Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Herz-Jesu-Familie, Pro Sancta Ecclesia, Fuß-, Bus- und Radpilger – auch Mitte/Ende Juni kamen zahlreiche Pilgergruppen nach Altötting – eine kleine Auswahl mit Impressionen...

33 Mal dabei – Fußpilger aus Zeilarn

Nach vier Stunden Fußmarsch erreichten die 50 Fußpilger aus Zeilarn am Morgen des 21. Juni das Wallfahrtsziel. Herzlich begrüßt von Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner und verstärkt durch Bus-Wallfahrtsteilnehmer aus Zeilarn, darunter auch Pfr. Gottfried Hinterberger, zogen sie dann gemeinsam zur St. Konradkirche, um dort Statio zu halten. Zum 33. Mal war heuer Franz Gartmeier dabei und übergab Prälat Limbrunner das Vortragskreuz zum Pilgersegen. Im Zeichen des Kreuzes begleite uns Christus nicht nur auf unserem Pilgerweg, sondern err sei als guter Hirt' ständiger Wegbegleiter im Leben, versicherte Limbrunner.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Herz-Jesu-Verehrung – Wallfahrt der Herz-Jesu-Familie

In Treue und Hingabe und Liebe zum Herrn habe Anna Schäffer stets das hl. Herz Jesu verehrt, aber auch viel den Rosenkranz zur Ehre der Gottesmutter gebetet, betonte Pfr. Johannes Bäumle. Zum Wallfahrts- und Gebetstag der Herz-Jesu-Familie in der Diözese Passau am Samstag, 21. Juni, wurde eigens die große Anna-Schäffer-Beinreliquie von Mindelstetten nach Altötting gebracht. Sie wurde nicht nur während des Gebetstags mit Rosenkranz, Gottesdienst, Aussetzung des Allerheiligsten und Andacht  zur Verehrung vor dem Volksaltar in der St. Anna-Basilika, sondern die ganze Woche über am Gnadenaltar Unserer Lieben Frau in der hl. Kapelle aufgestellt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Birkenkränzchen – Radpilger aus Straubing/Ittling

Die Mesnerin in Wald bei Winhöring, Frau Julie Winkler, wartet jedes Jahr auf "ihre Radpilger aus Straubing/Ittling", die am Tag nach Fronleichnam auf ihrem Pilgerweg nach Altötting bei ihr Station machen, denn da hat sie ein besonderes Geschenk parat: aus den Birken des Fronleichnamsaltars bastelt sie für jeden Radpilger Kränzchen, damit der Segen Gottes die Straubinger auf ihren Weg nach Altötting begleiten möge, erzählte Theo Huber. 113 km legen die Radpilger in zwei Tagen zurück. Heuer war es die 10. Jubiläumswallfahrt und wahrscheinlich auch die letzte, wie der mitradelnde Pfarrer Erhard Schmidt bei der Ankunft am 21. Juni nachmittags auf dem Kapellplatz mit einem lachenden und einem weinenden Auge erklärte. Die Teilnehmer würden immer weniger – dieses Jahr waren es "nur 17", wie er bedauernd feststellte, dafür werde jedoch das "Teilnehmeralter" immer höher.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Vorbild des hl. Aloysius – Pro Sancta Ecclesia-Wallfahrt

Etwa 500 Teilnehmer fanden sich am späten Samstagnachmittag, 21. Juni am Kapellplatz ein zur mittlerweile traditionsreichen Pro Sancta Ecclesia-Wallfahrt. In einer feierlichen Prozession zogen die vielen Geistlichen mit Erzbischof Wolfgang Haas, Vaduz/Liechtenstein, Vertretern des Mercedarier-Ordens,  einer Gruppe Pfadfinder, Fußpilgern und vielen Gläubigen aus ganz Bayern und dem benachbarten Österreich zur St. Anna-Basilika, um an der hl. Messe nach überliefertem Ritus, gestaltet vom Bundessingekreis der katholischen Pfadfinder, teilzunehmen. Festprediger Haas verwies auf das vorbildhafte Leben des Tagesheiligen und Schutzpatrons der Jugend, des hl. Aloysius, der im jungen Alter von erst 23 Jahren, von der Pest hinweggerafft, in die Herrlichkeit Gottes eingegangen sei.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Über Umwege ans Ziel – Fußpilger aus Mühldorf/Inn

