Altöttinger Liebfrauenbote

Sudetendeutsche Wallfahrt nach Altötting

Heimat im Glauben

Den Auftakt der landsmannschaftlichen Wallfahrten nach Altötting machten am Sonntag, 6. Juli die Sudetendeutschen. Eingeladen hatte die Ackermann-Gemeinde der Diözesanstelle Passau unbd deren Vorsitzende Ilse Estermaier unter dem Leitwort "Heimat im Glauben". Weihbischof em. Dr. Franz Dietl aus der Erzdiözese München-Freising zelebrierte den Gottesdienst.

Weihbischof em. Dr. Franz Dietl mit Pilgern und Dr. Bernd Posselt vor der Basilika.
Weihbischof em. Dr. Franz Dietl (l.) mit Pilgern und Dr. Bernd Posselt (M.) vor der Basilika.

Estermaier begrüßte die vielen Sudetendeutschen Landsleute "aus der alten Heimat" zum Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika. Zu einem großen Teil kamen die Gläubigen in den schönen Trachten des Braunauer Ländchens. Als Konzelebranten nahmen der Vertriebenenseelsorger Msgr. Klaus Hoheisel sowie Msgr. Karl Wuchterl, Vorsitzender des Sudetendeutschen Priesterwerks teil; Msgr. Johann Tasler, Vorsitzender und Geistl. Beirat der Ackermanngemeinde München-Freising, fungierte heuer als Kantor und Lektor. Wie jedes Jahr kam auch Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, nach Altötting. Weihbischof em. Dr. Franz Dietl stellte Estermaier als "Dialog"-Teilnehmer bei der bayerisch-tschechischen Bischofskonferenz in Prag vor. Der Weihbischof dankte den uahlreichen Pilgern und bezeichnete Altötting als Zentrum der Pilgergemeinschaft: Bei Maria, unserer Mutter, könnten alle Kraft holen für den Alltag und für die Aufgaben des Lebens.

"Das ewig Weibliche zieht uns hinan"

Weihbischof em. Dr. Franz Dietl bei der Predigt.
Weihbischof em. Dr. Franz Dietl bei der Predigt.

Die Mutterschaft Mariens stellte Weihbischof e. Dietl dann auch in den Mittelpunkt seiner Predigt: Maria habe eine gesellschaftspolitische Bedeutung im Heilsplan Gottes, die junge Frau aus Nazareth wurde auserwählt, Gottes Sohn zu empfangen und auf die Welt zu bringen und es sei schier unbegreiflich, warum dies durch "die Erniedrigung der Menschwerdung" als Erlösung der Menschheit geschehen musste. Darüber sei viel spekuliert worden. Doch in erster Linie gehe es dabei um die Bedeutung der "Mutterschaft" sowohl für die Kirche, als auch für die Gesellschaft insgesamt.

Frauen, so der Weihbischof, hätten den Männern viel voraus: sie seien anmutiger, leichtfertiger, einfühlsamer und treffsicherer, Dinge des Lebens einzuordnen, gleichsam empfänglicher für alles Schöne, Heilige, Religiöse im Leben. In Goethe's "Faust" sei dies treffsicher ausgedrückt: "Das ewig Weibliche zieht uns hinan." Liebende Hingabe und Leidensfähigkeit habe auch die Gottesmutter Maria ausgezeichnet. Maria sei den Weg Jesu von Anfang bis Ende mitgegangen, habe dabei viel Freude, Verständnis, aber auch Zweifel, Ärger und Schmerz erlebt. Das Wichtigste dabei: Sie war immer in Liebe und Sorge in der Nähe ihres Sohnes, bis unter dem Kreuz. Und genau unter dem Kreuz habe Jesus Maria uns zur Mutter gegeben, dass sie für uns da sei in den Sorgen und Nöten hilft.

Am Vorbild der Gottesmutter Maria sollten wir das "hinanziehende Weibliche" entdecken, schätzen und lieben lernen, die fraulichen Vorzüge in Würde zu entfalten, und dabei allen voran die Mutterschaft und Mutterrolle in den Mittelpunkt stellen. Weihbischof Dietl betonte die Bedeutung der Mütter für unser Leben. Die Kirche, als Mutterkirche, mit Maria als liebendes Urbild und Vorbild, sei zukunftsweisende Voraussetzung für ein liebevolles und friedfertiges gemeinschaftliches Leben.

Der Nachmittag der Sudetendeutschen Wallfahrt mit Marienfeier und Totengedenken wurde mit einer feierlichen Prozession zur Gnadenkapelle abgeschlossen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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