Altöttinger Liebfrauenbote

Mit sehr persönlichen Worten stellt sich der designierte Passauer Bischof im "Herzen Bayerns" vor

Pater Stefan: "Mein Altötting"

Mit Begeisterung ist der designierte Bischof von Passau, Salesianerpater Dr. Stefan Oster, am 10. April in Altötting und Passau empfangen worden. In einer sehr persönlichen Ansprache in der Gnadenkapelle wandte sich der 48-Jährige an die Gläubigen und erklärte, warum ihn in den letzten Wochen "unruhige Nächte" plagten, aber auch, wieso er sich auf seine neue Aufgabe freut. Dass sein erster Bistumsbesuch ausgerechnet nach Altötting führte, war offensichtlich kein Zufall.

"Daheim" in Altötting: Pater Stefan Oster neben Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl im Pulk der vielen Gläubigen.
"Daheim" in Altötting: Pater Stefan Oster (l.) neben Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl.

Dicht gedrängt stehen sie Spalier – Kinder, Jugendliche und Ordensleute, Gläubige und Schaulustige aus Nah und Fern. Rund 1.500 Menschen sind nach Altötting gekommen, um den designierten Bischof von Passau zu begrüßen, und Stefan Oster erwidert den Gruß stets mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. Eigentlich sind es ja nur ein paar Meter vom Administrationsgebäude bis zur Gnadenkapelle; Pfarrer, Ministranten, Kanoniker vom Rupertusstift, Honoratioren aus Gesellschaft und Politik sowie Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine sollten ihn einbegleiten, doch schnell wird klar – das wird ein bisschen dauern. Immer wieder bleibt Pater Stefan stehen, begrüßt die Leute persönlich, schüttelt Hände, spricht Bekannte an – "Der FC Bayern hat gestern gewonnen!" (3:1 gegen Manchester United in der Champions League, Anm. d. Red.), ruft er, als er ein bekanntes Gesicht sieht. Die Zeit verstreicht, doch Pater Stefan – Zeitplan hin oder her – scheint es nicht sonderlich eilig zu haben.

Schließlich ist er angekommen auf dem Vorplatz der Gnadenkapelle und nun kann auch das offizielle Programm beginnen. Bischof em. Wilhelm Schraml begrüßt seinen Nachfolger zuerst: "Altötting ist eine gute Eintrittskarte in Ihr Bistum", sagt Schraml, der hier nach seiner Wirkenszeit seine Wahl-Heimat gefunden hat. "Ganz herzlich willkommen daheim!" Bürgermeister Herbert Hofauer stellt fest: "Das lange Warten auf einen neuen Bischof hat sich gelohnt – Wir freuen uns auf Sie!" Landrat Erwin Schneider wünscht Pater Stefan "Freude im neuen Amt" und Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl begrüßt ihn "in der guten Stube der Muttergottes".

Friede bei Jesus

Bischof em. Wilhem Schraml begrüßt seinen designierten Nachfolger (im Hintergrund Bürgermeister Herbert Hofauer und Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl).
Bischof em. Wilhem Schraml begrüßt seinen designierten Nachfolger (im Hintergrund Bürgermeister Herbert Hofauer und Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl).

Dass sich Pater Stefan in dieser "guten Stube" wohlfühlt, wird deutlich in seiner sehr persönlichen Ansprache in der Gnadenkapelle: "Wir sind hier im Herzen Bayerns – und ich kann nicht anders, als an diesem Ort hier gleich ein bisschen persönlich zu werden", sagt er nach einem gemeinsamen Gebet mit Bischof em. Wilhelm Schraml und Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl. Pater Stefan erinnert an Papst em. Benedikt XVI., der nach seiner Wahl zum Papst von einem "Fallbeil" sprach, das auf ihn herabfiel. Auch wenn dieses Bild "übertrieben" sei – auch Pater Stefan erzählt, dass er sich "überfordert" gefühlt habe und von unruhigen Nächten geplagt worden sei, als sich die Anzeichen auf seine Ernennung verdichteten. Doch auch eine "andere Erfahrung" habe sich eingeschlichen, "ein zunächst positives Gefühl, das aber gefährlich ist: die eigene Eitelkeit", sagt er. Pater Stefan spricht von einer "Gemengelage an Gefühlen", erzählt aber auch, wie man sich darunter wieder zurechtfinden könne: "In jedem Menschen gibt es einen ruhigen inneren Ort voll Klarheit, Wahrheit und Frieden – der Friede ist Jesus, die Person Jesu Christi". Der "betende, innere Blick auf ihn" und "weg von sich selber" helfe "in den Frieden zu kommen und in die Wahrheit".

Pater Stefan erklärt: Um Jesus zu erblicken, gelte es dort hinzugehen "wo er wirklich selber wohnt" – zu Maria; "in ihr und bei ihr begegnen wir Gott". In den letzten Wochen habe er sehr oft an seinem Tisch vor einer Darstellung der Altöttinger Madonna und einer Jesusikone gesessen und "darum gebetet, in den Frieden zu finden". Und auch wenn er sich, so kurz nach seiner Ernennung noch schwer tue von "meiner Diözese Passau" zu sprechen – "Ich tue mich jetzt schon gar nicht schwer voller Freude zu sagen: 'mein Wallfahrtsort Altötting', zumal es hier auch noch die geistliche Unterstützung von unserem Diözesanpatron und Ordensbruder Konrad gibt". Pater Stefan resümiert: "Meine Lieben, ich bin sicher, dass dieser Ort hier einen entscheidenden Beitrag dazu leisten wird, dass meine Identifikation mit dem ganzen Bistum immer mehr wachsen wird, sodass ich bald aus vollem Herzen sagen kann: 'meine Diözese Passau'." Am Ende bittet Pater Stefan die Gläubigen um ihr Gebet und sichert ihnen seines zu.

Empfang in Passau

Pater Stefan Oster bei Unserer Lieben Fraun in der Gnadenkapelle.
Pater Stefan Oster bei Unserer Lieben Fraun in der Gnadenkapelle.

Im Anschluss ging es dann weiter nach Passau, wo der künftige Bischof ebenfalls von vielen Gläubigen begeistert vor dem Dom begrüßt wurde, wie das Bistum auf seiner Website informiert. Der Dom war demnach bis zum letzten Platz gefüllt. Mehr als 2.500 Frauen und Männer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordinariates und viele andere wollten Pater Stefan kennenlernen Pater Oster sagte bei seinem Besuch im Bistum auch, dass er größten Respekt vor "der Größe des Bischofsamtes" hat und dass er den Weg mit den Gläubigen des Bistums gemeinsam gehen wolle. Er verglich das Leben mit einem Pilgerweg und sagte an die Gläubigen gewandt: "Haben Sie auf diesem Weg auch Geduld mit mir, mit meinen Schwächen und Fehlern, mit allem, was ich Ihnen auch zumuten werde, mit allem, woran Sie sich reiben."

Seinen künftigen Dienst als Bischof sehe er als "Beitrag dazu, dass Sie alle, immer besser Christus erkennen und lieben; der Dienst ist, dass Sie alle immer mehr mit dem Herzen ergreifen, dass wir alle Anteil an dieser großartigen Berufung haben: in Christus priesterliche, prophetische und königliche Menschen zu sein, Glaubende, Hoffende und Liebende. Für Euch bin ich Bischof und will es sein – und mit Euch will ich – nach einem berühmten Wort des heiligen Augustinus - ein Christ sein, also auch einer, der um das Leben weiß, um seine Nöte und Grenzen, um seine Fragen und Zweifel, aber vor allem auch um eine letzte, tiefe, große Freude, die im Grunde durch nichts umzubringen ist."

Begleitet wurde der Benediktbeurer Theologieprofessor von Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Benediktbeurer Gebetsgruppe "God for you(th)", die auch die Begegnungen in Altötting und Passau umrahmten. Und auch die Eltern des künftigen Bischofs begleiteten ihren Sohn auf seinem ersten Besuch in die Diözese. Darin erläuterte Oster mit Blick auf seinen Namenspatron, den ersten christlichen Märtyrer Stephanus, seinen Bischofs-Wahlspruch: "Der Sieg der Wahrheit ist die Liebe".

Text: Michael Glaß / red, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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Pater Stefan Oster winkt in die Kamera eines Mädchens.
Pater Stefan Oster winkt in die Kamera eines Mädchens.
Pater Stefan Oster freut er sich darüber, als plötzlich die Sonne herauskam.
Pater Stefan Oster freut er sich darüber, als plötzlich die Sonne herauskam.
Pater Stefan Oster schüttelte viele Hände und begrüßte die Menschen persönlich (im Hintergrund Landrat Erwin Schneider und Prälat Günther Mandl),
Pater Stefan Oster schüttelte viele Hände und begrüßte die Menschen persönlich (im Hintergrund Landrat Erwin Schneider und Prälat Günther Mandl),
Arnold Hutterer, Gemeindereferent im Pfarrverband Altötting, begrüßt Pater Stefans Eltern, Maria und Heinz Oster.
Arnold Hutterer, Gemeindereferent im Pfarrverband Altötting, begrüßt Pater Stefans Eltern, Maria und Heinz Oster.
Pater Stefan Oster begrüßt Sr. Chiara Hoheneder, Provinzoberin von den Heilig-Kreuz-Schwestern.
Pater Stefan Oster begrüßt Sr. Chiara Hoheneder, Provinzoberin von den Heilig-Kreuz-Schwestern.
Pater Stefan Oster begrüßt Jugendliche.
Pater Stefan Oster begrüßt Jugendliche.
Pater Stefan Oster mit einem Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft.
Pater Stefan Oster mit einem Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft.
Pater Stefan Oster begrüßt Kinder.
Pater Stefan Oster begrüßt Kinder.
Pater Stefan Oster.
Pater Stefan Oster.
Pater Stefan Oster begrüßt Kinder.
Pater Stefan Oster begrüßt Kinder.
Pater Stefan Oster begrüßt Sr. Gottlinde, Pförtnerin der Schwestern der Congregatio Jesu in Altötting.
Pater Stefan Oster begrüßt Sr. Gottlinde, Pförtnerin der Schwestern der Congregatio Jesu in Altötting.
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner begrüßt Pater Stefan Oster, rechts daneben Bürgermeister Herbert Hofauer und Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl.
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner begrüßt Pater Stefan Oster, rechts daneben Bürgermeister Herbert Hofauer und Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl.
Pater Stefan Oster neben der silbernen Br. Konradfigur in der Gnadenkapelle.
Pater Stefan Oster neben der silbernen Br. Konradfigur in der Gnadenkapelle.