Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Auch heuer kamen am Pfingstwochenende bis zu 30.000 Pilger nach Altötting. Neben den beiden großen Fußwallfahrten aus Regensburg und der Legio Mariae erreichten auch etliche kleinere und mittelgroße Fußpilgergruppen das "Herz Bayerns" – eine Auswahl:

Wallfahrtstor geöffnet – Pilger aus Eichendorf

Den Auftakt zur großen Pfingstwallfahrt am Samstag, 7. Juni, machten die 160 Fußpilger aus Eichendorf unter Leitung von Franz Bichler mit ihrer Ankunft um 6.30 Uhr am Gnadenort. Zwei Tage waren sie unterwegs. "Ihr habt's quasi das große Wallfahrtstor aufgemacht", war die Feststellung von Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner, der die Eichendorfer vor der "Gnadenpforte Unserer Lieben Frau" begrüßte. Maria nehme uns an, mit all unseren "Mitbringsel", darum stimmte Limbrunner der Gottesmutter zum Gruß sogleich ein "Ave" an. Bis auf ein paar Kreislaufproblemen wegen des sehr warmen Wetters war Pilgerleiter Bichler mit dem Wallfahrtsablauf sehr zufrieden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wegweiser zum Herrn – Wallfahrt aus Riedenburg

Die Kirchenglocken waren noch nicht verstummt, schon läuteten sie am Pfingstsamstag gegen 7 Uhr morgens erneut, um von der Ankunft der nächsten Pilgergruppe zu künden: 700 Riedenburger waren nach drei Tagen Fußmarsch mit Übernachtungen in Pattendorf und Stetten angekommen. Nach dem Umrunden der Gnadenkapelle kniete Pilgerleiter Hans Schlagbauer nach alter Pilgersitte nieder, um der Gnadenmutter mit einem Gebet zu huldigen. Was für die leibliche Mutter gelte, das gelte umso mehr für die Gnadenmutter, betonte Kapuzinerpater Alexander Mathadil: "Hier fühlt man sich wohl, hier schütten wir unser Herz aus!" Im Anschluss ehrte Pilgerleiter Schlagbauer Wallfahrtsteilnehmer für 15, 20, 25, 30 und 35malige Wallfahrt nach Altötting mit einer Urkunde, darunter auch der Kreuzltrager Josef Perras (15 Mal dabei).

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit dem "guten Hirten" – Pilger aus Erding

Rund 170 Pilger aus Erding/Pfarrei St. Johannes begrüßte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner am Pfingstsamstag, 7. Juni um 7.45 Uhr in der St. Konradkirche; insbesondere begrüßte er den "schneidigen Kreuzltrager in seiner Tracht", denn: Es zeichne eine Wallfahrt aus, dass jemand mit dem "guten Hirten" am Kreuz vorangehe; dies verweise auf "den guten Hirten, der unser Leben kennt und uns im Leben begleitet". Bevor die Erdinger mit Pfr. Prälat Josef Mundigl eine hl. Messe feierten, betete Prälat Limbrunner mit den Pilgern ein "Vater unser". – Unter der Leitung von Pilgerleiterin Maria Scharlach waren die Pilger bei der 68. Erdinger Wallfahrt von Walpertskirchen nach Dorfen gegangen, ehe sie mit dem Bus weiter nach Tüßling fuhren; die restliche Strecke bewältigten sie erneut zu Fuß – seit 1 Uhr früh waren sie auf den Beinen.

Text und Fotos: Michael Glaß

Mit Danziger Goldwasser – Wallfahrt aus Freising

Am Freitag, 6. Juni gegen 22.45 Uhr begann die Wallfahrt für die Fußpilger aus der Pfarrei Freising/St. Lantpert mit Pilgerleiter Josef Zehetmaier und Mitverantwortlicher Irmi Hanrieder; 30 km marschierten sie nach Hörlkofen. Zusammen mit den Fußpilgern aus Neufahrn bei Freising, die in einer anderen Route Hörlkofen erreichten, fuhren sie weiter mit dem Zug nach Altötting, um dann kurz vor 8 Uhr gemeinsam die Gnadenkapelle zu umrunden und in der Stiftspfarrkirche Pilgergottesdienst zu feiern. Mit dabei war auch "Altpilgerführer" Xaver Brandstetter und als jüngster Fußwallfahrtsteilnehmer der zehnjährige Andreas Funke. – Wallfahrten, ein Unterwegssein mit guten Erfahrungen stellte Kapuzinerpater Br. Berthold Oehler heraus, denn in Altötting tanke man Kraft, Hoffnung und Zuversicht. Am Pfingstsonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen: "Jetzt wär's zum heimgehn Zeit, heimgehn uns niemals g'freit!" – Kapuzinerpater Bruder Andreas Kaiser zitierte einen Liedrefrain, der zum "Abschiednehmen vom Wallfahrtsort" passe. Mit dem Wunsch, dass Gottes Geist an Pfingsten auch in den Pilgern wirke, ging's dann Richtung Altöttinger Bahnhof: und hier wurde traditionsgemäß ein anderer Geist, "ein Schluck Danziger Goldwasser", angeboten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zum 101. Mal mit 72 Jahren? – Pilger aus Winzer

Besonders herausgestellt bei der Pilgerehrung wurde am 7. Juni im Rahmen der Fußwallfahrt aus Winzer ein ungewöhnlicher Wallfahrtsteilnehmer: Gerhard Dorfner ist zum 101. Mal an seinem 72. Geburtstag die 93 km Fußweg marschiert (3. Bild). Auf die verwunderte Frage, "wie das möglich sei", gaben Pilgerleiter Josef Ammerer und Altpilgerführer Hermann Geßl die Antwort: "Der Gerhard pilgert mehrmals im Jahr  zum Gnadenort Unserer Lieben Frau." Selbst Bürgermeister Jürgen Roth ließ es sich nicht nehmen, "seine Winzerer" in Altötting Willkommen zu heißen. Ein halbrundes Wallfahrtsjubiläum (zum 15. Mal) feierte dieses Jahr Kreuzträger Josef Eder - ein weiteres Mal pilgerte er aus Dank, weil er einen schweren Autounfall ohne größere Blessuren überstanden hatte. Die Familie "als Hauskirche" mit ins Gebet zu nehmen, empfahl Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner und freute sich über ein junges "Pilgergesicht": Maria Wieland war als jüngste Teilnehmerin den ganzen Weg mitmarschiert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Bei der "Braut des Hl. Geistes" – Wallfahrt aus Hallbergmoos-Goldach

Sich nicht "vom Geist und Ungeist der Welt anstecken, sondern sich vom Geist Gottes erfüllen lassen", riet Kapuzinerpater Heinrich Grumann den rund 70 Fußpilgern aus Hallbergmoos-Goldach, als er sie am 7. Juni um 9 Uhr vor der Gnadenkapelle begrüßte. An Maria, der "Braut des Hl. Geistes", könnten sich die Gläubigen orientieren. Mit Blick auf den hl. Br. Konrad und das Wallfahrtsmotto "Wie Gott will" empfahl P. Heinrich, "sich immer neu zu fragen: 'was will Gott von mir persönlich?'" – Um 1 Uhr früh hatten sich die Wallfahrer auf den Weg nach Hörlkofen gemacht, fuhren von dort mit dem Bus nach Heiligenstatt und marschierten weiter den Kreuzweg nach Altötting.

Text und Fotos: Michael Glaß

Gegenseitige Stütze – Pilger aus Metten

Nach dem knienden Gebet vor dem Heiligtum Unserer Lieben Frau stöhnten die Mettener Fußpilger, als es hieß, wieder aufzustehn. Lachend halfen sich Pilgerleiter Josef Eidenschink, Kreuzltrager Siegfried Fellinger und Standartenträger Josef Heigl wieder auf die Beine. Es war geschafft: Nach 75 marschierten Kilometern hielten die Mettener am Pfingstsamstag, 7. Juni Einzug am Pilgerziel. Seit 1939, also 75 Jahre,  besteht die Fußwallfahrt, das Versprechen eines Kriegsteilnehmers, das alljährlich eingehalten wird.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit dem Kreuz voran – Wallfahrt aus Kirchberg im Wald

"Es ist wichtig, dass in diesem Land die Kreuze nicht verschwinden", sagte Kapuzinerpater Br. Georg Greimel den Pilgern aus Kirchberg im Wald, als er sie am Pfingstsamstag, 7. Juni um 10.45 Uhr im Kongregationssaal begrüßte. Die Wallfahrer aus der rund 4.500-Seelen-Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen trugen ihren Teil dazu bei: mit einem pfingstlich geschmückten Vortragskreuz und Fahne zogen sie über das Land; in Altötting "spielten" sie die Bläser der Musikkapelle Kirchberg herein in die "gute Stube der Muttergottes". Über 140 Kirchberger waren die nahezu 110 Kilometer Wegstrecke in drei Etappen zu Fuß nach Altötting marschiert, einige schlossen sich ihnen am Ziel an und gemeinsam feierten sie mit Pfarrer Bernhard Saliter eine hl. Messe.

Text und Fotos: Michael Glaß

383 Jahre Fußwallfahrt – Pilger aus Deggendorf

Pilgerführer Manfred Bachmeier mit Pilgerstab in Händen, daneben Florian Stallinger als 2. Pilgerleiter, und Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner führten die 987 Deggendorfer Wallfahrer am Samstag, 7. Juni beim Zug um die Gnadenkapelle an. Zwei Tage Fußmarsch waren geschafft, bei sehr warmen, hochsommerlichen Temperaturen. Prälat Limbrunner dankte für das Glaubenszeugnis, auch allen Organisatoren sowie Ehrenpilgerführer Richard Stallinger für den Erhalt der langjährigen Pilgertradition, mittlerweile die 383. Fußwallfahrt. Ohne die Muttergottes wäre Altötting nur "ein kleiner, nichtssagender Winkel" und ohne die Pilger wär der Gnadenort nicht lebendig, so Limbrunner. Den Segen spendete der Wallfahrtsrektor mit dem Pilgerkreuz. Mit ihrem Pfarrer Franz Pfeffer feierten die Deggendorfer Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Hin und zurück – Wallfahrt aus Scheyern-Euernbach

Auch die sommerlichen, schweißtreibenden Temperaturen ließen die Fußpilger aus Scheyern-Euernbach, die am Pfingstsamstag am Gnadenort Einzug hielten, nicht abschrecken, den doppelten Pilgerweg (hin und zurück) auf Schusters Rappen zu marschieren. "Muttergottes, wir rufen zu dir", stimmte Pater Alfons im Kongregationssaal an. Nach Pilgergottesdienst und Teilnahme an der stimmungsvollen Lichterprozession, bei der Albert Raischl für 45malige Teilnahme mit einer Urkunde aus den Händen von Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner ausgezeichnet wurde, machten sich die Wallfahrer am Pfingstsonntag, gegen 10 Uhr auch wieder zu Fuß auf den Rückweg.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Starkes Zeichen – Wallfahrer aus dem Pfarrverband Eichenried/Moosinning/Eicherloh

Für ein "sehr starkes Zeichen" dankte der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker am Pfingstsamstag, 7. Juni um 11.15 Uhr den über 200 Wallfahrern aus dem Pfarrverband Eichenried/Moosinning/Eicherloh. Mit den Grüssauer Marienrufen zogen sie in die St. Magdalenakirche. Zu Fuß waren sie von Eichenried nach Hörlkofen marschiert, mit dem Zug ging es nach Tüßling und dann wieder zu Fuß bis ans Ziel. Einige legten die gesamte Strecke zu Fuß zurück. Gemeinsam mit den Regensburgern und anderen Pilgergruppen nahmen sie an der Vorabendmesse in der Basilika und der Lichterprozession teil, am nächsten Tag in der Früh besuchten sie eine hl. Messe in der Stiftskirche.

Text und Fotos: Michael Glaß

Abschied – Pilger aus Lalling

"Gegrüßet seist du Maria, der Herr ist mit dir ..." – schon von weitem ist lautstark das altehrwürdige Gebet der Lallinger Fußpilger mit Pilgerleiter Peter Weinmann zu hören. Bernhard Süß marschiert mit der "Kelle" voran und sorgt für "Pilgervorfahrt". Das Begrüßungs- und Mittagsläuten der Altöttinger Kirchenglocken am Pfingstsamstag vermischt sich beim Einzug der "Ankommenden" mit den Pilgerrufen. "Unter jedem Pilgerdach ist ein 'Ach'" und dies sei wohl mitunter der Grund zu wallfahrten, um dabei die Anliegen gebündelt zu Füßen der Gnadenmutter niederzulegen", resümierte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner und bedauerte, dass er heuer zum letzten Mal die Lallinger Fußpilger begrüßen könne. Auf seinen Wechsel in das Amt des Stadtpfarrers von Regen zum 1. September hinweisend, bemerkte Limbrunner augenzwinkernd, er werde dann wohl nicht mehr so häufig Wallfahrtslieder anstimmen, sondern eher "Mia san vom Woid dahoam!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Jung und engagiert – Pilger aus Furth bei Landshut

