Altöttinger Liebfrauenbote

Dankwallfahrt des Neupriesters Christoph Leuchtner – Bald Kaplan in Altötting

Echt, ehrlich und schlicht sein

Am Festtag Mariae Heimsuchung, 2. Juli, hat der Passauer Neupriester Christoph Leuchtner eine Dankmesse in der Altöttinger Stiftspfarrkirche gefeiert. Dreimal spendete der zukünftige Altöttinger Kaplan danach den Primizsegen. Laut dem gebürtigen Altöttinger und Hauptzelebranten an diesem Abend, Regens Dr. Franz Haringer, passt der 35-jährige Leuchtner sehr gut zum Wallfahrtsort im Herzen Bayerns.

Dr. Franz Haringer, Regens des Passauer Priesterseminars St. Stephan, und Neupriester Christoph Leuchtner bei der Feier der Eucharistie.
Dr. Franz Haringer (3.v.l.), Regens des Passauer Priesterseminars St. Stephan, und Neupriester Christoph Leuchtner (4.v.l.) bei der Feier der Eucharistie.

Altötting und sein Heiligtum seien ja eigentlich ganz unspektakulär, stellte Haringer am Ende seiner Predigt fest: "Keine großen Erscheinungen und keine großen Botschaften. Aber dafür die ehrliche, unverstellte und schlichte Frömmigkeit der Menschen, ohne falsche Fassaden und Inszenierungen. Mehr Sein als Schein!" Recht unspektakulär sei auch die Geschichte vom "Besuch Marias bei Elisabet" (Lk 1,39ff), von der das Tagesevangelium berichtete. Maria will ihrer schwangeren Cousine bei der Geburt beistehen, nichts weiter. Und doch zeige diese Geschichte, worauf es ankommt: Da sei die "beherzte Tat" gefragt, wie der Prediger erklärte. Da komme es an auf "Charakterhaltungen, die auch einem Priester gut anstehen: Da sein, das Erforderliche wahrnehmen, tatkräftig mitanpacken, auch wenn das alles nicht vor den Kameras und Scheinwerfern und auch nicht auf den Internet‑Seiten geschieht, sondern sozusagen "im Bergland von Judäa", in der Abgeschiedenheit und im Verborgenen. Nicht verschnörkelt und nicht hochgeschraubt sein, sondern schlicht den Blick für das Normale zu haben...".

Dem Neupriester Christoph Leuchtner stellte Regens Haringer ein großes Kompliment aus: den Satz "Wie wohltuend, dass der einfach so normal ist!" habe er über den jungen Mann aus dem niederbayerischen Haidmühle sehr oft gehört. Nicht durchschnittlich, sondern unverstellt und ursprünglich sei dieser, und eben darauf komme es an, denn: "wo Menschen echt, unverstellt, ohne falschen Schein aufeinander zugehen, da kann auch Gott ins Spiel kommen".

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben"

Neupriester Christoph Leuchtner spendet den Primizsegen vor der Gnadenkapelle.
Neupriester Christoph Leuchtner spendet den Primizsegen vor der Gnadenkapelle; li.. Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günter Mandl, 2.v.re. Dr. Franz Haringer, Regens des Passauer Priesterseminars St. Stephan.

Regens Haringer, der sein Amt heuer nach sieben Jahren abgeben und als Stadtpfarrer nach Simbach/Inn wechseln wird, erzählte: "Unser heuriger Primiziant ist der einzige, den ich auch während seiner ganzen Ausbildung begleiten durfte. Gemeinsam haben wir vor sieben Jahren begonnen. Und jetzt, da ich meine Aufgabe abgeben muss, gehen wir auch gemeinsam aus dem Priesterseminar wieder heraus. Und sogar denselben Primizspruch haben wir uns gewählt: 'Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.' (Joh 14,6)." Sehr gerne lasse er Leuchtner hier in seiner "Heimatstadt Altötting", erklärte Haringer. Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl hatte "seinen" zukünftigen Kaplan bereits eingangs des Gottesdienstes begrüßt und ihm "prägende Erfahrungen, ein gutes Miteinander, Freude, Akzeptanz und Erfüllung" am Gnadenort in Altötting gewünscht.

Christoph Leuchtner ging zunächst an die Ludwig-Maximilians-Universität in München und studierte dort Statistik. Erst kurz vor dem Ende des Studiums, bei einem Praktikum am Klinikum Großhadern, wo er die Daten von Krebspatienten auswertete, wurde ihm klar: "Das kann ich nicht mein Leben lang machen." Vor allem sein damaliger Heimatpfarrer Heinrich Anzeneder überzeugte ihn schließlich, doch noch die Priesterlaufbahn einzuschlagen. Es folgten das Propädeutikum (Vorbereitungsjahr) und das Studium in Regensburg und Prag. Über seine Berufung sagt er: "Mein Anliegen ist es, den Menschen zu vermitteln, dass der Glaube etwas Schönes ist, etwas, was einen im Leben weiterbringt, weil dabei die wirklich tiefen Fragen berührt werden."

Die feierliche Dankmesse in der Stiftspfarrkirche – festlich gestaltet von den Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei unter Leitung von Herbert Hager – zelebrierte Regens Haringer, als Konzelebranten standen Subregens Msgr. Dr. Hans Bauernfeind, Spiritual P. Mirko Legawiec OSPPE und Altöttings stellvertretender Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker mit am Altar.

Text: Michael Glaß / pbp, Fotos: Roswitha Dorfner

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