Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Mit Kutschen und Pferden oder 320 Kilometer zu Fuß – Mitte Mai erreichten erneut viele Pilgergruppen den Gnadenort in Altötting. Mit Wallfahrern der Diözese Eichstätt feierte Bischof Gregor Maria Hanke einen Gottesdienst. – Eindrücke von der Wallfahrt nach Altötting:

Kutschen- und Pferdewallfahrt zum "Pferdeflüsterer des Rottals"

Zehn Kutschen und zwölf Reiter umrundeten am Sonntagmittag, 18. Mai, die Gnadenkapelle. Bereits zum achten Mal fand heuer die Kutschen- und Pferdewallfahrt aus Dietersburg/Baumgarten statt. – Ein Ereignis, das nicht nur Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner freute, sondern auch zahlreiche Schaulustige auf den Altöttinger Kapellplatz lockte.

Limbrunner, der vor der Gnadenkapelle eine kleine Andacht hielt und um den Segen für "Natur, Haus und Hof" bat, erinnerte an die Heiligen Wendelin von Tholey – Patron der Hirten und Herden, Schäfer und Bauern sowie des Viehs und für eine gute Ernte und Umweltschutz –, Isidor von Madrid – u.a. Patron der Bauern, gegen Dürre sowie für Regen und gute Ernte – und Franziskus von Assisi – u.a. Patron des Umweltschutzes. Aber auch einen berühmten Heiligen aus Altötting stellte der Prälat vor: "den hl. Br. Konrad – Pferdeflüsterer des Rottals", wie er den Landwirt aus Parzham und späteren Kapuzinerbruder nannte. Dass die Verehrung des Heiligen auch tatsächlich wirkt, belegt eine Votivtafel aus dem Jahr 1943. Limbrunner verlas den Text auf der Tafel, mit der sich ein Pilger für die Heilung seines plötzlich erkrankten Viehs bedankte. Ausdrücklich stellte Limbrunner fest, dass an der Wallfahrt insbesondere auch viele Kinder und junge Leute teilnahmen – "ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht".

Pilgerleiter Ludwig Mitterbauer dankte den zahlreichen Teilnehmern und freute sich auf Nachfrage, dass auch heuer alles "wunderbar" geklappt habe. Von Eisenfelden pilgerte der "private Zusammenschluss" der Reiter - die meisten kommen aus Pfarrkirchen und Umgebung, am weitesten reisten Teilnehmer aus Straubing an - dieses Jahr nach Altötting.

Text und Fotos: Michael Glaß

Sternwallfahrt der Oberpfälzer Dekanate und der Diözese Eichstätt – Bischof Hanke: "Mit Jesus gehen"

Seit 1948 besteht nun die Wallfahrt der Oberpfälzer Dekanate zum Gnadenort Unserer Lieben Frau nach Altötting. Den Pilgern aus Neumarkt/Opf. schlossen sich auch heuer unterwegs Wallfahrer aus den Dekanaten der ganzen Diözese Eichstätt an, wie einer der geistlichen Leiter, Msgr. Richard Distler, informierte. Hintergrund der Wallfahrt sei ein Gelöbnis von Kriegsheimkehrern, erzählte er. Nach der Ankunft am 5. Ostersonntag, 18. Mai, feierten die Pilger in der St. Anna-Basilika Eucharistie. Kapellchor und -orchester unter Leitung von Max Brunner gestalteten den Gottesdienst mit der feierlichen Schubertmesse in C. "Mit Freude" begrüßte Msgr. Distler den Eichstätter Oberhirten Bischof Gregor Maria Hanke OSB als Hauptzelebranten und Prediger, sowie die Konzelebranten Weihbischof Adolf Bittschi – der gebürtige Eichstätter wirkt in der Erzdiözese Sucre (Bolivien) – Domvikar Reinhard Kürzinger (Eichstätt) und den stellvertretenden Wallfahrtsrektor von Altötting, Kapuzinerpater Norbert Schlenker.

"Ich bin der Weg, und die Wahrheit und das Leben" – das Sonntagsevangelium (Joh 14, 1-12) machte Bischof Hanke zum "Weg-Mittelpunkt" seiner Predigt. Jesu Weg sei konkurrenzlos, denn er führe zum Ziel, betonte der Bischof. Wie leicht könne man auf Abwege, Umwege und Sackgassen geraten. Und diese, so warnte der Eichstätter Oberhirte, würden unweigerlich zu einer Falle. Darum empfahl er eine neue Werteskala für unser Leben: "Auf Jesus eingehen, mit ihm gehen, sich mit ihm einlassen, und schließlich so ans Ziel gelangen – in die himmlische Herrlichkeit beim Vater." Dies sei durchaus mit der Angst verbunden, zu viel Eigenständigkeit zu verlieren. Oft setzten wir "ziellos" auf eigene Wege, Konzepte und Vorschläge. Hanke empfahl den Gläubigen die hl. Maria als Wegweiserin. An der Hand der Gottesmutter und auf dem Weg der Christusnachfolge verwandelten wir uns "in ganze Menschen – so, wie Gott uns haben will".

