Altöttinger Liebfrauenbote

Zum Tode von Pater Kosmas Wührer, einer großen Kapuzinerpersönlichkeit

"Du hast es gut gemacht"

Vor drei Jahren konnte er noch sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern, nun ist Kapuzinerpater Kosmas Wührer im gesegneten Alter von 89 Jahren im Frieden des Herrn verstorben. Die Gemeinschaft der Kapuziner, die Marianische Männerkongregation Altötting, der Altöttinger Liebfrauenbote und zahlreiche Menschen, denen er im Laufe seines Lebens als Seelsorger Orientierung gab, haben P. Kosmas viel zu verdanken.

P. Kosmas Wührer.
P. Kosmas Wührer.

"Vergelt´s Gott, Pater Kosmas – du hast es gut gemacht in deinem Leben" – mit diesen Worten dankte P. Felix Kraus seinem Mitbruder am Ende seiner Predigt anlässlich des 60-jährigen Priesterjubiläums 2011. Ähnlich formulierte es Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl in seiner Laudatio bei der Feier der MC am Tag zuvor: "Er hat das Bestmögliche gemacht aus seinem Leben, seinen Talenten und aus seiner Berufung – Pater Kosmas, in dir war Gottes Gnade wirksam. Möge dir Gott noch viele gute Jahre schenken." Man hätte kaum mit besseren Worten das Leben und die Berufung von P. Kosmas zusammenfassen und würdigen können.

Viele Jahre waren ihm dann auf Erden zwar nicht mehr gegeben, aber er wusste sich auch in seinen letzten Lebensjahren in Krankheit und Gebrechlichkeit liebevoll umsorgt und getragen – von seinen Mitbrüdern, von den Mitarbeitern des Seniorenhauses St. Grignion, vor allem aber durch seinen langjährigen Freund und Wegbegleiter Sepp Boulanger. Kein Tag verging, an dem dieser nicht nach P. Kosmas gesehen hätte, ihn unterhalten, ihn mit dem Rollstuhl zu Spaziergängen und Veranstaltungen gefahren hätte.

Kraftvoller Prediger

Liebevoll wurde P. Kosmas im Alter umsorgt, besonders von seinem Freund Sepp Boulanger.
Liebevoll wurde P. Kosmas im Alter umsorgt, besonders von seinem Freund Sepp Boulanger (r.).

P. Kosmas wirkte viele Jahre in Altötting und ist den Bürgern der Wallfahrtsstadt vor allem als kraftvoller Prediger in Erinnerung – Predigten voller "sprühendem Geist, Energie und Humor", wie der ehemalige MC-Präfekt Maximilian Posch es ausdrückte: "Sie gingen in die Tiefe und sagten was gesagt werden musste."

Zum 60-jährigen Priesterjubiläum hatte auch Bürgermeister Herbert Hofauer dem Jubilar den "Dank und die öffentliche Anerkennung" im Namen der Stadt überbracht. Dass P. Kosmas, "ein Urgestein Altöttings", nicht nur predigen konnte, sondern auch als Seelsorger geschätzt war, "der die Leute ansprach", sagte der stellvertretende Landrat Stefan Jetz beim selben Anlass – er dankte nicht nur im Namen des Landkreises, sondern auch im Namen der St. Wolfgang-Pilger, die P. Kosmas oft begleitet hatte.

Vor allem aber sind die Marianische Männerkongregation Altötting (MC) und der Altöttinger Liebfrauenbote ihrem langjährigen Präses und Herausgeber zu großem Dank verpflichtet. P. Kosmas war von 1958 bis 1960 Vizepräses und 1960/61 erstmals Präses der MC. Anschließend stellte er sich in den Dienst der Diözese Passau als Leiter der Volksmission und bei den Kapuzinern in Bayern als deren Provinzial. 1979 wurde P. Kosmas erneut MC-Präses – und blieb es über 20 Jahre lang, bis 2002.

Begnadeter Priester und hochbegabter Künstler

Mit Papst Benedikt XVI. traf P. Kosmas bei dessen Besuch in Altötting 2006 zusammen – für
Mit Papst Benedikt XVI. traf P. Kosmas bei dessen Besuch in Altötting 2006 zusammen – für

In dieser Zeit wirkte er auch als geistlicher Beirat wie Herausgeber des Altöttinger Liebfrauenboten und sorgte sich mit großer Geistes- und Tatkraft um das Wohl dieser katholischen Sonntagszeitung. Über 40 Jahre lang schrieb P. Kosmas für den Liebfrauenboten geistliche Leitartikel zum Sonntagsevangelium, die von zahlreichen Lesern sehr geschätzt wurden.

Laudator Prälat Mandl würdigte P. Kosmas anlässlich seines 60-jährigen Priesterjubiläums 2011 als "Priester mit Rückgrat und Prinzipientreue", als "begnadeter Priester des Wortes" und als "tragende Säule im Kapuzinerorden, der MC und in Altötting". Darüber hinaus sei P. Kosmas auch "ein künstlerisch hochbegabter Mann, der an der Orgel und am Klavier daheim ist und der den Zeichenstift ebenso meisterhaft beherrscht wie das Schnitzmesser". Er sei authentisch, bodenständig, sehr kontaktfreudig und humorvoll.

P. Kosmas' Art auf Menschen zuzugehen stellte damals auch P. Felix in seiner Predigt heraus: "Bei Jesus zählt der Mensch zuerst", stellte er in Anlehnung an das Tagesevangelium (Joh 4, 5-42) fest und betonte: "Auch du bist 60 Jahre lang auf die Menschen zugegangen und eingegangen auf ihre Sorgen und Nöte." Bis ins hohe Alter hinein habe P. Kosmas seinen Dienst im Beichtstuhl geleistet – "solange bis es nicht mehr ging", erinnerte P. Felix. Er stellte seinen Mitbruder als sehr belesenen und wissensdurstigen Mann vor: "Aber du hast dich nicht auf die Medienwelt allein verlassen, sondern auf die Hl. Schrift, auf die Lehre der Kirche und auf eine gesunde Theologie."

Am Samstag, 12. Juli ist mit P. Kosmas ein großer Geist und ein großartiger Mensch heimgegangen in Gottes Herrlichkeit. Vergelt's Gott, P. Kosmas!

Text: W. Terhörst / M. Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner 5, Archiv 1

P. Kosmas Wührer – Lebensdaten

  • geboren 3. Februar 1925 in Burghausen als Franz Xaver Wührer (Namenstag Ordensname Kosmas: 26. September)
  • 1945 nach Kriegsheimkehr Eintritt ins Kapuziner-Noviziat
  • 1946 Ordensprofess
  • 1951 Priesterweihe
  • 1958-1960 Vizepräses der Marianischen Männerkongregation (MC)
  • 1960 Guardian von St. Magdalena, Altötting
  • 1960-1962 MC-Präses
  • 1961 Berufung nach Passau
  • 1970 Guardian von St. Konrad, Altötting
  • 1973 Wahl zum Provinzial der Bayerischen Kapuziner (München)
  • seit 1979 wieder in Altötting
  • 1979-2002 MC-Präses und geistlicher Beirat des Liebfrauenboten
  • 2010  65-jähriges Professjubiläum
  • 2011  60-jähriges Priesterjubiläum
  • Samstag, 12. Juli, heimgegangen zu Gott

P. Kosmas war MC-Ehrenpräses, Träger des Goldenen Ehrenrings der Stadt Altötting, des Bundesverdienstkreuzes und des Bayerischen Verdienstordens.

Impressionen von der Beerdigung

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Am Donnerstag, 17. Juli, haben zahlreiche Gläubige mit einem feierlichen Requiem in der St. Basilika St. Anna Abschied genommen von Kapuzinerpater Kosmas Wührer – darunter viele Sodalen der Marianischen Männerkongregation mit ihren Fahnenabordnungen,
Am Donnerstag, 17. Juli, haben zahlreiche Gläubige mit einem feierlichen Requiem in der St. Basilika St. Anna Abschied genommen von Kapuzinerpater Kosmas Wührer – darunter viele Sodalen der Marianischen Männerkongregation mit ihren Fahnenabordnungen, deren langjähriger Präses er war. Kapuzinerprovinzial P. Marinus Parzinger, Domkapitular Gerhard Auer, MC-Präses P. Georg Greimel, MC-Präfekt Stefan Burghart und Bürgermeister Herbert Hofauer würdigten den Verstorbenen, der anschließend auf dem Kapuzinerfriedhof an der Basilika zur ewigen Ruhe gebettet wurde.