Altöttinger Liebfrauenbote

Sudetendeutsche Wallfahrt in Altötting

Der Sommerhitze getrotzt

Der Monat Juli ist am Marienwallfahrtsort Altötting, insbesondere die St. Anna-Basilika, für die landsmannschaftlichen Wallfahrten der Heimatvertriebenen "reserviert". Den Auftakt bildete am Sonntag, 5. Juli, die Wallfahrt der Sudetendeutschen.

Visitator Msgr. Dieter Olbrich während seiner Predigt in der Basilika.
Visitator Msgr. Dieter Olbrich während seiner Predigt in der Basilika.
Der "schöne Georg" in seiner Tracht.
Der "schöne Georg" in seiner Tracht.

Verantwortlich zeichnet sich hierfür die Ackermann-Gemeinde München. Trotz hochsommerlicher, schweißtreibender Temperaturen kamen wieder einige in der schönen Tracht aus "der alten Heimat" - darunter eine Fahnenabordnung der Braunauer Trachtengruppe, gekleidet in der schönen Tracht des Braunauer Ländchens. "Wir werden halt immer weniger und jünger werden wir auch nicht", meinte Walter Horacek aus Tyrlaching, einer der Hauptaktiven, mit Blick auf die Teilnehmerzahlen. Mit dabei ist auch stets Familie Scholz aus Altötting – ebenso wie Georg Naujokas aus Furth im Wald: der "schöne Georg" wie er sich verschmitzt vorstellte, in Tracht aus dem Böhmer- und Egerland und mit der Bischofteinitz-Fahne in Händen.

Seit nunmehr 70 Jahren pilgerten die Sudetendeutschen nach Altötting, um ihre Bitten und ihren Dank an die Muttergottes zu richten, berichtete der Diözesangeschäftsführer der Ackermanngemeinde München-Freising, Lothar Palsa. In seinen Begrüßungsworten nannte er die Wallfahrt eine schöne christliche Verbindung der alten Heimat zum vertrauten Gnadenort, einem Ort der Begegnung und Glaubensvertiefung. Neben der anwesenden Geistlichkeit, allen voran Hauptzelebrant und Prediger Visitator Msgr. Dieter Olbrich, wurde auch der anwesende Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, herzlich begrüßt, ebenso wie auch Brunhilde Reitmeier, die Vorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft.

"Damit ich am Menschen nicht verzweifle!" – Die Antwort des russischen Schriftstellers Dostojewskis auf die Frage, warum er in Dresden in der königlichen Gemäldegalerie bevorzugt Raffaels Werk "Die Sixtinische Madonna" aufsuche, zitierte Msgr. Olbrich in seiner Predigt. Nach 100 Jahren sei diese aktueller denn je, sagte er. Aus der verzweifelten Lage während der beiden Weltkriege und während der Vertreibung vor 70 Jahren hätten die Menschen kaum gelernt; Olbrich verwies auf die schrecklichen Ereignisse u.a. im Irak, Afghanistan und Syrien. Niemand in dieser Welt sei vor Terror sicher, betonte er. An die Gottesdienstbesucher gewandt fragte der Prediger: Gehen wir ohne Vorurteile mit anderen Menschen um? Msgr. Olbrich empfahl einen Blick auf Maria: Sie habe uns gezeigt, am Lebensweg Jesu festzuhalten, ohne Vorurteile den Menschen zu begegnen und somit auch offen zu sein für die Menschen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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