Altöttinger Liebfrauenbote

Einfache Profess von Frater Markus Krippner aus Altötting

"Dreiecksbeziehung der Liebe"

Am Samstag, 8. Februar, legte Frater Markus Krippner in der Regensburger Krankenhauskirche St. Pius seine einfachen Ordensgelübde im Orden der Barmherzigen Brüder ab. An die 100 Gäste, Freunde, Verwandte, Heimatpfarrer und Mitbrüder waren gekommen, um den 29-Jährigen auf seinem Weg in die Ordensgemeinschaft, bei seiner Einfachen Profess  zu begleiten.

Frater Markus Krippner spricht die Professformel vor dem Provinzial Frater Emerich Steigerwald.
Frater Markus Krippner spricht die Professformel vor dem Provinzial Frater Emerich Steigerwald.

Sein Lebensweg sei nicht geradlinig, doch durch das Ordensleben fühle er sich "auf der richtigen Spur", so Frater Markus, der anders als viele seiner Ordensbrüder seinen Taufnamen Markus behielt. Aufgewachsen als ältester von drei Brüdern in Neuötting, war die Aura seiner Geburtsstadt, des benachbarten Wallfahrtsortes Altötting zwar greifbar, prägend waren jedoch die christlichen Großeltern und der Dialog mit dem Vater zu Fragen des Lebens. Nach acht Berufsjahren als Koch besuchte Markus Krippner das humanistische Gymnasium St. Josef in Fockenfeld, wo er 2011 das Abitur ablegte. Den Orden der Barmherzigen Brüder sieht Frater Markus als geeignete "Plattform", um sein Verständnis vom gelebten Christsein zu verwirklichen: "Christsein bedeutet für mich vor allem eine Dreiecksbeziehung der Liebe: Gott, mein Nächster und ich." Sein Herzensanliegen sei daher die tätige Nächstenliebe in der Nachfolge Christi, so der junge Ordensbruder.

"Der Christus in dir will dich verwandeln, will deine Wunden verwandeln in Quellen der Barmherzigkeit und Liebe", sagte der Hauptzelebrant, Pater Maximilian Geier aus dem österreichischen Eisenstadt und ermutigte Frater Markus den Weg im Orden als Weg einer Verwandlung anzunehmen. Auch der Ordensgründer Johannes von Gott sei kein Held der Nächstenliebe, sondern einer, der seine Wunden annahm, und er "ließ sie von der Glut der Liebe, die er von Christus her spürte, verwandeln in Diamanten der Barmherzigkeit".

Nach der Predigt rief Novizenmeister Frater Richard Binder dann Frater Markus auf und er wurde zu seiner Bereitschaft für das Ordensleben befragt. Kniend, mit der rechten Hand auf dem Evangeliar, sprach Frater Markus danach vor Provinzial Emerich Steigerwald die Professformel. Auf dem Altar bekräftigte Frater Markus mit seiner Unterschrift auf der Professformel sein Gelübde. Dieser ersten, sogenannten einfachen oder auch zeitlichen Profess, folgen fünf bis sechs Jahre als Scholastiker, die der beruflichen und religiösen Ausbildung gewidmet sind. Alljährlich wird dann das Versprechen erneuert, bis man sich in der Feierlichen Profess für immer an den Orden bindet.

Text und Foto: Kirsten Oberhoff