Altöttinger Liebfrauenbote

Dreifach-Ausstellung in Aachen

Karl der Große – Macht, Kunst, Schätze

Am 28. Januar 814 starb Karl der Große in Aachen. Sein Leben und Wirken stehen – 1.200 Jahre danach – im Mittelpunkt von drei Aachener Sonderausstellungen unter dem Titel "Karl der Große. Macht Kunst Schätze". Sie finden im Karlsjahr 2014 an ausgewählten Orten der Aachener Pfalz statt, der am besten erhaltenen karolin­gischen Palastanlage in Europa.

In der ehemaligen Königshalle, dem heutigen Rathaus, lernt der Besucher die Aachener Pfalz als Ort der Macht kennen. Die Domschatzkammer zeigt nicht nur die wichtigsten Pretiosen ihres Kirchenschatzes. Kurator Georg Minkenberg holt für die Präsentation auch erstmals verlorengegangene Stücke aus aller Welt zurück. Und im neuen Centre Charlemagne, das im Januar 2014 seine Pforten öffnet, wird der Besucher die wichtigsten Kunstwerke der Hofschule Karls des Großen bestaunen können. Neben eigenen Sammlungsbeständen werden zahlreiche bedeutende Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen die Ausstellungen bereichern. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Er wird die  Ausstellungen am 19. Juni 2014 eröffnen.

Orte der Macht

Das sog. Ulfberth-Schwert aus der Zeit Karls des Großen stellt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg zur Verfügung.
Das sog. Ulfberth-Schwert aus der Zeit Karls des Großen stellt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg zur Verfügung.

Im Krönungssaal des Rathauses, der ehemaligen Königshalle, wird es eine kulturhistorische Präsentation geben. Hier stehen die Pfalzen Karls des Großen im Mittelpunkt. Die Ausstellung "Orte der Macht" lädt den Besucher ein, das höfische Leben der Karolingerzeit zu erkunden und zu erleben. Sie zeigt den von Pfalz zu Pfalz reisenden König und Heerführer und skizziert anhand von archäologischen und kunsthistorischen Zeugnissen die Grundlagen seiner Herrschaft. Sie verdeutlicht, was Macht in der Karolingerzeit bedeutet, und skizziert die Grenzen zum Mythos Karls des Großen, der aus Aachen bis heute einen europäischen Erinnerungsort ersten Ranges macht. Beispielsweise wird hier heute der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um die Einheit Europas verliehen.

Karls Kunst

Auch eine kostbare Fibel (Gewandnadel) aus Dorestadt in den heutigen Niederlanden ist zu sehen (Rijksmuseum Leiden).
Auch eine kostbare Fibel (Gewandnadel) aus Dorestadt in den heutigen Niederlanden ist zu sehen (Rijksmuseum Leiden).

Im Centre Charlemagne, einem neuen Ausstellungshaus im Kernbereich der Pfalz, wird die kulturelle Blüte der Karolingerzeit anhand hochkarätigster Kunstwerke sichtbar. Die Schau "Karls Kunst", die 30 erlesene Exponate aus aller Welt präsentiert, richtet ihren Fokus auf die Kunstgeschichte der Karolingerzeit, insbesondere aber auf Spitzenstücke der "Aachener Hofschule" Karls des Großen. Die Inszenierung setzt auf die Wirkung jedes einzelnen Werkes, verknüpft sie jedoch mit ausgewählten Referenzobjekten vorausgegangener Epochen und anderer zeitgenössischer Stile. Die Ausstellung wird über ganz Europa verstreute, außerordentlich kostbare Handschriften, Elfenbeinschnitzereien und Goldschmiedearbeiten der Aachener Werkstätten wieder am Ort ihrer Entstehung vereinen.

Verlorene Schätze

Der Proserpina-Sarkophag, in dem der Kaiser 814 wahrscheinlich beigesetzt wurde (Domkapitel Aachen).
Der Proserpina-Sarkophag, in dem der Kaiser 814 wahrscheinlich beigesetzt wurde (Domkapitel Aachen).

Die bedeutendsten Exponate der Aachener Domschatzkammer – gleich neben der karolingischen Marienkirche – gehen zum Teil auf die Zeit Karls des Großen zurück. Dazu gehört etwa der antike Proserpina-Sarkophag, in dem Karl am 28. Januar 814 wahrscheinlich beigesetzt wurde. Für die Ausstellung "Verlorene Schätze" ist es gelungen, Kostbarkeiten des Kirchenschatzes der Karolingerzeit und des Mittelalters, die im Laufe der Jahrhunderte verlorengingen, noch einmal an ihren ursprünglichen Platz zurückzuholen. Die Auswahl der sakralen Kunstwerke deckt einen Zeitraum bis ins späte Mittelalter ab, findet ihren Ankerpunkt aber in der Karolingerzeit, sogar mit Stücken, die aus dem Grab Kaiser Karls stammen sollen.

Text: red, Fotos: Stadt Aachen

 

Kontakt und Information

  • Aachen Tourist Info e.v., Tourist Info Elisenbrunnen, Friedrich-Wilhelm-Platz, 52062 Aachen, Tel. 0241 18029-60 oder -61, Fax 0241 18029-69, E-Mail: tour@aachen-tourist.de, Internet: www.aachen-tourist.de.
  • Ausstellungsbüro Kulturbetrieb der Stadt Aachen, Mozartstr. 2-10, 52058 Aachen, Tel. 0241 432-4902, Fax 0241 432-4999, E-Mail: info@karldergrosse2014.de, Internet-Adresse: www.aachen.de/kultur.