43 Pilger aus Furth bei Landshut erreichten nach 90 km Fußmarsch in zwei Tagen am Pfingstsamstag, 7. Juni um 13.15 Uhr den Gnadenort. Das Besondere der kleinen Gruppe: die jungen Teilnehmer. "Unser Jüngster ist erst ein dreivierteltes Jahr alt", erzählte Bruno Aschenbrenner, der die Wallfahrt gemeinsam mit seiner Frau und Pilgerleiterin Anna organisiert. Insgesamt waren zehn der Pilger unter 18. Mit dabei waren u.a. die beiden Töchter der Aschenbrenners, die bereits seit Kindertagen an der Wallfahrt teilnehmen und nun ihrerseits ihre insgesamt vier Kinder mitnahmen. Bruno Aschenbrenner selbst organisiert nicht nur Wallfahrten, sondern setzt sich auch als "Tempelritter" im "Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani" für soziale Projekte ein. Kapuzinerbruder Ernst-Konrad Mackenbrock begrüßte die junge und engagierte Pilgertruppe im Kongregationssaal und betete mit ihnen ein "Vater unser".

Text und Fotos: Michael Glaß

Im Schweiße des Angesichts – Wallfahrt aus Straubing

Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, dankte den 850 Straubinger Pilgern für das Glaubenszeugnis – frühmorgens am Pfingstsonntag endete die 134. Fußwallfahrt Straubings nach Altötting. "Im Schweiße des Angesichts" zum Gnadenort zu pilgern, dies sei " echtes Pilgern", lobte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner. "Erst wenn es in der neu renovierten St. Anna-Basilika nach Schweiß riecht, dann passt's", sagte er. Und der Zelebrant und Prediger beim anschließenden Pilgergottesdienst, Pfarrer i.R. BGR Paul Urlberger aus Regensburg, fügte hinzu: "Wenn jeder Schweißtropfen der Fußwallfahrer für den Heiligen Geist steht, dann habt's viel Heiligen Geist mitgebracht!" In einem Rückblick auf den Katholikentag in Regensburg verweisend, empfahl der Prediger "mit dem Herzen weiterhin Brücken zueinander auf Gott hin zu bauen". Besonderer Dank von Pilgerführer Sepp Drescher galt den Bläserfreunden Rain für die musikalische Gottesdienstgestaltung sowie dem Malteser Hilfsdienst für die Pilgerbetreuung unterwegs.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit jungem "Pfarrer-Christus" – Pilger aus Oberhausen

Die "Hitzeschlacht gewonnen" hatten die 200 Fußpilger aus Oberhausen mit dem Erreichen des Pilgerziels, den Gnadenort Unserer Lieben Frau am Pfingstmontag, 13 Uhr, nach 60 km Fußmarsch. Uralt ist die Oberhauser Fußwallfahrt: sie geht auf ein Pestgelübde aus dem Jahr 1713 zurück, wie Wallfahrtsleiter und Organisator Anton Schachtner berichtete. "Ihr habt's ja einen jungen 'Pfarrer-Christus' dabei", bemerkte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner schmunzelnd mit Verweis auf die Haarpracht des jungen mitpilgernden Priesters Marius Francescu. "Draußen bei den Wallfahrtsgeschäften biegen sich die Kerzen bei dem heißen Wetter, tut's fest trinken, damit keiner umfällt", forderte der Wallfahrtsrektor sichtlich besorgt und war froh, dass alle gut angekommen waren. Christus als guter Hirte, würde im Zeichen des Vortragskreuzes nicht nur sichtbar voran getragen, sondern er sei in Sorge um die Seinen auch unsichtbar "mitten unter ihnen".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Maria begrüßt – Wallfahrt aus Neumarkt

Mit dem Lied "Gegrüßet seist du, Maria" begrüßten am Pfingstmontag, 9. Juni um 8.15 Uhr die rund 500 Fußwallfahrer aus der Pfarrei St. Vitus in Neumarkt St. Veit die Gottesmutter, nachdem sie über den Kapellplatz in die St. Anna-Basilika eingezogen waren. Viele waren um 2 Uhr morgens aufgebrochen, andere Fußpilger schlossen sich um 4 und 5 Uhr früh auf den Weg nach Altötting an. Kapuzinerpater Ludwig Wörle dankte den Pilgern für ihr Glaubenszeugnis und legte ihnen das Wallfahrtsmotto "Wie Gott will" ans Herz. Mit Pfr. Franz Eisenmann feierten die Pilger eine hl. Messe in der Basilika.

