Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Fuß- und Radpilger, ein emeritierter Bischof aus Beirut: im September kommen traditionell wieder mehr Pilger nach Altötting. – Impressionen einiger ausgewählter Gruppen...

Gebet um den Frieden – Emeritierter Erzbischof aus Beirut am Gnadenort

Ein großes Anliegen war es Erzbischof em. Flavien Joseph Melki, der auf Einladung von Altöttings Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl am 11. September die Abendmesse in der Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus konzelebrierte, um den Frieden in der Welt zu beten. Der emeritierte Erzbischof aus Beirut/Libanon, der der mit Rom unierten Syrisch-antiochenisch-katholischen Kirche angehört, rief die Gläubigen auf, "zu Werkzeugen des Friedens Christi" zu werden. Ausdrücklich warb er um Mut zur Versöhnung und Vergebung. Die Spirale des Hasses  im Nahen und Mittleren Osten und auch in der Ukraine breite sich immer weiter aus – mit den Folgen der Zerstörung ganzer Landstriche, der Plünderung und Zerstörung von Kirchen und der Vernichtung von Menschen. "Beten wir, dass der Friede in der Welt real wird, dass die Christen in den Krisengebieten in ihrer Heimat bleiben können!" Erzbischof Melki sprach dann das Vaterunser in Deutsch wie auch in Aramäisch, der Sprache Jesu.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Kreislauf des Lebens – Pilgerzug aus Bamberg

Mit rund 200 Teilnehmern kam am 13. September der Pilgerzug aus Bamberg nach Altötting. Br. Berthold Öhler begleitete die Wallfahrer vom Bahnhof über den Kapellplatz zur frisch renovierten St. Anna-Basilika und erinnerte in seiner Begrüßung an den Monat mit den vier Marienfeiertagen von Mitte August bis Mitte September: "Irgendwo finden auch Sie sich in diesem Kreislauf des Lebens." Er versicherte: "Die Gottesmutter wird Fürsprache halten, darauf ist Verlass." Prälat Luitger Göller, der die Pilger begleitete, zelebrierte in der Basilika sowohl die Vorabendmesse mit anschließender Lichterprozession als auch die Pilgermesse am nächsten Tag.

Text und Fotos: Michael Glaß

Zwei Tage unterwegs – Fußwallfahrer aus Teisendorf

Zwei Tage marschieren jedes Jahr die "Rupertiwinkler" Fußpilger aus Teisendorf übers Land zum Gnadenort nach Altötting. Mit schweren Holzkreuzen und einer großen Fatima-Madonna zogen die rund 300 Fußpilger am 14. September über den Kapellplatz. P. Norbert Schlenker dankte bei seiner Begrüßung in der St.-Anna-Basilika den Wallfahrern für ihr Glaubenszeugnis bei "sehr wechselhaftem Wetter". Mit Pfarrer i.R. Anton Parzinger feierten sie eine Pilgermesse.

Text und Fotos: Michael Glaß

Ehre wem Ehre gebührt – Radpilger aus Oberpfraundorf-Beratzhausen

180 km hatten die Radpilger aus Oberpfraundorf-Beratzhausen am 14. September vor dem Einzug in Altötting zurückgelegt – und das nicht gerade bei idealem Pilgerwetter. Starke Regenschauer machten ihnen zu schaffen bei der zehnten Radwallfahrt zum Gnadenort Unserer Lieben Frau. Doch wie sagte Kapuzinerpater Andreas Kaiser bei der kurzen Statio vor der Gnadenkapelle: Es gebe kein falsches Wetter, nur die falsche Kleidung. P. Andreas verwies angesichts der Strapazen, die Fuß- oder Radwallfahrer auf sich nehmen, und passend zum Fest der Kreuzerhöhung: Jeder müsse sein Kreuz "schultern". Dass aber trotz der verregneten Wallfahrt auch die gute Laune mit dabei war, zeigte sich bei einer Auszeichnung für den Dritten Bürgermeister Ludwig Scheuerer: zum dritten Mal mit dabei, wurde er mit einer besonderen "Kette" zu "Radlbürgermeister Ludwig I." gekürt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Fahne und Votivkerze – Pilger aus Landshut-Achdorf

