Altöttinger Liebfrauenbote

Anna Schäffer-Reliquie in Gnadenkapelle Altötting installiert

Große Ehre für Altötting

Große Ehre für Altötting: Am 18. Februar wurde im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Altöttinger Gnadenkapelle eine Beinreliquie der hl. Anna Schäffer am Gnadenaltar zur Verehrung aufgestellt.

Die Reliquie der hl. Anna Schäffer ist kostbar gearbeitet.
Die Reliquie der hl. Anna Schäffer ist kostbar gearbeitet.

"Wen die Muttergottes an der Hand nimmt, den lässt sie nicht mehr los!" BGR Pfarrer Johann Bauer von Mindelstetten, der als Priester am Geburtsort der vielverehrten hl. Anna Schäffer wirkt, weiß wovon er spricht: schon in jungen Jahren war er viel nach Altötting gepilgert und seine Mutter erzählte ihm viel später, dass sie "ihren Buben" der Gottesmutter geweiht hatte. Auch Anna Schäffer, so erzählte Pfarrer Bauer, habe sich bereits in jungen Jahren der Muttergottes geweiht. So war es nicht verwunderlich, dass am Dienstag, dem 18. Februar, am Geburtstag der heiligen Anna, Pfarrer Bauer einem festlichen Gottesdienst bei der Gnadenmutter von Altötting in der Heiligen Kapelle beiwohnte, zelebriert von Administrator Prälat Ludwig Limbrunner. Und es gab noch einen Grund zu jubilieren: Eine Beinreliquie der hl. Anna Schäffer, in eine kunstvoll gefertigte Monstranz eingearbeitet, soll künftig ihren Platz in einem Schaukasten mit Votivgaben, links vom Gnadenaltar, zur Verehrung Aufstellung finden.

Nah beim silbernen Bruder Konrad

BGR Pfr. Johann Bauer spendet den Einzelsegen.
BGR Pfr. Johann Bauer spendet den Einzelsegen.

Als bekannt wurde, dass auf Initiative von Frau Johanna Düker und Prälat Limbrunner eine Reliquie der Anna Schäffer in der Gnadenkapelle installiert wird, haben sich sofort Sponsoren bereiterklärt, die Kosten für das Reliquiar zu übernehmen. Anna Schäffer sei zu Lebzeiten auch der franziskanischen Gemeinschaft beigetreten, so erzählte Pfarrer Bauer, und da sie jetzt nah beim silbernen Bruder Konrad, der ja als Kapuziner auch der franziskanischen Gemeinschaft angehörte, im Oktogon der Gnadenkapelle ihren Platz fand, "da besteht kein Zweifel, dass sich die beiden Heiligen so nah bei der Gnadenmutter gut vertragen!" (Im gegenüberliegenden Votivkasten befindet sich die Blutreliquie vom sel. Papst Johannes Paul II.) Auf Bitte von Johanna Düker wurde nach dem Gottesdienst mit Reliquiensegen auch ein Einzelsegen an die anwesenden Gläubigen gespendet. Frau Düker ist es letztendlich zu verdanken, dass gerade die Behinderten und Kranken in der Altöttinger Gnadenkapelle neben der Muttergottes auch "ihrer Fürbitterin" aus Mindelstetten ganz nah sein können.

Bereits zu Lebzeiten als Heilige verehrt

Die Gnadenmutter, Br. Konrad und Anna Schäffer vereint: Prälat Ludwig Limbrunner während der Reliquieninstallation.
Die Gnadenmutter, Br. Konrad und Anna Schäffer vereint: Prälat Ludwig Limbrunner während der Reliquieninstallation.

Anna Schäffer, 1882 als Tochter eines Schreiners in Mindelstetten geboren, wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. Damit ihr sehnlichster Wunsch, Missionsschwester zu werden, in Erfüllung gehen konnte, nahm sie als Dreizehnjährige eine Stelle als Magd in Regensburg an um sich den Eintritt in eine Ordensgemeinschaft zu verdienen. Bei einem Sturz in einen kochenden Waschkessel am 4. Februar 1901 zog sich Anna schwere Verbrühungen und unheilbare Brandwunden zu. Im Mai 1902 wurde sie zur Frühinvalidin und lebte fortan in Armut. Zeit ihres Lebens war sie starken körperlichen Leiden ausgesetzt – und wurde zugleich zur Anlaufstelle zahlreicher Trost und Beistand suchender Menschen. Seit dem 4. Oktober 1910 trug sie die Wundmale Jesu. Die bereits zu Lebzeiten als Heilige verehrte Anna Schäffer verschied am 5. Oktober 1925 im Herrn. Papst Benedikt XVI. sprach sie am 21. Oktober 2012 auf dem Petersplatz in Rom heilig.

Text: jb/do/red, Fotos: Roswitha Dorfner