Eigentlich kam die traditionsreiche Fußwallfahrt aus Mühldorf am Inn immer am Dreifaltigkeitssonntag an den Gnadenort – "doch, weil's da meist geregnet hat, wurde der Termin kurzerhand auf später verschoben", resümierte Stadtpfarrer Roland Haimerl schmunzelnd. Der wahre Grund waren terminliche Überschneidungen, wie er dann auf Nachfrage bestätigte. So haben sich die 180 Wallfahrtsteilnehmer zwei Wochen später, am Samstagmorgen, 28. Juni um 4.15 Uhr "auf den Weg bzw. 'Umweg' zur Gnadenmutter und zum hl. Bruder Konrad aufgemacht". Denn heuer galt es gleich zweimal die gewohnte Route zu ändern: einmal war die verengte Bahnüberführung bei der Wiesmühle kurz vor Altötting zu umgehen und zum zweiten die Baustelle an der Mühldorfer Straße. Aber auch Umwege führen ans Ziel und so nahm der stellvertretende Wallfahrtsrektor P. Nobert Schlenker gegen 7.45 Uhr die Mühldorfer in Empfang und geleitete sie über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. Sich im Glauben auf den Weg machen, einem Pilgerziel entgegen, sei starkes Zeichen des Christseins, dankte P. Norbert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Heuer zu Fuß – Wallfahrt aus Tacherting

Eigentlich kommen die Tachertinger, die am Samstagmorgen, 28. Juni den Kapellplatz erreichten und zu einem Gruppenbild vor dem Marienbrunnen posierten, immer mit dem Radl nach Altötting. Doch heuer hatten sich die Wallfahrer "umentschieden" und marschierten zu Fuß dem Pilgerziel entgegen. Müde, aber glücklich – weil's zu Fuß doch anstrengender war als erwartet – machten sie sich dann auf nach St. Konrad, um dort an einer Pilgermesse teilzunehmen.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Alte Pilgertradition – Buswallfahrt aus Rothenstadt/St. Marien

Mit zwei Bussen und etwa 100 Personen aus der Pfarrei Rothenstadt/St. Marien bei Weiden in der Oberpfalz hat Pfarrer Heribert Engelhard "eine Wallfahrt organisiert", traditionsmäßig immer am letzten Samstag im Juni, heuer am 28. Seine Betonung lag auf  "Wallfahrt", denn es wurden auf der Fahrt zwei bis drei Rosenkränze gebetet, zum Leidwesen der teilnehmenden Kinder, wie er schmunzelnd erzählte. Aber auch die Jugend hatte die Herfahrt zum Gnadenort "gut" überstanden und so wurde nach der Ankunft, nach Umrunden der Gnadenkapelle kurz Statio gehalten. Kapuzinerpater Rigobert Buchschachner freute sich über "junge Gesichter" unter den Pilgern und verwies an der Gnadenpforte "auf die Mutter Maria, die Euch anspricht!" Dann wurde zur Ehre der Gottesmutter "Gegrüßet seist du Königin" angestimmt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Verschiedene Nationen, gleicher Glaube – Nationalwallfahrt der Kroaten aus ganz Bayern

Keine Glaubensbarrieren, nur verschiedene Sprachen unterschieden die bayerischen von den kroatischen Katholiken, betonte Bischof Mate Uzinic, der eigens aus Dubrovnik, Kroatiens "Perle der Adria" bzw. dem "Kroatisches Athen" zum Gnadenort Unserer Lieben Frau gekommen war. Hier feierte er am Sonntag, 29. Juni in der St. Anna-Basilika mit seinen in ganz Bayern lebenden kroatischen Landsleuten in der Landessprache einen Festgottesdienst. Trotz schlechtem Wetter wollten sich viele Kroaten die "41. Nationalwallfahrt" nicht entgehen lassen und waren mit ihren Familien – darunter viele Kinder – teils in Trachten ihrer Heimat, angereist. Der Einladung der Organisatoren, darunter Pfr. Josip Antonac, Regensburg, waren sie gerne gefolgt. Auch die Gottesmutter Maria, ob in Altötting, Medjugorje oder sonstigen Gnadenorten tue ihr Übriges, um die Katholiken in aller Welt, unter allen Nationen in ihrem Glauben zu festigen und zu einen, versicherte Bischof Uzinic.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner