Altöttinger Liebfrauenbote

Einkehrtage der Marianischen Männerkongregation: "Die christliche Familie heute"

"Fundament der Gesellschaft"

Die Ergebnisse der "Päpstlichen Umfrage" werden gerade ausgewertet, im Oktober treffen sich die Bischöfe der Welt zu einer Synode, kurzum: das Thema Familie ist gerade hochaktuell. Dies war Anlass für die Marianische Männerkongregation Altötting (MC) sich mit dem Thema "Die christliche Familie heute" auseinanderzusetzen. MC-Präses Kapuzinerpater Br. Georg Greimel stellte in seinem Vortrag am 18. Januar an einem von insgesamt vier geplanten Einkehrtagen in Altötting u.a. das nachsynodale Apostolische Schreiben "Familiaris consortio – Über die Aufgaben der christlichen Familie in der Welt" von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1981 vor.

"In einer Zeit der zwei Päpste darf die MC auch zwei Sekretäre haben." – Michael Reiser (links) stellte sich den Sodalen der Marianischen Männerkongregation (MC) als neuer Sekretär vor; derzeit arbeitet er noch mit Reinhold Hammer zusammen, der im F
"In einer Zeit der zwei Päpste darf die MC auch zwei Sekretäre haben." – Michael Reiser (links) stellte sich den Sodalen der Marianischen Männerkongregation (MC) als neuer Sekretär vor; derzeit arbeitet er noch mit Reinhold Hammer zusammen, der im Februar seinen Dienst nach über 15 Jahren übergeben wird. Gemeinsam organisierten die beiden Sekretäre auch den zweiten von insgesamt vier Einkehrtagen, bei dem MC-Präses Kapuzinerpater Br. Georg Greimel (rechts) am 18. Januar vor 129 Teilnehmern referierte.

Br. Georg nahm die Sodalen mit auf eine "kleine Reise" durch die Geschichte des christlichen Familienbegriffs bis hin zur Gegenwart, durch Altes und Neues Testament – "Jesus entwickelte kein neues Ehe- und Familienmodell, sondern ein neues Ethos - die Ehe gilt als Abbild der Liebe zwischen Jesus und der Kirche", erklärte er. Mit Blick auf den Völkerapostel Paulus sprach er von "gegenseitiger Unterordnung und geschwisterlicher Liebe". Br. Georg betonte die Bedeutung der Familie als kleine Teil-, bzw. Hauskirche in der Kirche als "pilgerndes Volk Gottes", so wie sie im II. Vaticanum definiert wird. Er referierte über "Ehe- und Familienspiritualität" und warnte zugleich vor überzogenen Erwartungen. Denn so wertvoll die Familie auch ist, sie will gehegt und gepflegt werden: "Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt", zitierte er aus dem 2. Korintherbrief (2 Kor 4,7).

Mit Blick auf das Apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. stellte er schließlich die Ehe und die Familie als "Fundament der Gesellschaft" heraus. Sie sei "die erste Schule für soziale Tugenden", sie vermittle "Werte" und sie garantiere "gegenseitige Hilfe unter den Generationen". Über die "Teilnahme der Familie an Leben und Sendung der Kirche" stellte Br. Georg die "Liebe als Wesenskern des Sendung" heraus und erinnerte an einen "dreifachen Auftrag": als "glaubende und verkündende Gemeinschaft", als "Gemeinschaft im Gespräch mit Gott (Gebet)" und als "Gemeinschaft im Dienst am Menschen".

"Die Familie ist der Ort, wo man lernt zu lieben"

Teilnehmer am Einkehrtag.
Teilnehmer am Einkehrtag.

Die "Kirche im Kleinen" müsse sichtbar sein, mahnte Br. Georg. Insbesondere betonte er die Bedeutung der christlichen Erziehung: "Wehrt euch nicht gegen Fragen der Kinder – jede Frage ist eine Chance", sagte er. Stets solle die Freude und die Hoffnung der "Frohen Botschaft" im Zentrum stehen, andererseits habe Papst Johannes Paul II. auch dazu aufgerufen, sich auch in gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen einzumischen und sich gegen "schwierige"gesellschaftliche Entwicklungen zu wehren. Beim zweiten Punkt ("Gespräch mit Gott") erinnerte er nicht nur an die Bedeutung von Gebet – "Papst Johannes Paul II. hat vor allem den Rosenkranz empfohlen" – und der Feier der Eucharistie, sondern auch an das Sakrament der Buße: "Die Beichte könnte viele Ehen retten", sagte er.

Br. Georg schloss seinen Vortrag mit Zitaten von Papst Franziskus, u.a. mit einem vom Oktober 2013: "Die Familie ist der Ort, wo man lernt zu lieben; sie ist der natürliche Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Sie besteht aus Gesichtern, aus Menschen, die lieben, miteinander reden, füreinander Opfer bringen und das Leben verteidigen, vor allem das schwächere Leben. Man könnte ohne Übertreibung sagen, dass die Familie der Motor der Welt und der Geschichte ist."

Text und Fotos: red