Altöttinger Liebfrauenbote
Musikalischer Empfang im Foyer des neuen Gebäudes. Über den Bläsern hängen große Fotos lachender und spielender Kinder.
Musikalischer Empfang im Foyer des neuen Gebäudes.

Bischof Oster segnet frisch renovierten Marienwerks-Bau mit neu präsentierter Dioramenschau

"Ein guter Tag für Altötting"

"Heute ist ein guter Tag für Altötting", freute sich Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl. Der Wallfahrtsort habe nun "eine Sehenswürdigkeit mehr zu bieten", fügte Reinhard Ernst, Geschäftsführer des Altöttinger Marienwerks, hinzu. Zwei Jahre dauerten die Arbeiten, am 24. Oktober segnete nun der Passauer Bischof Stefan Oster das frisch renovierte Marienwerks-Gebäude. Nicht nur die Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei haben nun eine neue Heimat, sondern auch die Dioramenschau – ein Museum der besonderen Art.

Bischof Stefan Oster, links neben ihm Geschäftsführer Reinhard Ernst, inspiziert während der Segnung der Dioramenschau die kleinen Schaukästen.
Bischof Stefan Oster, links neben ihm Geschäftsführer Reinhard Ernst, inspiziert während der Segnung der Dioramenschau die Schaukästen.

"Bis vor kurzem habe ich nicht gewusst, was ein Diorama ist", räumte Bischof Oster ein. Er habe sich erst einmal bei Prälat Alois Furtner – Vorsitzender des Marienwerks und ehemaliger Administrator der Hl. Kapelle in Altötting – schlau machen müssen. Ähnlich wie Bischof Oster wird es heute wohl vielen gehen, denn in unserer digitalisierten Welt sind diese bis ins kleinste Detail ausgefeilten Kunstwerke eine Seltenheit. Außerdem fristete die vom Künstler Reinhold Zellner zwischen 1957-59 geschaffene Dioramenschau, ehemals im Keller des Marienwerksgebäudes untergebracht, ein Schattendasein. Das ist nun anders: Im frisch renovierten Gebäude hat diese einen zentralen und würdigen Platz erhalten. Pilger bekommen hier einen Einblick in über 500 Jahre Altöttinger Wallfahrtsgeschichte, präsentiert in 22 dreidimensionalen Schaubildern, die nicht nur durch ihre perspektivische Darstellung beeindrucken, sondern vor allem durch die hunderte kleinen sehr lebendig und ausdrucksstark gestalteten Figuren. Prälat Mandl äußerte den Wunsch, dass sich die drei Altöttinger Museen – Neue Schatzkammer, "Jerusalem Panorama - Kreuzigung Christi" und Dioramenschau – vernetzen und entsprechende Angebote für Pilger (sowie auch für Schulgruppen) machen. Nach wie vor können Pilger übrigens auch die Marienfilme sehen – der neue Filmsaal im Untergeschoss bietet Platz für maximal 60 Besucher.

Förderung der Kirchenmusik

Eröffnungsfeier im Chorsaal.
Eröffnungsfeier im Chorsaal.

Zentrales Anliegen der kurz nach dem II. Weltkrieg im Jahr 1946 von Prälat Ludwig Uttlinger gegründeten und heute rund 70.000 Mitglieder starken Gebetsgemeinschaft bleibt selbstverständlich die Förderung der Kirchenmusik. Den Festakt am 24. Oktober gestalteten die Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei unter der Leitung von Herbert Hager gewohnt anspruchsvoll. Die jungen Sängerinnen und Sänger haben nun in der Singschule (mit Chorsaal und Instrumentalabteilung) einen modernen Proberaum. Im Chorsaal im Obergeschoss fand auch die feierliche Eröffnung mit Bischof Oster statt. Der Chor, der mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, bekam viel Lob von den Festrednern: Von einem "Markenzeichen für Altötting" sprach Dritter Bürgermeister Konrad Heuwieser. Prälat Mandl wünschte sich "dass die Musik am Wallfahrtsort ihr hohes künstlerisches Niveau bewahren möge".

Nachhaltiger Bau

Geschäftsführer Reinhard Ernst.
Geschäftsführer Reinhard Ernst.

Der Umbau war "eine schwere und schwierige Arbeit", wie Prälat Furtner bereits in seiner Begrüßung festgestellt hatte und wie Reinhard Ernst näher erläuterte: Anfang der 1950er-Jahre habe es sowohl an Materialien und an Geld für einen "nachhaltigen" Bau gefehlt. Vor zwei Jahren zeigten sich dann die Folgen der damaligen Mängel: Vor allem wegen des alternden Dachstuhls attestierte das Kreisbauamt laut Ernst "Gefahr für Leben und Gesundheit", wenn das Gebäude nicht renoviert würde. Im Laufe der Renovierung habe sich schließlich herausgestellt, dass die Substanz des Gebäudes noch schlechter war wie befürchtet – das Haus habe komplett entkernt werden müssen, nur die Fassade sei stehengeblieben, erzählte Ernst. Umso mehr achtete das Marienwerk nun auf einen nachhaltigen Umbau, der lange währt. Laut Ernst habe der Umbau insgesamt Kosten in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro verursacht. Doch die Maßnahme hat sich gelohnt, Ernst sprach zurecht von einer "Aufwertung des gesamten Kapellplatz-Ensembles". Ebenso sprachen die Festredner – neben Prälat Mandl und Heuwieser auch stellvertretender Landrat Stefan Jetz – von einem rundherum gelungenen Umbau, der die Attraktivität des Kapellplatzes erhöhe. Prälat Mandl betonte ausdrücklich den Einsatz und das Engagement von Geschäftsführer Reinhard Ernst.

Bischof Oster wiederum würdigte die geistlichen Aspekte der Gemeinschaft: "Marienwerk heißt: Maria hat alles gemacht, sie ist die eigentliche Chefin im Ring!" In einer sehr persönlichen Ansprache bestärkte der Bischof die Verantwortlichen, ihre Arbeit im Dienst an der Gottesmutter fortzuführen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Michael Glaß 5, Roswitha Dorfner 2

Impressionen

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Vorsitzender des Marienwerks, Prälat Alois Furtner, bei einer Dankmesse zur Renovierung in der Gnadenkapelle.
Vorsitzender des Marienwerks, Prälat Alois Furtner, bei einer Dankmesse zur Renovierung in der Gnadenkapelle.
Eröffnung des frisch renovierten Gebäudes (v.l.): MdL Dr. Martin Huber, stellvertretender Landrat Stefan Jetz, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Vorsitzender des Altöttinger Marienwerks Prälat Alois Furtner, Bischof Stefan Oster, Bischof em. Wi
Eröffnung des frisch renovierten Gebäudes (v.l.): MdL Dr. Martin Huber, stellvertretender Landrat Stefan Jetz, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Vorsitzender des Altöttinger Marienwerks Prälat Alois Furtner, Bischof Stefan Oster, Bischof em. Wilhelm Schraml, stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker, P. Berthold Oehler, Geschäftsführer des Marienwerks Reinhard Ernst.
Bischof Stefan Oster bei der Segnung.
Bischof Stefan Oster bei der Segnung.