Altöttinger Liebfrauenbote

Rund 1.700 Fußpilger aus der Oberpfalz in Altötting

Auf Mariens Straße

Zum 329. Mal erreichte heuer der Pilgerzug der Oberpfälzer Fußwallfahrt den Gnadenort in Altötting, rund 1.700 Pilger hatten sich auf den Weg gemacht, teils waren sie bis zu 180 km marschiert. In der St. Anna-Basilika zelebrierte Pfarrer Hans Zeltsperger eine hl. Messe.

Der kleine Hannes (siehe Text) wartet auf dem Arm seines Papas auf den Einzug der Pilger.
Der kleine Hannes (siehe Text) wartet auf dem Arm seines Papas auf den Einzug der Pilger.

Am 3. Juni, mitten auf dem Kapellplatz, wartete der kleine Hannes im Arm vom Papa neben vielen anderen "Pilger-Abholern". Um 10 Uhr, als die Altöttinger Kirchenglocken zu läuten begannen, zeigte er freudig und aufgeregt mit dem Finger Richtung Neuöttinger Straße, wo der Pilgerzug der Oberpfälzer Fußwallfahrt den Kapellplatz erreichte – denn die Mama war heuer wieder mit dabei, "angesteckt" vom Virus "Fußpilgern". Nicht verwunderlich, bereits Hannes' Opa, Georg Höllriegl war lange Zeit Pilgerführer von der Daßwanger Gruppe. Unter den Klängen der Altöttinger Musikkapelle formierte sich der rund 1.700 Teilnehmer zählende Pilgerstrom, angeführt von der Gruppe aus Hemau, gefolgt von Beilngries, Günching und Daßwang in Richtung St. Anna-Basilika: Da war nach viertägigem Fußmarsch bei idealen Witterungsbedingungen und trotz der langen Wegstrecke (150-180 km, je nach Gruppe) und Strapazen die Wiedersehensfreude mit den Angehörigen groß.

Beeindruckend waren die vielen mitgetragenen, teils mit Blumen geschmückten Kreuze, die symbolisch auf so manches Lebenskreuz verweisen. Als "Brückenbauer Christi auf einer Marienstraße nach Altötting" begrüßte Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner dann die Pilger. Auch Kapuzinerpater Norbert Schlenker als stellvertretender Wallfahrtsrektor wünschte gute Begegnungen am Gnadenort Unserer Lieben Frau.

"Du bist nicht allein"

Einzug der Pilger über den Kapellplatz – ein Mann trägt ein großes, geschmücktes Holzkreuz über der Schulter.
Einzug der Pilger über den Kapellplatz.

Beim anschließenden Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika stellte Hauptzelebrant und Prediger Pfarrer Hans Zeltsperger in seinen Einleitungsworten die hl. Wandlung von Brot und Wein als Höhepunkt und Mittelpunkt einer hl. Messe dar. Damit sich eine Wandlung in unserem Leben vollziehe, müssten wir auch unsere Sorgen und Nöte, unsere Ratlosigkeit mit auf den Altar legen, alles, jedes "Packerl" oder Rucksack, was wir mit nach Altötting gebracht hätten. Auf die Besonderheit des Wallfahrens eingehend sei natürlich das Ziel ausschlaggebend: "Die Muttergottes zieht an, wie ein Magnet!" Als "Rüstzeug des Lebens"empfahl Pfr. Zeltsperger den Zuhörern einen Rucksack gefüllt mit Werten und Tugenden wie Nächstenliebe. Nicht Geld und Besitz machten das Leben aus. "Ohne Wertevermittlung", warnte der Pilger-Pfarrer, "werden wir einmal von unseren Kindern mit dem geschenkten Auto ins Altersheim gefahren und dort abgestellt." Der Prediger betonte "Wir brauchen Gott – als wichtigste Stütze im Rucksack des Lebens - denn: "Du bist nicht allein – Er begleitet uns und führt uns sicher ans Ziel."

Nach der Abendmesse und Marienandacht in der Stiftspfarrkirche mit abschließender Lichterprozession wurden noch die Pilger-Jubilare vor der Gnadenkapelle geehrt. Und die Oberpfälzer Fußpilger hatten für die Kapuziner eine freudige Überraschung parat: die Pilgerführer, allen voran Georg Schön, überreichten einen Scheck in Höhe von 4.000 € als Spende für die Basilika-Renovierung. – Übrigens: Die ganz "Hartgesottenen" marschieren den weiten Weg in Richtung Oberpfälzer Heimat ab Donnerstag, 5. Juni auch wieder zurück.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

(Zum Vergrößern ein Bild anklicken)

Einzug der Wallfahrer...
Gottesdienst in der Basilika mit Pfr. Hans Zeltsperger.
Eucharistiefeier.
Scheckübergabe für die Renovierung der St. Anna-Basilika.
Nach den Strapazen des langen Marsches erholten sich viele Pilger auf dem Kapellplatz...
Die Musikkapelle Altötting spielte während der Lichterprozession.
Lichterprozession am Abend.
Helfer vom Roten Kreuz.