Text und Fotos: Michael Glaß

Mit der sechsten Gabe – Pilger aus Burghausen

"Der wahre Pilger ist besonders begabt mit der sechsten Gabe des Hl. Geistes: mit der Frömmigkeit", erinnerte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner, als er am Pfingstmontag, 9. Juni um 8.45 Uhr die über 100 Pilger aus den Burghauser Pfarreien St. Jakob und St. Konrad im Kongregationssaal begrüßte. Mit geschmücktem Vortragskreuz hatten die Wallfahrer aus der schönen Salzachstadt mit der längsten Burg Europas die Gnadenkapelle umrundet. Prälat Limbrunner stellte fest: "Das Zeichen, das euch vorangeht ist Christus, der Herr und der gute Hirte - der Weg, die Wahrheit und das Leben." Zur Bedeutung der Marienfrömmigkeit erklärte er: "Wer Maria ehr, wird Christus finden." Mit Kaplan Jörg Fleischer feierten die Pilger eine hl. Messe im Kongregationssaal.

Text und Fotos: Michael Glaß

Im Herzen barfuß gehen – Wallfahrt aus Pförring-Pfaffenhofen

Sie hatten zweieinhalb Tage Fußmarsch bei sengender Hitze hinter sich, als die Wallfahrer aus Pförring und Pfaffenhofen am Pfingstmontag mittags in Altötting eintrafen – und selten hat man wohl solch erschöpfte Pilger gesehen. Selbst während des Gottesdienstes in der schattigen Kirche – wie immer in St. Josef, Altötting Süd - forderten die Strapazen ihren Tribut, die Rot-Kreuz-Helfer mussten einige Wallfahrer hinausbegleiten. Doch als "Papstpilot" und Co-Pilgerführer Martin Ott mit seiner Band nach der Begrüßung durch Pilgerpfarrer Thomas Vogl das Lied "Singt Gott, jubelt ihm" anstimmte, mischte sich in die müden Gesichter Erleichterung und Glück – und alle klatschten begeistert mit.

"Oben ohne", sagte Pfr. Vogl später zur allgemeinen Erheiterung in seiner Predigt, "das wäre die letzten beiden Tage schlecht gewesen". "Ganz oben", fügte er hinzu und meinte selbstverständlich Gottes Beistand – aber im Wortsinne auch die notwendigen Kopfbedeckungen. "Unten ohne", das sei für eine Wallfahrt von Haus aus schlecht, blieb Vogl mit Verweis auf gutes Schuhwerk im Bild. Dennoch habe sich in jüngster Zeit ein neuer Trend breit gemacht: das Barfußwandern. Die Menschen wollten wieder mit "dem Leben" in Verbindung sein – "das ist uns ein wenig abhanden gekommen".

Auch die Pilger gingen barfuß, so Vogl, wenn auch nicht im Wortsinne, sondern im Herzen: "Das habt ihr auf dieser Wallfahrt alle wieder getan, um mit eurem Leben, vor allem aber mit dem Lebendigen schlechthin, mit Jesus Christus in Kontakt zu sein!" Auch bei der Gottesdienstfeier "gehen wir im Herzen barfuß", ergänzte Vogl – und weiter: "Für die Wallfahrt im wörtlichen Sinne würde ich es weiter nicht empfehlen." Und "oben", schloss er seine Predigt, könne ohnehin nie etwas passieren, "weil ER immer da ist und uns behütet."

Zum Schlusslied "Sing mit uns ein Halleluja" hatten die Pförringer und Pfaffenhofener dann wieder genug Kraft, um mitzuklatschen – selbst die großen "Legio Mariae-Fahnen" wurden nochmals geschwenkt. Anschließend gab es wie jedes Jahr ein geselliges Beisammensein bei Brotzeit und Getränken im Pfarrhof von St. Josef. "Wir freuen uns jedes Jahr wenn wir wissen, dass ihr kommt", hatte Josef Wagner die Pilger bereits eingangs des Gottesdienstes herzlich willkommen geheißen. Es ist eine gute Gemeinschaft gewachsen und beide Seiten bekräftigten im kommenden Jahr an gleicher Stelle wieder zusammenzukommen.

Text: Wolfgang Terhörst, Fotos: Roswitha Dorfner 4, Wolfgang Terhörst 2

Einzug der Wallfahrer.
Einzug der Wallfahrer.
Einzug der Wallfahrer.
Beim Einzug an der Gnadenkapelle vorüber...
...und beim Gottesdienst (bei den Fürbitten) in St. Josef war den Pilgern die "Hitzeschlacht" der vergangenen Tage anzusehen.
Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer und Frau Geli überraschten "Papstpilot" Martin Ott und Ehefrau Anne (2.v.r., r.) mit einem Buch.