schmerzenden Beine und die Müdigkeit, die ein langer, anstrengender Pilgerweg mit sich bringe, vergessen lassen, stellte der Weihbischof fest.

Die Welt im Sinne Christi verändern

Weihbischof Engelbert Siebler – im Bild mit dem Evangeliar segnend – hielt eine aufrüttelnde Predigt.
Weihbischof Engelbert Siebler – im Bild mit dem Evangeliar segnend – hielt eine aufrüttelnde Predigt.

In seiner Predigt ging Weihbischof Siebler auf das Wallfahrtsmotto ein, das auch einen bitterernsten und traurigen Hintergrund habe: Er erinnerte an die vielen ertrunkenen Flüchtlinge vor Lampedusa, und an die Mahnung des Heiligen Vaters Papst Franziskus, dass über alle Schande käme, die "wegschauten". Der Papst besitze keine Rettungsboote, aber "Worte als Fingerzeig" die aufrütteln und tausende Leben retten können, sagte er. Weihbischof Siebler nahm alle getauften und gefirmten Menschen, die "in der Nachfolge Jesu stehen" in die Pflicht, denn diese trügen "das Siegel des Heiligen Geistes", wie Paulus schreibt. Die Botschaft von der Heilsgeschichte Jesu, der sich um Kranke, Hungernde und Obdachlose kümmerte, sei wirksam bis zum heutigen Tag, bekräftigte er. Die Art und Weise, wie diese Botschaft von uns Christen im Alltag gelebt werde, bringe den Heiligen Geist in die Welt. "So können Christen die Welt positiv – im Sinne Christi – verändern und erneuern".

Antonia Wudi, seit letztem Jahr Wallfahrtsleiterin, zeigte sich mit dem Wallfahrtsablauf sehr zufrieden. Es seien kaum Ausfälle und körperliche Blessuren zu beklagen gewesen, erzählte sie erleichtert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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