Bei der nachmittäglichen Maiandacht in der St. Anna-Basilika mit abschließendem Eucharistischem Segen stellte auch Msgr. Richard Distler die Bedeutung der Gottesmutter in den Vordergrund. Er stellte sie als "Knotenlöserin" vor. Alle Wallfahrtsteilnehmer erhielten ein Stück Schnur und konnten so symbolisch ihre Sorgen und Anliegen in Form eines Knotens der Gnadenmutter zu Füßen legen. "Maria helfe uns, die Knoten zu lösen", sagte Msgr. Distler.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Vorbildcharakter – 17 Fußpilger aus Frickenhausen marschierten 320 km

Unter der geistlichen Pilgerleitung von Pfarrer Franz Schmitt (Diözesan-Altenseelsorge Würzburg) sind am 14. Mai am frühen Nachmittag 17 Fußpilger aus Frickenhausen singend über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle gezogen, um bei der Gnadenmutter sogleich ein Dankgebet zu sprechen. In neun Tagen marschierten die Pilger insgesamt rund 320 km – eine respektable Leistung! Man hätte es als "Senioren-Fußwallfahrt" überschreiben können, aber da standen Männer und Frauen ab 65, denen so manche Jugendliche an Fitness nicht das Wasser reichen können. Mit Pilgerkreuz und -fahne (mit allen Namen der Fußpilger), mit Pilgerheft und unter dem Wallfahrtsmotto "Den Weg des Glaubens gehen - Alles was Odem hat, lobe den Herrn" waren sie losgezogen. Es sei die zweite Fußwallfahrt in dieser Form, berichtete Pfr. Schmitt, ein Großteil der Pilger sei bereits vor zehn Jahren mit dem Fahrrad nach Altötting gekommen. Willi Wunderlich stimmte schließlich mit der Trompete "Segne du Maria an".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Schritt für Schritt – Pilger aus Landau a.d. Isar

Rund 200 Fußpilger aus Landau/Isar erreichten am 17. Mai um 8.30 Uhr den Gnadenort in Altötting – ein Großteil der Pilger hatte sich von Geratskirchen aus auf den Weg gemacht, eine kleinere Gruppe war die ganze Nacht durchmarschiert. Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner empfing die Pilger, umrundete mit ihnen einmal die Gnadenkapelle und begleitete sie in die Stiftspfarrkirche, wo sie mit Stadtpfarrer Christian Kriegbaum eine hl. Messe feierten. Limbrunner erinnerte an die "Schritte des Lebens und des Glaubens" – "zuerst wollen wir ordentliche Menschen sein, dann gute Christen werden", sagte er und betonte, dass gerade eine Wallfahrt den christlichen Lebensweg veranschauliche. Mit Verweis auf Papst Franziskus erinnerte Limbrunner: "Maria ist die Mutter des Herrn und keine Oberpostbeamtin" - "wir schauen auf sie, weil sie uns Jesus zeigt, und wir nehmen ihren Blickwinkel ein." Sich bewusst der Muttergottes zuzuwenden riet er den Pilgern und betete mit ihnen ein "Vater unser".

Text und Fotos: Michael Glaß

Zwei verdiente Jubilare – Wallfahrt aus Berglern

Nicht vom Wetterglück gesegnet waren die 80 Fußpilger aus Berglern, die am Samstag, 17. Mai nach ihrer Ankunft am Pilgerziel gegen Mittag von Kapuzinerpater Alexander Mathadil zum Kongregationssaal geleitet und herzlich begrüßt wurden. Seit Abmarsch um 4.30 Uhr war das regnerische Wetter ständiger Begleiter bei der 111. Berglerner Fußwallfahrt. Zum 50. Mal war Vortragskreuz-Träger Sebastian Faltermaier mit dabei und zum 25. Mal führte Josef Stangl seine Berglerner zum Gnadenort Unserer Lieben Frau. Dafür wurden die beiden nach der abendlichen Lichterprozession von Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner mit Urkunden geehrt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner