Altöttinger Liebfrauenbote

Guadalupe – Das neue Musical der Emmanuel School of Mission (ESM) geht auf Tour

Wenn der Himmel eingreift

Am Samstag, dem 22. Februar, findet um 15 Uhr bei freiem Eintritt (Spenden werden erbeten) im Kultur- und Kongressforum Altötting die Premiere des neuen Musicals der Emmanuel School of Mission (ESM) statt. Unter dem Titel "Guadalupe. Wenn der Himmel eingreift." erzählen die ESM-Studenten mit einer Mischung aus Theater, Tanz und Musik die Geschichte von Guadalupe (Mexiko), wo 1531 die Muttergottes einem einfachen Indio erschien.

König Montezuma begrüßt die franziskanischen Missionare.
König Montezuma begrüßt die franziskanischen Missionare.

In den zurückliegenden Wochen haben die 22 Studenten aus zehn Nationen intensiv geprobt, Choreografien entwickelt, Lieder einstudiert, Requisiten produziert und unzählige Kostüme geschneidert. Entstanden ist ein Musical, in dem sich die verschiedenen Talente und Gaben vereinen. Von März bis Juni gehen sie mit dem Musical auf Tournee im gesamten deutschsprachigen Raum.

Zum Inhalt des Stücks: Im Jahr 1519 treffen in Mittelamerika zwei völlig verschiedene Kulturen aufeinander: Drei Schiffe aus Spanien landen im Reich der Azteken. Auf der einen Seite die Eroberer, die selbstbewusst und rücksichtslos das neue Land in Besitz nehmen und deren christliche Religion kaum noch etwas mit ihrem Leben zu tun hat. Auf der anderen Seite die Indios, die vor ihren Göttern zittern, denen sie regelmäßig Menschenopfer bringen müssen, damit die Welt im Gleichgewicht bleibt. Die Siege der Eroberer führen zwar zum Ende der Menschenopfer, doch schafft ihre Rücksichtslosigkeit nur neue Distanz zu den Einwohnern. Die Botschaft der franziskanischen Missionare verhallt ungehört – auch deshalb, weil die beiden Sprachen und Kulturen einander nicht verstehen. Ihre Mission scheint gescheitert. Da greift genau in dem Moment, für den der aztekische Kalender einen Zeitenwandel vorhersagt, "der Himmel selbst" ein und gibt einem einfachen Indio einen ganz speziellen Auftrag...

Heiligtum von Guadalupe ist der weltweit größte Wallfahrtsort

Die Darsteller zeigen viel Eigeninitiative – auch beim Schminken.
Die Darsteller zeigen viel Eigeninitiative – auch beim Schminken.

Die Ereignisse des Dezembers 1531 sind sehr gut dokumentiert. Sie stellen einen echten Wendepunkt im Hinblick auf die Mission in Mittelamerika dar. Innerhalb kürzester Zeit ließen sich neun Millionen Indios taufen. Heute ist das Heiligtum von Guadalupe der weltweit größte Wallfahrtsort. Die Zuschauer "begegnen" in dem Musical – das sich relativ nah an den historischen Fakten orientiert – Eroberern, einer faszinierenden Kultur, dem König der Azteken, dem Indio Juan Diego, der Muttergottes und den spanischen Missionaren.

Text: red, Fotos: ESM-Altötting

In der ESM Altötting leben, beten und studieren Jahr für Jahr mehr als 20 junge Leute aus der ganzen Welt für neun Monate. Sie lassen sich ausbilden, um in ihrer Heimat die Kirche und die Gesellschaft mitzugestalten und den Menschen die christliche Botschaft zu bringen. Im Rahmen ihres Jahres gehen sie auf Pfarrmissionen und Schulmissionen und studieren auch ein Musical ein. Internet: www.esm-altoetting.de.

Die Tourdaten 2014

22. Februar Altötting (Premiere), 10. März Flieden, 11. März Sindelfingen, 12. März Horgenzell, 13. März Herbertingen, 14. März Neuperlach, 20. April Altötting (Jugendostertage), 9. Mai Fürstentum Liechenstein, 10. Mai Schwyz in der Schweiz, 25. Mai Gambach, 26. Mai Bad Bocklet, 27. Mai Gillenfeld, 28. Mai Roth-Schwabach, 29. Mai Regensburg (Katholikentag) sowie im August während des Internationalen Forums in Altötting.

Impressionen

(Zum Vergrößern auf ein Bild klicken)

Kapitän Cortés und seine Frau.
Kapitän Cortés und seine Frau.
Der neue Gouverneur schätzt die Reichtümer der Neuen Welt.
Der neue Gouverneur schätzt die Reichtümer der Neuen Welt.
Bischof Zumarraga wendet sich gegen die Praktiken der Ausbeutung.
Bischof Zumarraga wendet sich gegen die Praktiken der Ausbeutung.

Das Gnadenbild von Guadalupe

Juan Diego im Musical mit dem Gnadebild.
Juan Diego im Musical mit dem Gnadebild.

Die Tilma (= Umhang), die Juan Diego im Moment des Wunders trug, ist aus Kaktus-Fasern, einem Material, das normalerweise nur eine äußerst kurze Lebensdauer von 20 Jahren hat. Heute, fast 500 Jahre später, weist das Gnadenbild keine Verfallserscheinungen auf. Es ist keinerlei Lack oder sonstiger künstlicher Schutz nachweisbar, der dies erklären kann. Dazu kommt, dass das Bild in den ersten 116 Jahren nicht geschützt war – es war Berührungen, Küssen und Kerzenrauch direkt ausgesetzt, ohne dass es Schaden nahm. Auch einen Unfall mit Salpeter sowie einen Bombenanschlag überstand das Bild unversehrt.
Mit verschiedensten wissenschaftlichen Methoden wurde das Abbild untersucht. Immer wieder kamen die Wissenschaftler zum gleichen Ergebnis: Es sind keinerlei Farbspuren oder Pinselstriche nachweisbar – es kann sich nicht um ein Gemälde handeln. Von der Entdeckung der Fotografie war die Welt damals noch über 300 Jahre entfernt. In den Augen der Muttergottes findet sich bei mehrfacher Vergrößerung eine "Fotografie" einer Personengruppe. Man nimmt an, dass es sich um die Personen handelt, die im Moment der Mantelöffnung anwesend waren. Die Beschaffenheit dieser "Fotografie" entspricht den Gesetzen der Spiegelung in einem menschlichen Auge.

Das Bild enthält zahlreiche Symbole, die die Bildersprache der aztekischen Religion aufgreifen. So verstanden die Azteken ohne große Katechesen wesentliche Aussagen. Einen kleinen Auszug davon geben wir hier wieder: Sonnenstrahlen hinter der Muttergottes verweisen auf die aztekische Sonnen-Gottheit Huitzilopochtli, der sie immer wieder Menschenherzen opferten. Sie verstanden somit, dass die Muttergottes größer als diese Gottheit ist, die sie nun verdeckt. Die Farbe der Kleidung ist in der Indio-Kultur Zeichen für königliche und göttliche Herkunft. Die Haltung ihres Kopfes ist demütig – sie schaut niemanden direkt an. Das entspricht der indianischen Sitte. Ihre Gesichtszüge sind eine Mischung aus spanisch und aztekisch. So zeigt sie, dass sie die Mutter beider Völker sein will.