Altöttinger Liebfrauenbote

7. Sternwallfahrt der katholisch Deutschen aus Russland und anderer GUS-Staaten

Den verlorenen Seelen gedient

Ganz im Zeichen der erhofften Seligsprechung für den Priester Ladislaus Bukowinski stand am Samstag, 12. Juli die 7. Sternwallfahrt der katholischen Deutschen aus Russland und anderer GUS-Staaten, zu der die Seelsorgestelle Bonn mit Visitator Msgr. Dr. Alexander Hoffmann auch heuer wieder nach Altötting eingeladen hatte.

Russlanddeutsche Pilger vor der Basilika, in der Mitte Bischof Werth.
Russlanddeutsche Pilger vor der Basilika, in der Mitte Bischof Werth.

Aus ganz Bayern begrüßte der Visitator die Wallfahrtsteilnehmer nach dem festlichen Einzug mit Fahnenabordnungen zum Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika. Voran wurde das Bild ihres vielverehrten Priesters Ladislaus Bukowinski getragen und vor dem Volksaltar aufgestellt. Im Auftrag des Passauer Bischofs Stefan Oster begrüßte Msgr. Klaus Hoheisel, Vertriebenenseelsorger der Diözese Passau, die russlanddeutschen Pilger mit dem Ausruf Jesu vom Evangelium der Samstag-Liturgie: "Fürchtet Euch nicht...!" Die Worte Jesu gäben den Heimatvertriebenen Kraft, Trost und Hoffnung in gläubigem Vertrauen, immer "Heimat bei Gott" zu finden, egal, wo wir auf der Welt wohnten.

Den weitesten Weg ins Herz Bayerns zurückgelegt hatte der Hauptzelebrant und Festprediger Bischof Joseph Werth aus Nowosibirsk/Kasachstan (2005-2011 Vorsitzender der Russischen Bischofskonferenz und seit 19. Februar 2014 von Papst Franziskus als ordentliches Mitglied in die Kongregation für die orientalischen Kirchen berufen). In seiner Predigt gab er seine Freude zum Ausdruck, gemeinsam mit seinen Landsleuten Gott zu loben und zu preisen. Bischof Werth verwies aber auch auf die gefährliche Situation in Russland und der Ukraine und forderte: "Vergesst uns nicht!". Die Pilger rief er auf zum Gebet: "Gott möge allen beistehen, dass der Friede bewahrt bleibt."

In der Kirche Christi verehrten wir verschiedene Kategorien von Heiligen, so der Hauptzelebrant weiter: die hl. Märtyrer, die in christlichem Glauben ihr Blut vergossen hätten oder die christlichen "Bekenner", die ihres Glaubens wegen auf grausamste Art und Weise verfolgt wurden. Bischof Werth zitierte aus dem Matthäus-Evangelium: "Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen."

Vorbildhafter "Bekenner"

Bischof Joseph Werth bei der Predigt.
Bischof Joseph Werth bei der Predigt.

Als vorbildhaften "Bekenner" christlichen Glaubens sei der Priester Ladislaus Bukowinski hervorzuheben, sagte der Bischof und berichtete aus dessen Leben: 1904 in Berdyczów geboren, siedelte seine Familie 1920 nach Polen um. Nach Jura- und Theologiestudium in Krakau wurde er 1931 zum Priester geweiht. Trotz Kriegswirren setzte er ab 1939 mutig sein seelsorgliches Wirken in den Ostpolnischen Gebieten fort und wurde 1941 vom NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten der UdSSR) inhaftiert. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis half er Flüchtlingen und Gefangenen. Von 1945-1954 war er selbst Gefangener in sowjetischen Gefängnissen und Arbeitslagern. Dort besuchte er nach erschöpfender, mehrstündiger Arbeit Kranke im Gefängniskrankenhaus, ermutigte Mithäftlinge im Glauben und in der Hoffnung, spendete Sakramente und führte Exerzitien in verschiedenen Sprachen durch. 1954 nach Karaganda verbannt, leistete er geheime, seelsorgerische Arbeit und unternahm Missionsreisen u.a. nach Alma-Ata, Tadschikistan und Aktiubinsk. Nach dreijähriger Haftstrafe in Karaganda setzte er seine seelsorgerische Arbeit fort und starb am 3. Dezember 1974. Sein Seligsprechungsprozess begann am 19. Juni 2006 in Krakau.

Auch Papst Johannes Paul II. sei ein großer Verehrer P. Bukowinskis gewesen, so der Prediger; er habe gesagt: "Ich danke dem lieben Gott, dass ich ihn kennenlernen und mich an seinem Zeugnis erbauen konnte."

Text: Roswitha Dorfner / red, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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