Altöttinger Liebfrauenbote

MC-Jahresschluss mit Dankamt in der Stiftspfarrkirche an Silvester 2013 – zwei Neuaufnahmen

"Wir dürfen nicht müde werden"

Präses Kapuzinerpater Georg Greimel zelebrierte an Silvester 2013 zusammen mit Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und Vizepräses Pater Ludwig Wörle die traditionelle Dankmesse der Marianischen Männerkongregation Altötting (MC) in der Stiftspfarrkirche. Im Anschluss an die Predigt nahmen Präses Br. Georg und Präfekt Stefan Burghart mit Stephan Antwerpen und Markus Huber die letzten Neumitglieder für das vergangene Jahr in die Kongregation auf. Rückblickend freute sich der MC-Präses über ein reges Kongregationsleben – besonders dankte er für die großherzige Unterstützung und Spendenbereitschaft bei der Renovierung der Basilika.

Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche. (Vorne von links) P. Ludwig Wörle, P. Georg Greimel und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl.
Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche. (Vorne von links) P. Ludwig Wörle, P. Georg Greimel und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl.

In seinen Predigtworten verwies Br. Georg auf das Johannes-Evangelium (Joh 1,1-18): "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden. ... Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." Erst durch die Menschwerdung Gottes bekomme unser Menschsein eine neue Qualität, so Br. Georg.

Mit Blick auf das Jahr 2013 sagte Br. Georg, der Rücktritt Papst Benedikts und die Wahl eines Papstes aus Lateinamerika hätten viele überrascht. Papst Franziskus habe nicht nur einen besonderen Namen gewählt, er gehe auch Wege, die seine Kritik glaubwürdig erscheinen lassen: "Er legt die Finger in die Wunden der Gesellschaft und Kirche." Der MC-Präses griff auch "die von Medien aufgeschaukelte" Affäre um den Limburger Bischof auf und stellte fest: "Ein schwarzes Schaf ist für viele ein willkommenes Feigenblatt geworden, der Kirche endgültig den Rücken zuzukehren!" Was die Massenmedien weit weniger interessiere sei die weltweit stark zunehmende Christenverfolgung, besonders in muslimischen Ländern.

Im Jahr des Glaubens, so der Prediger, sei auch auf eine Reihe von Jubiläen und herausragenden Ereignissen hinzuweisen: da stehe an erster Stelle das 50-jährige Jubiläum des II. Vatikanischen Konzils, vom sel. Papst Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 eröffnet. Die Heiligsprechung 2014 des "Konzilspapstes" und des sel. Papstes Johannes Paul II. trage deren großer historischer und geistlicher Bedeutung Rechnung.

Basilika: Großherzige Spendenbereitschaft

Präses Br. Georg Greimel und Präfekt Stefan Burghart nahmen als MC-Sodalen neu auf: Stephan Antwerpen und Markus Huber.
Präses Br. Georg Greimel (l.) und Präfekt Stefan Burghart (2.v.l.) nahmen als MC-Sodalen neu auf: Stephan Antwerpen (r.) und Markus Huber (2.v.r.). In der Mitte der scheidende MC-Sekretär Reinhold Hammer.

Dass "die Kirche aufgefrischt" werden müsse, hätten Kapuziner und MC in der Generalsanierung der St. Anna-Basilika erlebt. Nach der Planung mit der Musterachse 2011 und der Außenrenovierung 2012 sei ein großer Teil der dritten Bauphase mit der Innenrenovierung im Jahr 2013 geschehen und ein vorläufiges Ende der Arbeiten in gut drei Monaten in Sicht. Dabei dankte der MC-Präses besonders der Altöttinger Kongregation und den vielen Pfarrkongregationen für die großherzige, engagierte Unterstützung und Spendenbereitschaft.

Rückblickend freute sich der MC-Präses über ein reges Kongregationsleben und die bewährt gute Zusammenarbeit in der AG der Präsides und Präfekten in Bayern, im Vorstand und Konsult, mit den engagierten Obmännern u.a. über die Obmännertage. Auch statistische Zahlen durften nicht fehlen: Den 248 verstorbenen und 40 ausgetretenen Sodalen stünden der Beitritt von 169 Männern (140 kirchlich) in die Kongregation entgegen, das bedeute ein Minus von 144 Sodalen. Von den 438 Jubelsodalen des Jahres 2013 kamen 197 zur Feier in den Kongregationssaal. Unter den verstorbenen Sodalen des vergangenen Jahres waren die beiden "100-Jährigen": Stefan Steiner am 6. Juni und Konrad Eschetshuber (101-jährig am 27. November). Zu den freudigen Ereignissen hätten auch eine Reihe von Jubiläen, Fahnenweihen und eine Primiz gezählt.

450-Jahr-Feier als Höhepunkt

Br. Georg und Stefan Burghart stecken den Neusodalen die Nadeln für MC-Mitglieder an.
Br. Georg und Stefan Burghart stecken den Neusodalen die Nadeln für MC-Mitglieder an.

Die Kongregation habe sich auch in ganz aktuelle gesellschaftspolitische Themen eingemischt: durch kräftige Unterstützung der ersten europaweiten Unterschriftenaktion "One of us" (gegen Förderung von manipulativen Eingriffen und damit Zerstörung menschlichen Lebens) sowie durch ein Thesenpapier zum verfassungsrechtlichen Schutz der Familie.

Als ein großes, freudiges Ereignis stellte Bruder Georg die 450-Jahr-Feier der MC am 19. Oktober vergangenen Jahres in München an der Mariensäule am Marienplatz und in St. Michael mit Kardinal Reinhard Marx und 2.000 Sodalen mit gut 170 Fahnen in besonderer Weise heraus. Daraus positiv gestärkt und motiviert schloss er: "Eine Gemeinschaft, die so alt ist, wird auch die nächsten 50 und 100 Jahre bestehen. Wir dürfen also nicht müde werden, neue Mitglieder zu werben, um die Zukunft der MC zu sichern. Die Begleitung der jungen Sodalen bleibt unsere besondere und gemeinsame Herausforderung."

Dankende Worte fand der MC-Präses nach der Neuaufnahme von Stephan Antwerpen und Markus Huber am Ende des Gottesdienstes auch für den Altöttinger Liebfrauenboten und dessen Dienst an der Wallfahrt sowie besonders für MC-Sekretär Reinhold Hammer, der in drei Monaten seinen über 15-jährigen Dienst beenden wird. Gedankt wurde auch den Mooshamer Sängern für die stimmungsvolle musikalische Gestaltung des Gottesdienstes am Jahresende.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner