Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Viele Wege führen nach Altötting, und viele Möglichkeiten gibt es, diese zu nutzen. Dies wurde den Besuchern des Wallfahrtsortes einmal mehr bewusst, als am 28. Juni einige Traktoren auf dem Kapellplatz vorfuhren. Außerdem kam u.a. auch eine bayerisch-kroatische Pilgergruppe ins Herz Bayerns...

Bulldog-Oldtimer-Wallfahrt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, nach Altötting zu pilgern, sei's zu Fuß, mit dem Fahrrad, hoch zu Roß, mit Auto, Bus oder mit Motorrad. Eine Bulldog-Oldtimer-Wallfahrt aus dem Bayerischen Wald und der Oberpfalz hat sich mittlerweile zu einer schönen Pilgertradition entwickelt. Dies war anscheinend auch dem Schlüter Club Freising, allen voran Maria Vieregg sowie Sebastian Hausner, Vorstand der Bayerischen Eicher-Fahrer, "zu Ohren" gekommen, und so haben sich am Sonntagvormittag, 28. Juni so manche Pilger und Gottesdienstbesucher verwundert die Augen gerieben, als der Kapellplatz mit etwa 30 "landwirtschaftlichen Fortbewegungsmitteln", vorwiegend Oldtimer-Bulldogs aus dem Freisinger und Erdinger Gau, vollgeparkt war. Nach Ankunft mit seinem Schlüter, Baujahr 1950, schloss Sepp Lanzinger seine dreijährige Tochter Regina in die Arme. Diese durfte dann schnell mal auf dem Sozius beim Papa probesitzen. Kapuzinerpater Bruder Jeremias segnete die Traktoren und deren Fahrer/innen "damit nichts passiert!" Denn Gott sei mit uns auf dem Weg und diese Segnung erinnere daran, dass alles, was uns anvertraut sei im Leben, nicht uns gehöre, sondern dass wir davon leben! Dies verweise auch auf ein verantwortungsbewusstes Umgehen des Menschen mit der Natur, Gottes Schöpfung!

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit kroatischer und bayerischer Fahne – Nationalwallfahrt der Kroaten aus Bayern

Junge Mädchen und Burschen in kroatischer Tracht, viele Familien mit Kindern, die St. Anna-Basilika gefüllt bis auf den letzten Sitzplatz – ein zur schönen Tradition gewordenes Bild am letzten Juni-Sonntag. Der 28. Juni stand im Zeichen der Nationalwallfahrt der in Bayern lebenden Kroaten. Die Kroatisch Katholische Mission hatte eingeladen – Wallfahrtsorganisator ist seit nunmehr 20 Jahren Pfr. Josip Antonac (Regensburg). Heuer konnte der H.H. Bischof Dr. Drazen Kutlesa (Porec/Pula) als Hauptzelebrant und Prediger gewonnen werden. Bischof Kutlesa verwies auf die Bedeutung der Familie, den Urkern des Glaubens. Wir sollten unser Leben nach dem Vorbild Mariens ausrichten, sagte er – auf diese innige gelebte Liebe zwischen der Gottesmutter und dem göttlichen Kind. Nur so könne wahrer christlicher Glaube in der Welt fruchten und Frieden zwischen den Religionen und Völkern stiften. Als Zeichen der Solidarität und Verbundenheit im christlichen Glauben über Grenzen hinaus wurden die kroatische und die bayerische Fahne im Altarraum überkreuzt. Nach dem feierlichen Pontifikalamt sangen Jugendliche, in den schönen Trachten ihrer Heimat gekleidet, am Basilikavorplatz Lieder in kroatischer Sprache. Am Nachmittag wurde der Wallfahrtstag mit einer Andacht in der St. Anna-Basilika abgeschlossen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Ordentlich" gebetet – Pilger aus Michaelbeuern

Zum 13. Mal kam aus dem Nachbarland Österreich, genauer aus Michaelbeuern, eine 44köpfige Pilgergruppe nach zweitägiger Fußwallfahrt am Gnadenort an. Mit dabei ein prominenter Teilnehmer, der gleichzeitig "Wallfahrtsmitbegründer" ist: Abt Mag. Johannes Perkmann OSB. Herzlich wurde am Samstag, 27. Juni, die Pilgergruppe von Basilika-Mesner Br. Vinzenz Müller begrüßt – nicht verwunderlich, wurde doch auch Basilika-Bauleiter Manfred Schwaiger unter den Wallfahrtsteilnehmern gesichtet. Pilgerführer Hermann Wallmann hatte erklärt, dass das heurige Altöttinger Wallfahrtsmotto "Kommt und seht" auch die Michaelbeurer inspiriert hatte und sie es deshalb kurzerhand übernommen hatten. Insbesondere freute er sich über die zwei tüchtigen, jungen Kreuzträger, Lukas und Laurenz, die dann auch beim Pilgergottessdienst in der Gnadenkapelle ministrierten. Ein Grund zu danken war es für Abt Johannes, wie er anfangs der Eucharistiefeier betonte, "dass alle Fußpilger glücklich in Altötting angekommen sind" – und es sei wohl dem "Jahr des Ordens" zuzuschreiben, wie er schmunzelnd bemerkte, dass heuer alle so "ordentlich" zusammen gebetet hätten und schnell unterwegs gewesen seien. Dabei stellte der Abt auch die Bedeutung der Ordensgemeinschaft heraus. Diese zeige, wie Berufung gelebt werden kann. Voraussetzung für ein Leben in der Nachfolge Christi sei "den richtigen Blick" zu erhalten. Maria sei uns dazu Vorbild.

Text und Foto: Roswitha Dorfner