Altöttinger Liebfrauenbote

Prälat Ludwig Limbrunner über seine Zeit als Administrator der Heiligen Kapelle

"Aus ganzem Herzen"

Am Sonntag, 31. August ist Prälat Ludwig Limbrunner als Stadtpfarrer in Regen installiert worden. Nach sechs Jahren im Amt als Bischöflicher Administrator der Heiligen Kapelle und Wallfahrtsrektor in Altötting kehrt der gebürtige Arnstorfer damit zurück in seine niederbayerische Heimat. Im Interview blickt er zurück auf seine Zeit im Gnadenort.

Prälat Ludwig Limbrunner im Portrait.
Prälat Ludwig Limbrunner.

Herr Prälat, was ist im Rückblick für Sie das Besondere an der Aufgabe des Administrators?
Limbrunner: Als Administrator der Hl. Kapelle war mir der Heilige Bezirk von besonderer Bedeutung – dort galt es die Pilger unterschiedslos zu begrüßen. Ich habe Wallfahrtsseelsorge als spontan, individuell und bodenständig humorvoll verstanden, ohne dabei den Glauben zu verwässern. Ich wollte immer den klassischen Dreischritt gehen: Mensch – Christ – Priester, und dann auch noch Prälat!

Woran denken Sie besonders gerne zurück?
Von besonderer Bedeutung waren mir die täglichen hl. Messen, die sonntäglich-nachmittägliche Andacht mit dem Segen der Kinder am Gnadenaltar. Wenn Väter, Mütter oder Großeltern mit ihren Kindern dort mit einem Ave den Segen mit großem Vertrauen auf die Gnadenmutter erflehten, war das sehr bewegend und zu Tränen rührend. Die Einbegleitungen sind ja immer davon getragen, dass das Vortragekreuz über die Heimat getragen Beachtung fand. Die Lichterprozessionen bleiben unvergesslich in Erinnerung und es gilt immer der Aufruf vom Hl. Papst Johann Paul II: "Lasst Eure Lampen brennen!"

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Wallfahrt in Altötting, welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?
Für die Entwicklung der Wallfahrt wird die Gewinnung von Begleitpersonen von immer größerer Bedeutung werden, die zur Wallfahrt aus Überzeugung und verantworteter Frömmigkeit heraus einladen, aus Glauben heraus dazu ermuntern, in Hingabe begleiten und somit ein ehrliches Gespür hinein in das Vertrauen zur Gottesmutter lebendig werden lassen. Gerade in der Zeit der Überforderung der Pfarrer ist dieser Dienst enorm wichtig. Gerade die Anbetungskapelle, die uns mit dem stillen Mitbeter Papst Benedikt XVI. verbindet, ist von immer größerer Bedeutung. Der Raum der Stille, der Ruhe und des Schweigens ist immer kostbarer in dieser lauten Zeit. Ich habe großen Respekt vor jenen, die sich zum täglichen und nächtlichen Anbetungsdienst namentlich einbinden lassen. Persönlich hoffe ich, dass mit P. Norbert OFMcap der jährliche Wechsel des stellvertretenden Wallfahrtsrektors zu Ende geht und er langfristig in diesem Amt dienen kann. Dieser Kapuzinerdienst ist äußerst kostbar und für die Pilger wichtig.

"An Maria kann man die Augen nicht vorbeilenken"

Welchen Stellenwert hat die Marienfrömmigkeit für Sie persönlich und für die Kirche?
Bezüglich der Marienfrömmigkeit hat Bischof Stephan Oster beim Festgottesdienst an Maria Himmelfahrt Wesentliches gesagt. Das gilt es im Liebfrauenboten lohnenswert nachzulesen. Maria ist im Gnadenaltar im Muscheltabernakel in das Geheimnis der Dreifaltigkeit eingefügt. Sie ist kostbare Perle. Jesus ist ihr Lebensinhalt, in dessen Dienst sie sich stellte. Ihr Ja für Gott ist für unseren Dienst als Priester wegweisend. Gerade das Ave spricht vom "Jetzt" und in der "Stunde unseres Todes".

Vom Administrator zum Pfarrer: Worauf freuen Sie sich am meisten und was werden Sie vielleicht vermissen?
Gerade auch als Pfarrer weiß ich mich der Fürsprache der Mutter der Kirche verbunden. Freilich werde ich viele Menschen, die mir in Altötting wohlwollend gesonnen waren, vermissen. Ich werde sicherlich auch weiterhin den Pilgerkalender vor Augen haben. Der Dienst als Pfarrer führt mich von den Jahren der Sonderseelsorge in den ordentlichen Dienst. Aus ganzem Herzen liebe ich die Weite der Pastoral, die eben von der Wiege bis zur Bahre führt.

Zu Ihrem Amtsantritt in Altötting vor sechs Jahren sagten Sie: "Ich bitte alle freundlich mir zu helfen und beizustehen, mein Herz für das Herz Bayerns schlagen zu lassen". Wird Ihr Herz auch in Regen weiter für Altötting (mit) schlagen?
In unserer (das 'unser' ist zu beachten) Frauenkapelle in unserer Pfarrkirche St. Michael zu Regen steht eine schöne Kopie Unserer Lieben Frau von Altötting. Schon allein auf diese tägliche Sicht besteht für mich eine nicht aufzukündigende Verbindung zum Herzen Bayerns. An Maria kann man die Augen nicht vorbeilenken. Gerade aus meiner Kaplanszeit hier in Regen habe ich in den Gebeten stets "Maria Königin" gegrüßt.

Herr Prälat, ein herzliches "Vergelts Gott" für Ihr segensreiches Wirken hier am Gnadenort und auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau alles Gute, Glück und Gottes Segen für Ihre neue Aufgabe!

Interview: Wolfgang Terhörst, Fotos: Roswitha Dorfner 6, Wolfgang Terhörst 1

Impressionen

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