Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

In den – normalerweise – heißen Augusttagen kommen traditionell weniger Wallfahrergruppen nach Altötting. Ein paar besondere Pilgergemeinschaften hat es aber auch in diesem Monat ins "Herz Bayerns" verschlagen, darunter eine kroatische Trachtengruppe und Pilger auf Oldtimer-Bulldogs...

Zur Gnadenmutter getuckert – Bulldog-Oldtimer-Schlepper-Wallfahrt aus Neunburg v.W.

Über 12 Stunden war eine Bulldog-Oldtimer-Schlepper-Wallfahrt aus Neunburg v.W. am 1. August auf dem Weg zur Gnadenmutter nach Altötting. Zum fünften Mal kamen die Pilger heuer – und zwar mit einer Besetzung von 18 Traktoren und einer Durschschnittsgeschwindigkeit von 18-20 "Sachen". Um 3.15 Uhr war Abfahrt, wie Organisator Hans Fischer erzählte, und trotz hochsommerlicher Temperaturen war es frühmorgens so kalt, dass sich so mancher Wallfahrtsteilnehmer – vor allem diejenigen ohne Fahrerverdeck – Handschuhe gewünscht hätte. Gegen Freitagnachmittag, 1. August, erreichten die "tuckernden Gefährte" mit ihren Fahrern dann den Kapellplatz und sorgten für Aufsehen, da ja zeitgleich das Internationale Forum der Gemeinschaft Emmanuel begann und viele Pilger am Kapellplatz zugegen waren. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, gab dann sowohl den Fahrern wie auch "ihren fahrbaren Untersätzen" den Pilgersegen mit auf den Weg, bevor die Bulldog-Freunde wieder aufbrachen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Augsburger Friedenswallfahrt

Es gehört mittlerweile zur schönen Wallfahrtstradition, dass der Augsburger Wallfahrerverein am Tag des Augsburger Friedensfestes, 8. August, unter der geistlichen Leitung von Weihbischof em. Josef Grünwald und in bewährter Weise organisiert von Hermann Micheler mit mehreren Bussen nach Altötting pilgert. "Gerade bei der Königin des Friedens um Frieden zu beten in der Welt" sei in diesen Tagen wichtiger denn je, fasste Weihbischof Grünwald zusammen.

"Drei Altöttinger Schätze" nannte der Prediger als Wallfahrtsgrund: Neben der Schatzkammer mit den Weihegaben an die Gottesmutter sei vor allem die Gnadenkapelle, das "Schatzkästlein der Gottesmutter und Patronin Bayerns" als wichtigster und bedeutendster Schatz für die Pilger zu nennen. Gleichwohl von geschätzter Bedeutung sei der hl. Bruder Konrad. Auf den hl. Pfortenbruder legte er im Jubiläumsjahr ein besonderes Augenmerk: "Das Jahr der Heiligsprechung Bruder Konrads vor 80 Jahren stand im Zeichen eines machtbesessenen Strebens des Nationalsozialismus – eine "glaubensarme Zeit, die Tod und Trauer, Misshandlung von Priestern und Laien, Ermordung und Misshandlung von Millionen Juden zur Folge hatte", blickte er zurück. Bruder Konrad sei ein Mensch gewesen, der dem nationalsozialistischen Denken widersprach und in seiner einfachen, schlichten und doch so innigen Glaubenshaltung zum Gegensymbol geworden sei. Die Macht des "Tausendjährigen Reiches" sei verschwunden, der bescheidene, hl. Pfortenbruder jedoch lebe in den Herzen der Menschen weiter.

Weihbischof Grünwald zitierte aus dem Magnifikat der Gottesmutter: "Denn Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen..." Bruder Konrad sei in seinem 41-jährigen Dienst als Pförtner im Kapuzinerkloster zur Stimme der Armen geworden. Auch heute würde uns der hl. Bruder Konrad dringend ans Herz legen, sich "Zeit zu nehmen für das Gebet, für die Mitfeier der hl. Messe, für eine vertrauensvolle, gläubige Marienverehrung". Außerdem würde er uns zu Geduld mit uns selbst und den Mitmenschen raten, er würde uns empfehlen freundlich zu sein und jedes unnütze Wort, das eine lockere Zunge anrichten kann, zu vermeiden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Sehnsucht des Herzens – Fußpilger aus Kastl/Opf.

