Altöttinger Liebfrauenbote

Wallfahrtsauftakt in Altötting mit Kurienkardinal Müller aus Rom

"Unsere Frömmigkeit ist weiblich"

Zum offiziellen Wallfahrtsauftakt in Altötting am Festtag "Patrona Bavariae", 1. Mai, geleiteten zahlreiche geistliche wie weltliche Würdenträger – darunter als Ehrengast Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller aus Rom –, Fahnenabordnungen und Gläubige die Kopie des Gnadenbildes von der Gnadenkapelle hinunter zur Basilika St. Anna. Dort feierten alle gemeinsam eine festliche Orchestermesse zu Ehren der Gottesmutter.

Mit der Gnadenbildkopie am Altar zelebrierte Kardinal Müller den Festgottesdienst.
Mit der Gnadenbildkopie am Altar zelebrierte Kardinal Müller den Festgottesdienst.

Zu Beginn des Festgottesdienstes freute sich Bischof em. Wilhelm Schraml, dass Kurienkardinal Müller seiner Einladung aus dem vergangenen Jahr gefolgt sei und begrüßte die Gläubigen und Festgäste.

Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, freute sich, "dass ich Sie in so großer Zahl zu Beginn des Pilgerjahres in dieser so wundervoll renovierten Basilika begrüßen kann!" Die Gnadenbildkopie am Altar im Blick, forderte er die Gläubigen auf, ihr Herz zu öffnen für die Gnade Gottes, die so reich gewirkt habe in Maria: "Sie ist die Mutter unseres Glaubens und unserer Kirche".

Im Wonnemonat und Marienmonat Mai, sagte Müller später in seiner Predigt, verbinde sich ein frohes Lebensgefühl mit einem christlichen echten Heilsoptimismus. Diese hoffnungsvolle Freude freilich müsse im Glauben grundgelegt sein. Hier sei Maria für jeden Christen ein Vorbild – "in ihr erkennen wir das Urbild unseres Verhältnisses zu Gott: 'Siehe, ich bin die Magd des Herrn'". Alle treuen Diener Gottes, erklärte der Kardinal, dürften sich in Maria gesegnet sehen: "Wir sind alle geistlich aus Maria geboren". Maria lehre uns, unseren Lebensweg mit dem Lebens- und Leidensweg Jesu zu verbinden. "Sie ist auch die Schmerzensmutter, die die ganze Kirche unter das Kreuz führt, wo sie stehenbleibt und nicht flieht".

Grüße von Papst Franziskus

Kurienkardinal Müller inmitten des Festzugs, begleitet u.a. von Bischof em. Schraml, Diözesanadministrator Metzl und Bürgermeister Hofauer.
Kurienkardinal Müller (M.) inmitten des Festzugs, begleitet u.a. von Bischof em. Schraml (r.), Diözesanadministrator Metzl (l.) und Bürgermeister Hofauer (links neben Müller).

Doch gerade durch das Tragen des Kreuzes sei Maria auch zur Mutter der Barmherzigkeit geworden, so Müller – und weiter: "Unsere katholische Frömmigkeit ist eine marianische Frömmigkeit. Wir haben keine aggressive imperialistische Religion. Unsere Frömmigkeit trägt weibliche, frauliche Züge – dessen schämen wir uns nicht!" Maria, die Schutzfrau Bayerns, helfe uns zu wachsen in der Gottes- und Nächstenliebe. "Wir grüßen dich, Maria, am Beginn dieses Wonnemonats Mai und erbitten mit dir ein neues Gnadenjahr." Abschließend überbrachte Kardinal Müller die herzlichen Grüße von Papst Franziskus an die Gläubigen. "Er hat mir auch den Segen für Sie mitgegeben, um den wir nun bitten wollen".

Text: Wolfgang Terhörst, Fotos: Roswitha Dorfner