Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Die Zeit vor Weihnachten ist in Altötting die Zeit des Christkindlmarktes, den sich auch viele Wallfahrer nicht entgehen lassen; traditionell kommen im Advent auch drei große diözesane Pilgerzüge aus Würzburg, Freiburg und Rottenburg-Stuttgart ins "Herz Bayerns":

Lichtzeichen für Herz und Welt – Würzburger Diözesanpilgerzug

Über 500 Teilnehmer hatte der Würzburger Diözesanpilgerzug 2015 – in bewährter Weise organisiert vom Würzburger Pilgerbüro unter Leitung von Thomas Vierheilig und der geistlichen Betreuung von Dekan Werner Kirchner. Am Freitagnachmittag, 27. November trafen die Pilger am Altöttinger Bahnhof ein, um bis zum 1. Adventssonntag, 29. November, im Herzen Bayerns zu verweilen.

Die Altöttinger Delegation mit Kreuz-, Fahnen- und Lautsprecherträger, Diakon Thomas Zauner, Kapuzinerpater Br. Georg Greimel sowie Ulrike Kirnich vom Wallfahrts- und Verkehrsbüro standen "Spalier" um die Pilger aus dem Frankenland am Gnadenort Unserer Lieben Frau herzlich willkommen zu heißen. Mit dabei war auch wieder die Musikkapelle aus Straßbessenbach unter Leitung von Joachim Zobel, die nicht nur beim feierlichen Pilgereinzug über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika, sondern die drei Pilgertage in Altötting für die musikalische Umrahmung sorgte.

Neben den Gottesdiensten und Andachten am Gnadenort zählte das feierliche Rorate- und Pontifikalamt mit Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann in der St. Anna-Basilika zum Höhepunkt (im Foto der Bischof inmitten von Wallfahrtsteilnehmern). "Wachet auf" stimmten die Bläser der Musikkapelle Straßbessenbach vor der Adventskranzweihe und dem Entzünden der 1. Kerze am großen Adventskranz zum Volksgesang an. Advent bedeute das Erwarten und Kommen des Erlösers, die vier Adventssonntage vor Weihnachten bedeuteten somit eine Zeit der Vorbereitung und Besinnung, so Bischof Hofmann. Die brennende Kerze am Adventskranz sei zugleich ein Zeichen des Lichts, das wir in unsere Herzen leuchten lassen. Was Advent letztendlich ausdrücke, erläuterte Bischof Hofmann in drei Punkten: 1. das alttestamentliche Kommen Gottes in unsere Welt durch die Geburt Jesu Christi, des sichtbar gewordenen Gottes, des fleischgewordenen Wortes des Vaters; 2. das Kommen Jesu in unsere Herzen, das nur durch ein "Offensein für Gott" möglich sei; und 3. das Kommen Jesu am Ende der Zeit/Welt.

Neben einem Besuch der Altöttinger Kirchen und Sehenswürdigkeiten, des Altöttinger Christkindlmarktes, der Krippenausstellung im Kongregationssaal und dem Adventssingen der Liedertafel stand für die Würzburger auch eine besinnlich-heitere Adventsfeier am Samstagabend im "Kultur + Kongress Forum" auf dem Programm, bei der neben Bischof Hofmann auch Passaus Bischof em. Wilhelm Schraml, der seinen Ruhestand in Altötting verbringt, zugegen war. Dabei erfuhren die Würzburger von ihrem Diözesanbischof, wie ein Rheinländer (Bischof Hofmann zählt ja dazu), der in Amerika versuche, einen Christbaum zu kaufen, auf humorvolle Weise die Aufmerksamkeit (engl. attention) auf sich ziehe: "A Tännnschen please" ("ein Tännchen bitte").

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zur "Mutter der Barmherzigkeit" – Pilgergruppe der Diözese Rottenburg-Stuttgart

"Gegrüßet seist du Königin!", stimmte der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker an, als er die Pilgergruppe der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Freitagnachmittag, 4. Dezember, zusammen mit Diakon Thomas Zauner, in die Stiftspfarrkirche einbegleitet hatte, musikalisch umrahmt von der Altöttinger Musikkapelle. Sein herzlicher Willkommensgruß galt allen Wallfahrtsteilnehmern, die zusammen mit den geistlichen Betreuern Generalvikar Prälat Dr. Clemens Stroppel, Pfr. Eugen Schneider sowie Pfr. i.R. Herbert Schmucker wieder in der Adventszeit nach Altötting gekommen waren. Dabei empfahl P. Norbert besonders den Weg in die Gnadenkapelle, zur Gnadenmutter, zur "Mutter der Barmherzigkeit" in der Vorschau auf das nächstjährige Wallfahrtsmotto. Wallfahrten bedeute ja, immer wieder aufzubrechen, sich auf den Weg zu machen und nicht festgefahren zu sein – ein Glaubenszeugnis, das die Kirche gerade in unserer heutigen schwierigen Zeit mehr denn je brauche. P. Norbert wünschte allen einen gesegneten Aufenthalt und gute Erfahrungen mit dem Herrn, der Gottesmutter, dem hl. Bruder Konrad und untereinander.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Freudiges Wiedersehen – Pilger aus der Erzdiözese Freiburg

Unter der bewährten Leitung von Ehrendomherrn Dieter Holderbach erreichten am späten Montagnachmittag, 30. November, etwa 100 Pilger aus der Erzdiözese Freiburg den Gnadenort Altötting. Bis Traunstein fuhren sie mit dem Pilgerzug, die Reststrecke legten sie dann mit Bussen zurück. Unter den Klängen der Musikkapelle Altötting zogen die Wallfahrtsteilnehmer über die adventlich beleuchtete Bahnhofstraße Richtung Kapellplatz zur St. Magdalenakirche. Kapuzinerpater Norbert Schlenker, der stellvertretende Wallfahrtsrektor von Altötting, hieß die Freiburger und deren Seelsorger herzlich willkommen und empfahl, neben dem Kommen, Sehen und Bleiben am Gnadenort das Sehen mit dem Herzen, wie es uns die Gottesmutter vorgelebt habe, in den Vordergrund zu stellen. Eine schöne Zeit vom 30. November bis 4. Dezember hier miteinander zu verbringen und etwas mit nach Hause zu nehmen wünschte Ehrendomherr Holderbach. Er wünschte auch, "trotz des Unfriedens in der Welt nicht zu resignieren und uns vertrauensvoll der himmlischen Mutter und ihrem göttlichen Sohn anzuvertrauen – Christus, das Licht der Welt, das Frieden schenkt und aufleuchtet, gerade in den dunklen Tagen unseres Lebens". Ein freudiges Wiedersehen gab's für P. Norbert mit dem Ehepaar Knes aus Zell am Harmersbach, die aus P. Norberts ehemaliger Wirkungsstätte an der Wallfahrt teilgenommen hatten (1. Foto).

Text und Fotos: Roswitha Dorfner