Altöttinger Liebfrauenbote

Bruder Konrad-Festspiel in Hebertsfelden zum 120. Todestag neu inszeniert

Stiller Heiliger im Rampenlicht

Zum 120. Todestag von Bruder Konrad am 21. April 2014 nehmen die Lindenthaler in Hebertsfelden ihr erfolgreiches Festspiel in einer überarbeiteten Fassung zu Ehren des heiligen Klosterpförtners wieder ins Programm.

Jürgen Leitl in der Rolle des hl. Bruder Konrad.
Jürgen Leitl in der Rolle des hl. Bruder Konrad.

"Es geht nimmer, i kann nimmer!" Mit diesen Worten wirft sich ein völlig erschöpfter Klosterbruder nach über 40 Jahren aufopferungsvollem Dienst an der Pforte dem Guardian vor die Füße. Diese Szene gehört mit zu den ergreifendsten Momenten eines in jeder  Hinsicht außergewöhnlichen Theaterstücks. Das ganze Leben des frommen Mannes hat das Publikum bis hierher verfolgen können, angefangen von der Kindheit auf dem Hof in Parzham. Nun steht er an der Schwelle zum ewigen Leben. Die Rede ist vom heiligen Bruder Konrad.

Über den bekannten Altöttinger Klosterpförtner haben Richard Eder und Rudolf Rothlehner ein Bühnenstück geschrieben, das 1994 zum 100. Todestag uraufgeführt wurde. 2004 wurde es mit landesweiter Resonanz wiederholt. Es ist die erfolgreichste Bühnenproduktion in der langen Geschichte des Lindenthaler Volkstheaters.

Anfang der 90er-Jahre haben sich Richard Eder und Rudolf Rothlehner intensiv mit dem Leben des Heiligen befasst. Sie haben Bücher gewälzt, Originalschauplätze besucht, Szenen, Bilder und Personen festgelegt, immer wieder geändert, gestrichen, hinzugefügt, bis schließlich das Werk vollendet war. 70 Darsteller standen am 21. April 1994 zur Welturaufführung unter der Regie von Konrad Rothlehner auf der Bühne im Vereinsheim der Lindenthaler.

Neuinszenierung: stärkerer Bezug zur Gegenwart

Kinder kamen oft zu Bruder Konrad an die Pforte.
Kinder kamen oft zu Bruder Konrad an die Pforte.

Regisseur Richard Eder, seit 2006 Leiter des Lindenthaler Volkstheaters, hat das Bruder-Konrad-Stück für die Neuinszenierung überarbeitet. Die verbindenden Sprechertexte sind einer Dialogfassung gewichen. "Ich wollte einen stärkeren Bezug zur Gegenwart schaffen und die heutigen Kritikpunkte an der katholischen Kirche nicht unter den Tisch kehren", sagt Eder. So wird der Zuschauer in der 2014er-Fassung erleben, wie ein Geschäftsmann und ein Priester in Altötting zufällig ins Gespräch kommen, sich dabei schnell eine brisante Diskussion entwickelt, bei der jedoch immer wieder auf das Leben Bruder Konrads geblickt wird.

Das Lebensbild selbst wurde jedoch nicht verändert, allenfalls die Dialoge ein wenig gestrafft. So bleibt das Ziel bestehen, das gesamte Leben und die persönliche Entwicklung des Menschen Bruder Konrad, von der Kindheit bis zum Tod, möglichst authentisch darzustellen. Gerade das wird auch die große Herausforderung von Jürgen Leitl sein, der diesmal die Hauptrolle spielt.

Drei Jubiläen, die mit dem ehemaligen Klosterpförtner der Kapuziner zu tun haben, werden heuer begangen: Vor 120 Jahren starb er, vor 80 Jahren wurde er heiliggesprochen und vor 30 Jahren zum dritten Patron der Diözese Passau erhoben. "Wann spielt ihr den Bruder Konrad wieder?" Diese Frage wird den Lindenthalern alle Jahre zur Theatersaison gestellt. Heuer ist es soweit: am 21. April erlebt das Hebertsfeldener Erfolgsstück seine nunmehr dritte Premiere.

Text und Foto: red

Aufführungstermine

Ort: Vereinsheim der Lindenthaler, Hauptstraße 2, 84332 Hebertsfelden.

  • Montag, 21. April, 19.30 h (Premiere, geschlossene Veranstaltung)
  • Freitag, 25. April, 19.30 h
  • Samstag, 26. April, 19.30 h
  • Sonntag, 27. April, 13.30 h
  • Mittwoch, 30. April, 19.30 h
  • Freitag, 2. Mai, 19.30 h
  • Samstag, 3. Mai, 19.30 h
  • Sonntag, 4. Mai, 13.30 h
  • Freitag, 9. Mai, 19.30 h
  • Samstag, 10. Mai, 19.30 h
  • Sonntag, 11. Mai, 13.30 h
  • Freitag, 16. Mai, 19.30 h
  • Samstag, 17. Mai, 19.30 h
  • Sonntag, 18. Mai, 13.30 h


Kartenvorverkauf (17,- Euro): Geschäftsstelle des Rottaler Anzeigers, Rathausplatz 3, Eggenfelden, Tel. 08721 95990 (Mo.-Do. 8-17 Uhr; Fr. 8-15 Uhr; Sa. 8-12 Uhr) sowie bei allen PNP-Geschäftsstellen. Kontakt über Spielleiter Richard Eder, Tel. 08571 921422.