Altöttinger Liebfrauenbote

2. Altöttinger Fastenpredigt mit Dr. Klaus Metzl

"Gehen, aufbauen, bekennen"

Der Passauer Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl hat in der zweiten Altöttinger Fastenpredigt am 20. März in der Stiftspfarrkirche daran erinnert, dass alle Gläubigen dazu aufgerufen seien, die Kirche zu erneuern. Zum Leitwort der Predigtreihe, "Erneuerung der Kirche im Geist des hl. Franziskus", stellte er insbesondere den hl. Br. Konrad von Parzham als Vorbild heraus.

Dr. Klaus Metzl während seiner Predigt.
Dr. Klaus Metzl während seiner Predigt.

"Die Diener der Kirche müssen barmherzig sein", zitierte Metzl Papst Franziskus und kam sogleich auf den hl. Br. Konrad zu sprechen, der "– wie ein barmherziger Samariter – über 40 Jahre lang Tag für Tag seinen Dienst treu für die Menschen an der Pforte des St. Anna-Klosters in Altötting getan hat". Und auch wenn es schwer sei, sich ausgerechnet an einem Heiligen zu orientieren, erinnerte Metzl die Gläubigen an ihre "christliche Berufung": "Die Erneuerung der Kirche beginnt in den Herzen der Gläubigen und nicht in der Reform von Gesetzen, Strukturen und Pastoralplänen. Das hat allen voran der heilige Franz von Assisi erkannt und deswegen so radikal den Wandel in seinem Leben vollzogen – weg von einem gut bürgerlichen Dasein hin zur Nachfolge Jesu", sagte er.

"Wie können wir dem Anspruch Jesu auf eine glaubwürdige Jüngerschaft in der Welt gerecht werden", fragte Metzl nun und empfahl einen "Dreischritt", den Papst Franziskus im September letzten Jahres einer Pilgergruppe mit auf den Weg gegeben hatte: gehen, aufbauen, bekennen.

Gehen: "Bruder Konrad war kein ziellos Umherirrender. Sondern jeden Sonntag und jeden Feiertag machte er sich auf den Weg zu den Wallfahrtsorten rund um seinen Heimathof in Parzham", erinnerte Metzl. Br. Konrad "hatte erkannt: Das ganze Leben ist eine einzige Pilgerschaft, ein einziger Weg, und am Ende steht als Ziel das Haus Gottes, die himmlischen Wohnungen, die unser Herr Jesus Christus für uns vorbereitet hat."

Gottes- und Nächstenliebe

Dr. Klaus Metzl und der Gastgeber, Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl bei der Feier der Eucharistie.
Dr. Klaus Metzl (l.) und der Gastgeber, Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl bei der Feier der Eucharistie.

Aufbauen: "Bruder Konrad ging seinen Weg nicht allein, sondern in der Gemeinschaft der Kapuzinerbrüder. Dort baute er mit Liebe, Fürsorge und Erbarmen die Gemeinschaft mit auf", stellte Metzl fest. Mit Blick auf Br. Konrads praktizierte Nächstenliebe an der Klosterpforte betonte er: "Im Alltäglichen – im hier und heute – muss sich die Kirche erneuern im Geist der Liebe, der Fürsorge und in Barmherzigkeit."

Bekennen: Br. Konrads "Gehen, all sein Aufbauen in Liebe, Fürsorge und Erbarmen fußt und gründet im Bekenntnis des Glaubens an den dreifaltigen Gott", erklärte Metzl. Gerade beim Beten "fand er Ruhe und Kraft". "Die Gottes- und die Nächstenliebe waren in seinem Leben zu einer tiefen, konkurrenzlosen Einheit verschmolzen."

Metzl resümierte: "Und nur so ist auch heute eine glaubwürdige Erneuerung der Kirche möglich: Wenn wir, die wir die Kirche sind, die Gottes- und die Nächstenliebe zu einer tiefen Einheit zusammenführen, wenn wir uns aufmachen, in Bewegung setzen und gehen; wenn wir die Gemeinschaft der Kirche aufbauen in Liebe, Fürsorge und Erbarmen; und wenn wir bekennen: Christus ist der Herr, der uns den Sieg errungen hat."

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner