Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Über 30 Grad, Gewitter, dann mal wieder Regenschauer – der Sommer zeigte sich bislang von verschiedenen Seiten, was auch die Pilger nach Altötting zu spüren bekammen. Doch ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus – auch in den vergangenen Wochen konnte man im "Herzen Bayerns" einige Pilgergruppen antreffen – eine kleine Auswahl:

Familienwallfahrt – Pilger aus Alzenau-Hörstein

"O Maria, wir kommen zu dir, deine Hilf begehren wir", ist auf der Pilgerfahne der Buswallfahrer aus Alzenau-Hörstein zu lesen. Es ist eine langjährige Tradition, dass die Familie Stolzenberger – allen voran Organisator Michael Stolzenberger – mit einer Bus-Pilgergruppe mehrmals im Jahr den Gnadenort Unserer Lieben Frau besucht, so auch vom 12.-15. Juli – mit dabei Pfarrvikar Dariusz Kowalski. Als Allround-Talent sorgt der Pilgerleiter mit seiner Trompete auch für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste am Gnadenort.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gute Begegnungen – Fuß- und Radwallfahrt aus Landshut

Ein Teil ging zu Fuß, ein Teil kam mit dem Fahrrad und der größere Teil der Wallfahrtsteilnehmer aus Landshut/Pfarrei St. Pius erreichte mit dem Bus den Gnadenort. Am 19. Juli geleitete der stellvertretende Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker die Pilgergruppe unter dem Geläut der Altöttinger Kirchenglocken über den Kapellplatz zum Pilgergottesdienst in den Kongregationssaal. Hier wünschte P. Norbert den Landshutern "gute Begegnungen mit dem Herrn und seiner Mutter am Gnadenort und gute Begegnungen untereinander, sodass daraus gute Impulse für den Alltag erwachsen." Unter den Fußpilgern war auch Günther Fries (2.v.r.), der Pilgerführer der Landshuter Fußwallfahrt.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Maria als Wegweiserin – Wallfahrt der katholischen Frauengemeinschaft Scheyern

Zum 4. Mal hatte die katholische Frauengemeinschaft Scheyern das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Altötting als Pilgerziel auserkoren. Nach zwei Tagen erreichten am 19. Juli 18 Radpilgerinnen ihr Ziel; empfangen wurden sie von Abt Markus Eller OSB, Kloster Scheyern, und einer Gruppe Buswall-
fahrer. Gemeinsam zogen sie zur Gnadenkapelle; bei einer Statio begrüßte Kapuzinerpater Alexander Mathadil die Pilgergemeinschaft: "Schön dass ihr gekommen seid, hier kann euer Herz zur Ruhe kommen." Neben dem Vorabendgottesdienst mit Abt Markus als Hauptzelebrant und Prediger nahmen die Scheyrer Radpilgerinnen auch an der Lichterprozession teil.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Kraftakt und Hitzeschlacht – 23. Köferinger Radwallfahrt

Das war wahrlich kein Honigschlecken bei der 23. Köferinger Radwallfahrt am 19. Juli nach Altötting: Trotz über 30 Grad hatten 384 Radpilger 130 km zurückgelegt. Heuer pilgerten sie unter dem Leitwort "Scivias - Wisse die Wege" – Gedanken der hl. Hildegard von Bingen. Organisationsleiter Reinhard Kautetzky bezeichnete in seinem Grußwort an die Pilger die hl. Hildegard als "Begleiterin, die mit ihrem Geist ihrer Zeit weit voraus war, mit ihrem Herzen den ganzen Menschen erfasste und mit ihrer Seele einen besonderen Zugang zu Gott fand". Dabei habe sie den Willen und auch die Kraft besessen, sich gleichzeitig für Gott, den Menschen und die Schöpfung einzusetzen. Sie sei eine Kämpferin gewesen, die sich immer neue Ziele mit unglaublichen Herausforderungen setzte. Dies konnte man heuer auch auf die Teilnehmer der Köferinger Radwallfahrt umsetzen, die eine "wahre Hitzeschlacht" bewältigten. Nachdem die Wallfahrtsteilnehmer dreimal klingelnd die Gnadenkapelle umrundet hatten, fuhren sie zum Basilika-Vorplatz, wo ihre Fahrräder in großen LKWs verstaut wurden. Als einen gewaltigen Kraftakt bezeichnete Kapuzinerpater Andreas Kaiser beim Gottesdienst in der St. Anna-Basilika diese unglaubliche Leistung der Köferinger Radpilger bei diesen schweißtreibenden Temperaturen: "Alle Achtung!" Auch der Köferinger Pfarrer Matthias Kienberger, der die Pilger vor der Abfahrt gesegnet hatte, verwies auf Hildegard von Bingen: man habe sie "Leuchte des 12. Jh." genannt und zugleich sei sie eine Frau der Moderne gewesen. Davon zeugten der Wegweiser "Scivias", ihre natur- und heilkundlichen Werke, ihre Gedichte in lateinischer Sprache und auch ihre Musik. Pfarrer Kienberger sandte die Radpilger aus mit den Wunsch, "dass sie die Wege wohl wissen, damit sie sicher und gesund ihr Ziel Altötting erreichen." Pilgerleiter Kautetzky und sein bewährtes Team konnten dies glücklich bestätigen: Es habe dieses Jahr fast keine Ausfälle gegeben.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Ziel der Liebe – Mainburger Fußwallfahrt

Drei Tage, vom 25.-27. Juli waren sie wieder auf dem Weg zum "Herzen Bayerns": die Mainburger Fußwallfahrer, 55 an der Zahl, mit ihrem geistlichen Pilgerleiter P. Mirco Legawiec. "Setzt Euch, das kann nicht schaden", sagte der Seelsorger bei der Pilgermesse am Sonntagmittag in der Stiftspfarrkirche fürsorglich nach dem weiten Pilgermarsch; er begrüßte auch herzlich die Radwallfahrtsteilnehmerinnen vom KDFB Pfaffenhofen, die zum 10. Mal gekommen waren. "Wir können nicht aufhören zu pilgern" resümierte P. Mirco und verwies auf das 25. Wallfahrtsjubiläum der Mainburger. Viele sagten "Der Weg ist das Ziel – ich sage der Weg ist dazu da, das Ziel zu erreichen: das Ziel der Liebe zur Gottesmutter Maria und zu ihrem göttlichen Kind."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Traurige Jubiläums-Radwallfahrt – Pilger des katholischen Frauenbunds Pfaffenhofen

Eigentlich hätte die Radwallfahrt des katholischen Frauenbunds (KDFB) Pfaffenhofen an der Ilm heuer, bei ihrer zehnjährigen Jubiläumsfahrt nach Altötting, etwas Besonderes werden sollen und dabei hätte sie fast abgesagt werden müssen, erzählte bestürzt die Organisatorin Elfriede Hollerauer nach der Ankunft am Sonntag, 27. Juli am Pilgerziel. Der traurige Grund: Im Alter von erst 49 Jahren war Pfaffenhofens beliebter Stadtpfarrer Frank Faulhaber verstorben. Die Beerdigung war für Samstag, 26. Juli, genau am Abfahrtstermin der Radpilgerinnen für ihre zweitägige Wallfahrt zum Gnadenort Unserer Lieben Frau, angesetzt. Doch Pfarrer Faulhaber, der den Radlerinnen immer den Reisesegen mit auf den Weg gegeben hatte, wollte es anscheinend anders: Er wurde bereits am Donnerstag, 24. Juli in seiner Pfarrkirche in Pfaffenhofen verabschiedet, die Beerdigung fand auf Wunsch des Verstorbenen am Samstag, in seiner Heimatstadt Schondorf statt. So gab es keinen Grund, die Radwallfahrt abzusagen. "Es wäre nicht im Sinn unseres Pfarrers gewesen", so Hollerauer. Außerdem waren ja schon Übernachtungsquartier und die Busrückfahrt bestellt. Per Handy erfuhren die Wallfahrtsteilnehmerinnen genau den Zeitpunkt, als der Sarg der Erde übergeben wurde und genau da standen die Frauenbund-Damen an einem Wegkreuz zwischen Moosburg und Aich und sangen im Gedenken an ihren Stadtpfarrer "Näher mein Gott zu dir", angestimmt von Josi Kettner mit der Mundharmonika.

Text und Foto: Roswitha Dorfner