Pfarrer i.R. Franz Schmid aus Hilpoltstein stand am Busparkplatz Gries in Altötting und winkte den ankommenden Fußpilgern aus Kastl/Opf. begeistert zu. Wenn er auch altersbedingt zu Fuß die 185 km nicht mehr mitmarschieren konnte, so freute es ihn doch, dass er mit seinen ehemaligen Pfarreimitgliedern am 9. August als "Wallfahrtsbegründer" den Gottesdienst in der Gnadenkapelle feiern durfte. Auf geistliche Begleitung mussten die Kastler unterwegs dennoch nicht verzichten, Pfarrer Roland Klein aus Pommelsbrunn war mit dabei. Pilgerleiter und Organisator der 26. Auflage der Wallfahrt, Josef Merz, freute sich mit seinen 29 Teilnehmern, dass es auf "einer der längsten Fußwallfahrten" – 185 km in einer Woche – mit dem Wetter so gut geklappt hatte. Zum ersten Mal war heuer u.a. Rudi Böllet dabei, und der wallfahrtsgeeichte Mann, der seinen Pilgerhut mit frischen Blumen geschmückt hatte, war vom Ablauf begeistert, wie er mitteilte. Mit auf den Weg gemacht hatte sich auch heuer wieder Schwester Margareta. Ab Mallersdorf, der dritten Station der Kastler Fußpilger, schloss sie sich der Gruppe an.

Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, dankte den Oberpfälzern nach der Einbegleitung zur Gnadenkapelle über das "starke Zeichen des Christseins unterwegs". Pfarrer Schmid war sichtlich stolz auf die beachtliche Leistung "seiner Kastler" und zitierte beim Pilgergottesdienst in der Gnadenkapelle Worte aus Goethes Faust: "Verweile doch, Augenblick, du bist so schön." Dabei verwies er auf die Sehnsucht eines jeden Menschen, die dieser im Herzen spüre: nach tiefer Freude, innerer Ruhe, Frieden im Herzen, beglückende Seligkeit, Harmonie. Er empfahl, bei der Gottesmutter "in die Schule zu gehen", bei unserer "Schwester, Lehrmeisterin und Königin".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Wir kommen wieder!" – Kroatische Trachtengruppe zu Besuch in Altötting

Zum gemeinsamen Volksliedersingen war die kroatische Volkstanzgruppe HFD "Sesvecice" aus Podravske Sesvete (dem Oberen Drautal an der ungarischen Grenze) mit 30 Personen auf Gegenbesuch nach Salzburg gekommen und hatte dort ihren Auftritt. Am Samstag, 16. August, machte die kroatische Gruppe spontan und auf eigenen Wunsch einen "Abstecher" nach Altötting um hier am Vorabendgottesdienst und vor allem der anschließenden Lichterprozession teilzunehmen. Obwohl es während der Lichterprozession anfing zu regnen, gab die kroatische Volkstanzgruppe dann bei der Statio vor der Gnadenkapelle inbrünstig gesungene Marienlieder zum Besten. Prälat Limbrunner war so begeistert, dass er – nach dem Einverständnis der übrigen, anwesenden Gläubigen (darunter eine Ministrantengruppe aus dem Schwarzwald) – um eine Zugabe bat. Bei Administrator und Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner, dem stellvertretenden Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker und insbesondere bei der Wallfahrtssekretärin Luise Hell, die diese kurzfristige Anmeldung entgegengenommen hatte, ging ein paar Tage später eine dankbare E-Mail ein: "...der Empfang des Wallfahrtsrektors war so warmherzig, so Willkommen heißend und die Prozession war ein unvergessliches Erlebnis, so bewegend, jeder von uns hat das Altötting gerührt verlassen, mit dem Versprechen: wir kommen wieder!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner