Altöttinger Liebfrauenbote

St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier

Mut und Kraft für Neuanfang

"St. Anna voll der Gnade, du Bild der Heiligkeit" sangen die Pilger, als sie zum Festgottesdienst in die St. Anna-Basilika einzogen. Am 27. Juli fand zum 61. Mal die traditionelle St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier statt.

Prälat Ludwig Limbrunner zeigte sich gut gelaunt bei der 61. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier.
Prälat Ludwig Limbrunner zeigte sich gut gelaunt bei der 61. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier.

Es bot sich wie alle Jahre um den Festtag der Hl. Großmutter Jesu ein farbenprächtiges Bild: Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder in schöner oberschlesischer Tracht, die Bergmänner, die Fahnenabordnungen aus ganz Bayern – sie alle und viele mehr – u.a. auch der Landesvorsitzende der Oberschlesischen Landsmannschaft Georg Masnitza – waren gekommen und hielten mit ihrem Glaubenszeugnis an der Tradition der "alten oberschlesischen Heimat" fest.

"Es braucht immer Mut und Kraft, neu anzufangen", stellte der scheidende Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner mit Blick auf das Schicksal aller Heimatvertriebenen fest. Limbrunner stand dem Festgottesdienst als Prediger und Hauptzelebrant vor; Stiftsdekan Wolfgang Renoldner und Pfr. Reimund Schrott aus Nördlingen konzelebrierten. Der Wallfahrtsrektor erinnerte an die leidvollen Jahre zwischen 1945 und 1948, als zwölf Millionen Deutsche auf der Flucht ihre Heimat verloren hatten. Auch in der Heiligen Schrift werde uns ein Beispiel von Flucht und Vertreibung vor Augen gestellt: Nur durch die Warnung und Wegweisung eines Engels entkamen Josef und Maria mit dem göttlichen Kind einer Katastrophe, dem Bethlehemitischen Kindermord durch Herodes. Über allem Neuanfang stehe das Leitwort: "Heimat erzählt". "Diese Erfahrungen und Erinnerungen mit Altvertrautem dürfen nie verloren gehen", erklärte Limbrunner.

Die Organisatorin der 61. St. Annawallfahrt und Vorsitzende der Oberschlesischen Landsmannschaft München, Gertrud Müller, betonte: Heimat gewinne erst an Bedeutung, wenn man auf Flucht und Vertreibung begreife, wieviel man verloren habe. Dankbarkeit für die gastliche Aufnahme galt vor allem den Verantwortlichen, Kirche wie Stadt, am Wallfahrtsort: "Altötting ist uns zum Ersatz-Annaberg" geworden, sagte sie.

Nach der feierlichen Andacht am Nachmittag in der Stiftspfarrkirche mit Stiftsdekan Wolfgang Renoldner fand abschließend vor der Gnadenkapelle (im Umgang befindet sich die Gedenktafel der Oberschlesier) eine kurze Statio statt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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