Altöttinger Liebfrauenbote

43. Malteser Wallfahrt mit Kranken und Behinderten

Von Jesus Geduld lernen

Aus sieben bayerischen Diözesen, aus Österreich und Liechtenstein kamen auch heuer wieder am dritten Juli-Sonntag (20. Juli) über 1.500 Teilnehmer zur 43. Malteser-Wallfahrt mit Kranken und Behinderten nach Altötting. Herzlich begrüßte Wallfahrtsorganisator Franz Josef Freiherr von der Heydte die Pilger zum Gottesdienst in der St. Anna-Basilika. Neben zahlreichen Konzelebranten, darunter auch P. Gerhard Lagleder OSB aus Südafrika, zelebrierte Abt Barnabas Bögle OSB von der Benediktinerabtei Ettal die hl. Messe.

Einzug der Pilger über den Kapellplatz.
Einzug der Pilger über den Kapellplatz.

Schwülheißes Wetter machte nicht nur den Wallfahrtsteilnehmern beim Einzug vom Dultplatz über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika zu schaffen. Alle waren froh, als sie ihren Platz in der großen Wallfahrtsbasilika bei weit angenehmeren Temperaturen eingenommen hatten – darunter die vielen Helfer des Malteser Hilfsdienstes, die Ritter in ihren schwarzen Kukullen, die Fahnenabordnungen, die Blaskapelle Mellrichstadt, die Altöttinger Delegation mit Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner und stellvertretendem Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker. "Der Glanz der neurenovierten St. Anna-Basilika erstrahlt mit dem Glanz der Freude, die Sie als Teilnehmer an dieser Wallfahrt hierherbringen", begrüßte von der Heydte die Pilger. Dabei dankte er besonders Abt Barnabas für dessen Einsatz für den Malteser Hilfsdienst – war Abt Bögle doch von 1995-2001 Kreisbeauftragter in Garmisch-Partenkirchen.

Abt Barnabas verwies in seiner Predigt auf das Matthäus-Evangelium vom Sonntag. Damals wie heute habe Jesus den Menschen, mit all ihren Gebrechen an Leib und Seele, etwas zu sagen: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann der guten Samen auf die Erde/Acker sät ..." Dann folge die Zwischenszenerie, als ein Feind Unkraut dazwischen ausbringe... Beides wachse, ein Unterschied sei anfangs nicht leicht zu erkennen. Es sei auch Geduld gefragt, betonte Abt Barnabas, die gute und die schlechte Saat auseinanderzuhalten. Und doch besage das Gleichnis: "Christus ist der Sämann, der die guten Samen in die Erde bringt."

Segen mit der Gnadenbild-Kopie

Abt Barnabas Bögle spendet den Segen.
Abt Barnabas Bögle spendet den Segen.

Bereits aus dem Schöpfungsbericht sei zu erfahren, "dass alles gut gelungen ist ... auch der Mensch, in seiner Schwachheit, Sünde, Krankheit, Unvermögen", betonte Abt Barnabas. Die Entscheidung ob gut oder nicht gut, ob brauchbar oder unbrauchbar stehe uns nicht zu. Das "Zauberwort" im menschlichen Miteinander zwischen Gesunden und Kranken, zwischen Helfern und Hilfsbedürftigen, zwischen Eltern und Kindern laute gegenseitiger geduldiger Umgang. Ebenso müsse man aber auch lernen, Geduld mit sich selbst zu haben. Geduldig sein sei nicht einfach und doch hätten wir am Vorbild und den Gleichnissen Jesu das beste Musterbeispiel an Geduld – dabei erinnerte der Abt an das Gleichnis vom "verlorenen Sohn", ebenso wie an die Worte Jesu am Kreuz zu einem der Verbrecher neben sich: "Hab Geduld, noch heute wirst du mit mir im Paradies sein." Abt Barnabas schloss mit der Bitte: "Herr, lass uns in Liebe einander begegnen! Muttergottes, du gütige Mutter, nimm uns bei der Hand und führe uns zu deinem Sohn, dass wir von ihm Geduld lernen!"

Wegen der Hitze fand die Nachmittagsandacht nicht vor der Gnadenkapelle sondern in der Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus statt. Hierbei segnete Abt Barnabas ein Fahnenband, gestiftet von Baron Berthold Pfetten, das an die Malteser-Fahne aus Garmisch-Partenkirchen geheftet wurde. Mit der Gnadenbild-Kopie spendete Abt Barnabas abschließend den Segen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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