Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Wenn im September die Temperaturen fallen, dann zieht es auch wieder mehr Wallfahrer nach Altötting. Aus verschiedensten Anlässen pilgerten im September Gläubige ins "Herzen Bayerns" zu Unserer Lieben Frau – eine kleine Auswahl...

"Tu was für Dein Land" – Vierter Solidaritätsmarsch der Bundeswehr-Reservisten

Soldaten gehen auf die Straße und zeigen öffentlich Solidarität mit ihren Kameraden und Kameradinnen im Auslandseinsatz. Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) hatte vom 14. bis  21. September zum "4. Marsch der Verbundenheit" von Altötting nach Bad Reichenhall eingeladen. Ausgangspunkt mit einem Gottesdienst im Kongregationssaal war diesmal  der Gnadenort Unserer Lieben Frau. Seit über einem halben Jahrhundert steht der Reservisten-Verband loyal an der Seite der Bundeswehr und tritt für die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland aktiv ein. Rund 119.000 Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich in der Erfüllung ihres parlamentarischen Auftrages als Mittler in der Gesellschaft für die Belange der Streitkräfte. "Tu was für Dein Land" habe sich der Reservistenverband auf die Fahne geschrieben, erklärte Irmengard Röhle, die Hauptorganisatorin und Vizepräsidentin des Reservisten-Verbands. "Wir wollen vor allem die Bürgerinnen und Bürger dafür sensibilisieren, wie sehr die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz unsere Verbundenheit brauchen." Der Solidaritätsgedanke stehe im Vordergrund: "Wir sollten die in Ehre halten, die ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen für die Gemeinschaft der Deutschen und für eine bessere Welt." Diese Frauen und Männer im Einsatz hätten es einfach verdient, dass man menschlich zu ihnen hält, mit eingeschlossen seien dabei auch die oft vergessenen und gleichzeitig hochbelasteten Familienangehörigen. Rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten seien derzeit rund um den Globus im Einsatz und würden mit Situationen konfrontiert, bei denen sie körperlich und seelisch an ihre Grenzen gehen müssten. "Sie sehen Not und Elend, erleben zum Teil Todesangst – darum brauchen sie die Solidarität aus der Heimat", appellierte Röhle. Immer mehr Soldaten kehrten mit seelischen Verwundungen zurück, "sind unsichtbar verwundet". Das Problem der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) werde in beunruhigender Weise unterschätzt und sei leider noch oft ein Tabu-Thema in Politik, Gesellschaft und in den Streitkräften. Aber auch ein Mangel an Solidarität, ein fehlender Rückhalt aus dem Heimatland belaste Herz und Seele der Soldaten im Einsatz. Der Pfarrer von St. Josef, Altötting-Süd und ehemalige Militärpfarrer, Alfred Hable, bezeichnete die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz für Freiheit und Sicherheit, sei's im Vaterland oder Ausland, als "Diener des Friedens – denn Friede und Versöhnung ist die Sehnsucht aller Völker und Nationen seit Jahrtausenden!"
Text: red, Foto: Roswitha Dorfner

Christliche Solidarität – Marsch für das Leben

Der "Gebetskreis Königin der Familie" und weitere Teilnehmer, die es als christlichen Solidaritätsbeitrag sahen, den am selben Tag in Berlin stattfindenden "Marsch für das Leben" zu unterstützen, machten sich am Samstagmorgen, 21. September, den Kreuzweg betend, auf nach Heiligenstatt. Altöttings Kaplan Dominik Flür, der dem "Solidaritätsmarsch für das Leben" vorstand und mit den Teilnehmern in Heiligenstatt einen Gottesdienst feierte, betonte, dass diese Initiative keine "Verurteilung all derjeniger sei, die eine Abtreibung vorgenommen haben und vielleicht heute noch darunter leiden, sei's von Seiten betroffener Frauen oder Ärzte". Im Sinne des Berliner Marsches für das Leben gelte: "Jeder Mensch ist gleich wertvoll, deshalb ist von Anfang an, auch werdendes Leben im Mutterleib zu schützen." Ein Großteil der Gebetsgruppe ging zu Fuß den Kreuzweg betend auch wieder nach Altötting.
Text und Bilder: Roswitha Dorfner

Jubiläumswallfahrt der Marienbruderschaft Jetzendorf

Mit dem Bus bis nach Heiligenstatt und von dort den Kreuzweg zu Fuß mit einer Wallfahrt nach Altötting – so wurde das 300. Jubiläum der Marienbruderschaft Jetzendorf auch hier im "Herzen Bayerns" am 22. September begangen. Abschließender Höhepunkt war dann der feierliche Dankgottesdienst in der Bruder Konrad-Kirche. Wenn man den hl. Br. Konrad schon als Namenspatron hat, bekräftigte Dekan Konrad Eder, dann sei es eine Ehre und Freude auch beim hl. Pförtner von Altötting Gottesdienst zu feiern. Der Festtag Mariä Himmelfahrt werde in Jetzendorf alljährlich groß mit dem "Frautag" gefeiert – heuer mit der Marienbruderschaft zum 300. Mal. Marienbruderschaften gebe es – 1579 angeregt von Herzog Wilhelm V. und genehmigt durch Papst Gregor XIII. – in ganz Bayern und man wollte durch die Aufstellung einer Kopie des Altöttinger Gnadenbildes auf diese Weise einem lebendigen katholischen Glauben neue Impulse geben. Am Fest Mariä Himmelfahrt, 15. August 1713, stellte der Abt von Scheyern, Benedikt II., eine Altöttinger Muttergottes-Kopie in der Pfarrkirche von Jetzendorf auf. Als Hauptzweck der Bruderschaft wird in den Statuten die Erhaltung und Förderung des Glaubens genannt durch Andachten zu Ehren der Muttergottes.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nach Hause kommen – 16. Mondseer Fußwallfahrt

Selbst Altöttings Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl ließ es sich nicht nehmen, dem festlichen Einzug der 16. Mondseer Fußwallfahrt am 21. September beizuwohnen und freudig begrüßte er den geistlichen Begleiter Kaplan Christoph Mielnik und Pilgerleiter Sepp Eichriedler. Dieses Jahr spielte die Musikkapelle aus der Mondseer Nachbargemeinde Oberwang die Fußpilger nach dreitägigem Marsch über den Kapellplatz zur Stiftspfarrkirche. Die Bürgermusikkapelle wie auch der Pfarrer von Mondsee, Dr. Ernst Wageneder, waren anderweitig verpflichtet (Feierliche Investitur der Grabesritter mit Bischof Kothgasser). "Nach Haus zu kommen, im Glauben beheimatet zu sein, tut gut", rief Kapuzinerpater Br. Berthold Oehler den Pilgern bei der Begrüßung zu. Für Heiterkeit sorgte Kaplan Mielnik, der den Weg nach Altötting mitmarschiert war und mitgebetet hatte und seine Freude darüber bei Gottesdienst-Beginn kund tat: "Obwohl es nicht einfach war, haben wir es geschafft und o Wunder, meine Füße tun nicht weh! Wir haben viel geredet und gebetet, und was wir im Herzen tragen, wollen wir unserer Mutter Maria in dieser Messintention anempfehlen." Aber auch die Alt-öttinger fühlen sich in Mondsee daheim - die heurige Pfarrwallfahrt im Frühjahr führte ins schöne Salzkammergut; dabei wurde eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes in der Mondseer Basilika installiert.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Herz und Verstand – Pilger aus Kühbach

Kapuzinerpater Br. Georg Greimel sagte den Wallfahrtsteilnehmern der Pfarreiengemeinschaft Kühbach/Unterbernbach, allen voran Pfarrer Paul Mahl, am 21. September nach dem feierlichen Einzug mit kurzer Statio vor der Gnadenkapelle ein herzliches Grüß Gott im "Herzen Bayerns". Jemanden sein Herz schenken, bedeute, jemanden zu lieben und die Muttergottes von Altötting werde geliebt und geschätzt. Dies bestätige die große alljährliche Pilgergemeinschaft, in die sich auch die Buswallfahrt aus Kühbach mit ihrem Gebet einreiht. Ankommen, wie hier am Gnadenort sei ein eigener Vorgang und eigenes Erleben, ganz da zu sein mit allen Gedanken, Sinnen, Herz und Verstand. Freude empfand Br. Georg auch angesichts der pilgernden Kinder. Für diese wurde ein kindgerechtes Programm zusammengestellt, u.a. ein eigener Rosenkranz schon während der Busfahrt und ein Besuch der Schatzkammer am Gnadenort. Gemeinsam wurde eine hl. Messe im Kongregationssaal gefeiert und am Nachmittag bei einer Andacht zur Muttergottes gebetet.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Ersatz-Radwallfahrt – Radpilger aus Cham

Zwar wurden die 24 Radpilger aus Cham/St. Josef am ersten Pilgertag "eingewässert" und hatten mit Gegenwind zu kämpfen, aber dafür war das Wetter am Samstag, 21. September, bis zum Erreichen des Pilgerziels wunschgemäß, berichtete Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor, der mit den Pilgern mitradelte. Glücklich klingelnd umrundeten die Radwallfahrer aus der Oberpfalz die Gnadenkapelle. Unter dem Wallfahrtsmotto "Herr, stärke unseren Glauben!" wurde in die Pedale getreten, unterwegs bei den Raststätten gebetet. Eigentlich war der 21. September ein Ersatztermin. Denn im Juni hatte es so stark geregnet, dass die Radwallfahrt verschoben werden musste.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Christus als Weggefährte – Wallfahrt aus Burgrieden

Am 21. September erreichten auch 65 Buspilger aus Burgrieden/St. Alban mit Pfarrer Magnus Weiger den Gnadenort und zogen unter dem Geläut der Kirchenglocken zur St. Konradkirche. Bescheiden mischte sich auch Missionsbischof em. Erwin Hecht unter die Pilger. Dank zu sagen, auch dass bei der Fahrt hierher alles gut gegangen sei, gehöre auch zu einer Wallfahrt, betonte Kapuzinerpater Ludwig Wöhrle bei der Begrüßung und empfahl die Burgriedener in einem Dankgebet "Jesus Christus, unserem Weggefährten und Begleiter". Auch die Muttergottes wurde mit dem Lied "Gegrüßet seist du Königin" geehrt. P. Ludwig empfahl, sich gerade auf einer Wallfahrt intensiv mit dem Glauben auseinanderzusetzen.
Text und Foto: Roswitha Dorfner