Insgesamt 70 Wallfahrtsteilnehmer, darunter 40 Kinder aus der Pfarrei St. Margaret in Landshut-Achdorf, sind am 20. September wieder zur Gnadenmutter nach Altötting gepilgert. Was Sr. Walrika Wagner vor 22 Jahren ins Leben gerufen hatte, wurde in bewährter Weise von Irmengard Rottmann weitergeführt: Vor der Gnadenkapelle wurde in einer kindgerechten Andacht die Gottesmutter geehrt. Bei der Prozession um die Gnadenkapelle trugen die Kinder eine Fahne mit der Abbildung der hl. Margarete, eine Votivkerze, ein Breverl (mit den Anliegen) und Rosen für die Muttergottes. Kapuzinerpater Br. Berthold Oehler spendete nach der Andacht den Segen und freute sich über so viele junge Gesichter. Nach einer verdienten Brotzeit besichtigten die Kinder noch die Sehenswürdigkeiten Altöttings.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Kapellsingknaben und Mädchenkantorei ziehen um

Mit einer Prozession um die Gnadenkapelle, beginnend bei der Kreuzweganlage hinter der Musikschule, machten die Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei unter Leitung von Herbert Hager auf sich aufmerksam. Mit großen Notenschlüssel-Taferln in der Form der Gnadenkapelle, die die jeweiligen Gruppen aufzeigten (Anfängerchor, Nachwuchschor, Konzertchor, Chorleiter, Mädchenkantorei, Männerchor, Bläser und Eltern), verwiesen die jungen Sängerinnen und Sänger symbolisch auf den Umzug von der Musikschule in den neuen "Musik- und Chorraum" im Haus des Altöttinger Marienwerks. Bei einer kleinen Andacht in der St. Konradkirche brachte Marienwerks-Vorsitzender Prälat Alois Furtner seine Freude über den gelungenen Umbau der Marienwerks-Räume zum Ausdruck – dadurch haben nun auch Chor und Musiker eine "neue Heimat" gefunden. Prälat Furtners Dank galt allen Beteiligten, die mithalfen, dieses "Großprojekt Umbau" möglich zu machen, auch den großzügigen Spendern – nicht zuletzt galt sein persönlicher Dank Geschäftsführer Reinhard Ernst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Klänge aus dem Salzkammergut – Pilger aus Mondsee

Alljährlich pilgern die Mondseer aus dem Salzkammergut ins Herz Bayerns, zur Gnadenmutter von Altötting, heuer zum 17. Mal nach dreitägigem Fußmarsch. Am Samstag, 20. September wurden die Mondseer Fußpilger, allen voran Pilgerleiter Sepp Eichriedler und Kaplan Marek Nawrot, unter den schneidigen Klängen der Musikkapelle Tiefgraben vom neuen Wallfahrtsrektor, Altöttings Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, abgeholt und über den Kapellplatz zur Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus geleitet, um dort Pilgergottesdienst zu feiern. Großes Lob erhielt der 85-jährige Wallfahrtsteilnehmer Hans Wimmer, heuer zum 16. Mal mit dabei. Stadtpfarrer Mandl dankte für das große Glaubenszeugnis auf dem Weg, 87 km zu Fuß in drei Tagen, wobei 1.000 Höhenmeter zu überwinden waren. Dabei empfahl er, sich der Gottesmutter als "Knotenlöserin" anzuvertrauen. Pilgerleiter Eichriedler dankte fürs gute "Owakemma" und begrüßte auch gleichzeitig die Wallfahrtsteilnehmer aus Mattsee, die sich ab Emmerting den Mondseern angeschlossen hatten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner