Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Nicht mehr lange, und Kurienkardinal Walter Kasper wird am 1. Mai die Wallfahrtssaison 2015 in Altötting mit einem feierlichen Pontifikalamt in der St. Anna-Basilika einläuten. Viele Pilgergruppen kamen traditionell schon im März und April zum Gnadenort Unserer Lieben Frau – eine kleine Auswahl der Wallfahrten der letzten zwei Wochen:

Opfergabe und Segen – Pilger aus Martinsbuch-Neufahrn

"Ein herzliches Grüß Gott! Schön, dass Ihr da seid!", rief Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl den Fußpilgern aus Martinsbuch (170) und Neufahrn (130) entgegen, die am Karsamstag, 4. April gegen 11 Uhr vormittags zur Gnadenkapelle zogen. Das nasskalte Wetter ließ die "gstandenen Männer und Frauen" nicht davon abhalten, den langen Weg zur Gnadenmutter zu pilgern. Der Martinsbucher Pilgerleiter Michael Auer sprach ein altes Pilgergebet und äußerte den Wunsch: "Möge unsere Wallfahrt Opfergabe und Segen sein!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Osterboten – Wallfahrer aus Laberweinting

Nachdem die Pilgergruppe aus Laberweinting am Karsamstag die Gnadenpforte der hl. Kapelle erreicht hatte, zollte der Altöttinger Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl seinen Respekt angesichts dieser "großartigen Leistung die eine zweitägigen Fußwallfahrt mit sich bringt!" Begeistert zeigte er sich auch über das Engagement der Pilgerleiterin Marion Feldmayer – meist seien dies ja männliche Kollegen, die dieses Amt ausüben – und über die disziplinierte Pilgergruppe, die als "österliche Glaubensboten" unterwegs gewesen seien. Zum 23. Mal hatte Marion Feldmayer die Laberweintinger nach Altötting geführt, übernommen hatte sie das Amt von ihrem Vater. Der war heuer auch wieder mit dabei. Nach der Ankunft am Pilgerziel schloss die junge Pilgerleiterin ihre Tochter Hanna, die die Mama schon sehnsüchtig erwartet hatte, glücklich in die Arme (1. Bild).

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

163 km in vier Tagen – Fußpilger aus Schwandorf

Eine beachtliche Leistung: am 11. April erreichten 90 Fußpilger aus Schwandorf/St. Jakob und Umgebung nach viertägigem Fußmarsch und 163 km Wegstrecke ihr Pilgerziel im Herzen Bayerns. Schmunzeln musste der mitpilgernde Diakon und ehemalige Pilgerleiter Hans-Dieter Göring, der vom Altöttinger Wallfahrtsrektor Mandl bei der Begrüßung als vermeintlicher "Herr Pfarrer" tituliert wurde (2. Bild). Pilgerleiter Stefan Schenk war glücklich über den guten Wallfahrtsverlauf, dank der vielen ehrenamtlichen Helfer (u.a. durch die Johanniter mit Begleitfahrzeugen) und dank des idealen Pilgerwetters. Getrübt wurde die gute Stimmung lediglich im Vorfeld der Wallfahrt, mussten doch etwa zehn Anmeldungen wegen Grippeerkrankung kurzfristig abgesagt werden. Glück im Unglück hatte auch eine Herbergsmutter in Massing, wie der Pilgerleiter berichtete: sie erlitt genau in dem Zeitraum, als die Fußpilger bei ihr übernachteten, einen Schlaganfall und musste umgehend ins Krankenhaus gebracht werden. Dank der anwesenden Fußpilger und Sanitäter wurden eiligst die notwendigen Maßnahmen eingeleitet.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Dreimal die 11 – Fußwallfahrer aus Viechtach

Mit dem "Kreuzkuss" berührten sich das Altöttinger und das Viechtacher Vortragskreuz – ein schönes Zeichen des Willkommensgrußes bei der Ankunft der Fußwallfahrer. Schließlich zogen die Viechtacher am 11. April zur Pilgermesse in die St. Anna-Basilika. "Herzlich Vergelt's Gott, dass ihr euch aus der Oberpfalz und aus dem Bayerischen Wald zum 42. Mal auf den Weg gemacht habt", dankte Diakon Thomas Zauner den 207 Teilnehmern – namentlich auch Pilgerleiter Alfred Kasperbauer und dem geistlichen Begleiter P. Prince. Für ihre 25-jährige Fußwallfahrt bekamen drei Pilger einen Ehrenpilgerstab; für besondere Verdienste wurde Horst Bauer die Augustinusmedaille überreicht. Sein persönliches, besonderes "Pilgerjubiläum" konnte Xaver Bauer (6. Bild, vorne, M.) vermelden: just bei der Ankunft in Altötting am 11. April konnte er nicht nur seinen 60. Geburtstag feiern, es war heuer auch seine 11. Fußwallfahrt und so war es naheliegend, dass er in der St. Anna-Basilika zum Gottesdienst die Sitzreihe 11 aufsuchte.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Kraft, die nach oben zieht – Pilgergruppe aus Kelheim

Ab 6 Uhr früh hatte sich am 11. April eine 300-köpfige Pilgergruppe aus Kelheim von Massing aus auf den Weg gemacht zum Gnadenort. Um die Mittagszeit begrüßten die Altöttinger Kirchenglocken die Wallfahrer, die mit Pfr. Markus Meier nach dem Einzug in die Stiftspfarrkirche Pilgergottesdienst feierten. P. Norbert Schlenker würdigte die Wallfahrt als ausdrucksstarkes Glaubenszeichen. "Im Herzen Bayerns, bei der Gottesmutter, auch unserer Mutter, sind wir zu Haus", freute sich Pfr. Meier beim Pilgergottesdienst mit der festen Zusicherung, "Maria schenkt Lebenskraft, die nach oben zieht!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Betend unterwegs – Wallfahrer aus Edelhausen,

Eine Pilgergruppe aus Edelhausen, dem Schrobenhausener Spargelanbaugebiet, kam am frühen Nachmittag des 11. April nach drei Tagen Fußwallfahrt in Altötting an. Es war die vierte Wallfahrt "in Eigenregie", wie Reinhold Felber erzählte, denn eigentlich handelt es sich um eine "Absplitterung" der Waidhofener Wallfahrergruppe, die alljährlich im Oktober auf dem Programm steht. Weil es sich im Frühjahr besser pilgern lässt, entstand die neue Wallfahrt. "Drei Tage in der Natur, da gibt es viel zu beobachten, da hat man viel zu erzählen", war sich Kapuzinerpater Br. Georg Greimel bei der Begrüßung vor der Gnadenkapelle sicher. Man finde den Herrgott auf seine je eigene Weise, gerade im Gebet unterwegs. In einer Zeit, in der der Glaube immer mehr zu versiegen scheine, bräuchten wir das Gebet umso dringender, betonte er.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Im Drei-Jahres-Turnus – Wallfahrt aus Pfeffenhausen

Eigentlich hat die Altötting-Fußwallfahrt aus dem niederbayerischen Pfeffenhausen langjährige Pilgertradition. Doch erst nach längerer "Auszeit" wurde seit 1980 diese Wallfahrt wieder ins Leben gerufen. Alle drei Jahre findet sie statt; in zwei Tagen, heuer am 11. und 12. April, marschieren die Pilger etwa 90 km zum Gnadenort Unserer Lieben Frau. Die beiden anderen Jahre haben zum einen Birkhausen und eine Wallfahrt im 20 km Umkreis von Pfeffenhausen zum Ziel. Mit Dank und Bitten seien die Pilgerrucksäcke gefüllt, doch Diakon Thomas Zauner, der die Pfeffenhausener nach der Ankunft am Sonntagmittag, 12. April, zum Kongregationssaal einbegleitet hatte, versicherte, dass sowohl Dank wie auch Sorgen und Bitten bei der "Gottesmutter gut aufgehoben sind". Mit ihrem Pfarrer Günter Müller, der es sehr bedauerte, aus Zeitgründen nicht zu Fuß mitgepilgert zu sein, feierten die Pfeffenhausener dann Gottesdienst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner