Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Höhepunkt der Wallfahrtszeit in Altötting hat begonnen: Zahlreiche Pilgergruppen kamen bereits Ende April ins Herz Bayerns und gaben schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was Altötting im Marien- und Pilgermonat Mai erwartet. – Eine kleine Auswahl der Pilgergruppen:

Dank und Ehrung – Pilger aus Laberweinting

Kurz nach der Gruppe aus Martinsbuch zogen die Fußwallfahrer aus Laberweinting über den Kapellplatz vor die "Gnadenpforte Unserer Lieben Frau". Pilgerleiterin Marion Feldmayer, die ihr Ehrenamt bereits 22 Jahre ausübt, bedankte sich bei der "Muttergottes für eine zweitägige, unfallfreie Fußwallfahrt" und ehrte im Anschluss drei Pilgerjubilare: 25 Mal dabei war Josef Koglmeier, 40 Mal Franz Kerscher - und der Kreuzl-trager Hans Pernpaintner geht bereits seit einem halben Jahrhundert jedes Jahr zu Fuß nach Altötting.  – Im Bild freut sich der fünf Monate alte Jakob, als ihn sein Papa Armin Heuberger – zum 7. Mal dabei – in die Arme schließt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

 

Glockengruß – Wallfahrer aus Schwandorf

Es sei beglückend, wenn die Glocken zum Gruße läuteten, dann sei man auch im Herzen angekommen: "Wir sind am Ziel in Altötting!" – Kapuzinerpater Heinrich Grumann sprach – gerade vom Pilgergang nach St. Wolfgang am Wolfgangsee zurück – aus Erfahrung, als er die Teilnehmer an der Schwandorfer Jugendwallfahrt – "im Herzen jung geblieben", wie Diakon Hans-Dieter Göring die meisten, dem Jugendalter entwachsenen Wallfahrtsteilnehmer, bezeichnete – am 26. April herzlich vor der Gnadenpforte Unserer Lieben Frau Willkommen hieß. Vier Tage bei idealem Wetter waren die Oberpfälzer Richtung Oberbayern unterwegs – und "alles ist gut gegangen", wie Pilgerleiter Stefan Schenk strahlend berichtete.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

In Bewegung – Pilger aus Offenstetten

Über ein "super Wetter" und eine gelungene Wallfahrt freute sich Pilgerleiter Harry Geisberger nach dem Einzug der Pilger aus der Pfarrei St. Vitus in Offenstetten am 26. April. Rund 90 Wallfahrer hatten sich heuer auf den Weg gemacht – mit dem Bus nach Massing und von dort aus zu Fuß auf die rund 30 km lange Strecke nach Altötting. In der St. Anna-Basilika begrüßte sie Kapuzinerpater Norbert Schlenker, der sie zuvor einbegleitet hatte: "Auf dem Weg zu sein hat etwas Biblisches", stellte er fest. Eine Wallfahrt bringe nicht nur "unser Christsein" zum Ausdruck, sondern sei eine "Absage an jede Form der Festgefahrenheit und Unbeweglichkeit". Pfr. Alois Hammerer, der mit den Pilgern seiner Pfarrei eine hl. Messe feierte, betonte: "Jeder hat seine Anliegen mitgebracht und diese legen wir dem gütigen Gott in die Hände und vertrauen darauf, dass die Muttergottes und der hl. Bruder Konrad für uns eintreten."
Text und Fotos: Michael Glaß

Nachtwallfahrt – Wallfahrer aus Edling

Um 23 Uhr am Freitag war Abmarsch, gegen 13 Uhr am 26. April zogen die Edlinger Fußpilger mit über 90 Teilnehmern – erschöpft aber glücklich – über den Kapellplatz zum Kongregationssaal. Bevor sie das Pilgerziel, den Gnadenort U. L. Frau ansteuerten, feierten sie in der Pallinger Kirche mit Ruhestandsgeistlichen Pfr. Karl Wuchterl Pilgergottesdienst, wie Pilgerleiter Hans Schwald berichtete. Kapuzinerpater Br. Berthold Oehler stellte den Edlinger Fußpilgern bei seinen Grußworten im Altöttinger Kongregationssaal besonders den hl. Bruder Konrad als empfehlenswerten Nachahmer heraus. "Wie Gott will" sei nicht nur das heurige Wallfahrtsmotto, dies seien Br. Konrad's letzte Worte bei seinem Sterben gewesen und auch sein Lebensmotto.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

 

Gut erkennbar – Pilger aus Malgersdorf

"Gut dass ihr ein Schild mit euch tragt, da weiß jeder unterwegs immer, wohin ihr gehört!", begrüßte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner launig die Malgersdorfer Fußpilger am Samstag, 26. April um 12.45 Uhr an ihrem Ziel in der St. Konrad-Kirche von Altötting. Limbrunner freute sich besonders über die vielen Kommunionkinder unter den Malgersdorfer Wallfahrern - von denen er freilich hoffe, dass "die Erstkommunion nicht zur Letztkommunion werde". Besonders freue er sich auf die Firmung, die er am 5. Mai quasi im Gegenbesuch in Malgersdorf spenden dürfe. Limbrunner lud die Fußpilger dann noch zu einem stillen Gebet am Schrein des hl. Br. Konrad ein, bevor er abschließend den Segen mit dem Malgersdorfer Pilgerkreuz erteilte.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

"Narrisch stolz" – Pilger aus Viechtach

Der neue Pilgerleiter Alfred Kasperbauer hatte heuer "das Kommando" über die 140 Viechtacher Fußpilger, die am 26. April nach dreitägigem Fußmarsch die Gnadenkapelle umrundeten und unter den Klängen der Stadtkapelle Viechtach zur St. Anna-Basilika zogen – voran Pfarrer Dr. Werner Konrad und Pfarrer Stefan Haimerl aus Hohengebrach, ein gebürtiger Viechtacher. An der Spitze schritt auch Pilger-Vortragskreuz-Träger Alois Hackl, der heuer mit vielen anderen Wallfahrtsjubiläum (er war zum 25. Mal dabei) feiern konnte und vor dem Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika mit einer Urkunde und Pilgerstab geehrt wurde. Dem Hackl Alois wurde aber besonderer Dank zuteil, war er es doch, der sich für die Fertigung von 600 Pilgerkreuzen verantwortlich zeichnete. Ergriffen und "ganz narrisch stolz" war Pilgerleiter Kasperbauer auf seine "disziplinierte Pilgermannschaft". Er dankte dabei allen Helfern und Helferinnen, ohne die diese dreitägige Fußwallfahrt nicht möglich wäre. Zu den Pilgerjubilaren zählte auch der ehemalige Pilgerleiter Johann Schötz: 40 Mal ist er die Strecke, 133 km, nach Altötting marschiert – insgesamt 5.320 km, ca. die Strecke nach Santiago de Compostela, wie Kaperbauer nachrechnete.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Pfarrer und Busfahrer – Wallfahrer aus Pilsting

"Ein herzliches Grüß Gott und Willkommen hier an diesem Gnadenort in der neu renovierten St. Anna-Basilika!", rief der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater und Guardian Norbert Schlenker den Pilgern aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen zu, die zum Teil zu Fuß, zum Teil mit dem Bus nach Altötting kamen. Mit einem eigenen Bus wurden die etwa 80 Ministranten von Dekan Johann Ammer persönlich nach Altötting chauffiert. Gemeinsam mit der Fußpilgergruppe, allen voran Pilgerführer Albert Pöschl, gab es dann ein prächtiges Einzugsbild über den Kapellplatz, als am frühen Sonntagmorgen, 27. April, die Altöttinger Kirchenglocken von der Ankunft der Pilgerschaft kündeten. Eine halbe Stunde früher als sonst musste die Pilgergruppe heuer einpassieren, wegen des großen Festgottesdienstes zum Oberbayerischen Schützentag. Die Motivation der Glaubens- und Pilgergemeinschaft habe den Pfarrverband heute nach Altötting geführt, mit der dankbaren Freude im Herzen über die Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. und Papst Johannes Paul II., erinnerte Dekan Ammer eingangs des Pilgergottesdienstes.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Jubiläumswallfahrt – Pilger aus Sünching

Schon von weitem hörte man Vorbeter Pfarrer Peter König aus Straubing durchs Mikrophon ein Pilgergebet sprechen – er begleitete die 154 Fußwallfahrer aus Sünching. Es war ein Gebet zur Gnadenmutter, zur "Zuflucht der Sünder, zur Trösterin der Betrübten, zum Heil der Kranken ...". Zum 140. Mal marschierten die Sünchinger heuer in zwei Tagen von Martinsbuch ins Herzen Bayerns. Dankbar knieten die Ankommenden am 27. April vor der Gnadenkapelle nieder. Kapuzinerpater Norbert Schlenker erinnerte bei der Begrüßung, dass auch der hl. Bruder Konrad heuer Jubiläum feiere. Besonders freute es Pilgerleiter Helmut Krottenthaler, dass sein Enkel Philipp (9) zu Fuß mitgepilgert war, Sophia (11) und Lukas (5) waren auf ihren Bruder sichtlich stolz (kl. Bild). Zum 17. Mal war Pilgerpfarrer König mit dabei, der im Kongregationssaal die hl. Messe zelebrierte. Besonders freute er sich, dass beim Jubiläum ein Chor von Sünching den Gottesdienst gestaltete: "So stelle ich mir Osterfreude vor!"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner