Altöttinger Liebfrauenbote

Herbsthauptfest der Marianischen Männerkongregation mit Abt Petrus Höhensteiger OSB aus Schäftlarn

"Ja, er geht mit uns!"

Mehr als 1.500 Sodalen haben am 15. September das traditionelle Herbsthauptfest der Marianischen Männerkongregation Altötting (MC) gefeiert. Im Jubiläumsjahr – die Marianischen Kongregationen feiern heuer ihr 450-jähriges Bestehen – zelebrierte Abt Petrus Höhensteiger OSB aus Schäftlarn die Festmesse im Basilika-Kirchenzelt. Freilich war die Renovierung der St. Anna-Basilika, für die MC-Sodalen bislang am fleißigsten spendeten, eines der Hauptthemen. Doch neben dem Kirchenbau gelte es vor allem auf den "geistlichen Bau" zu achten, wie es MC-Präses Br. Georg Greimel formulierte. Abt Petrus ermunterte die Männer in seiner Predigt, ihren Glauben "hinauszutragen".

Einzug in das Basilika-Kirchenzelt mit rund 40 Fahnenabordnungen.
Einzug in das Basilika-Kirchenzelt mit rund 40 Fahnenabordnungen.

7,5 Millionen Euro werde die Renovierung nach dem momentanen Stand kosten, informierte Br. Georg beim Treffen der Obmänner im Kongregationssaal. Etwa ein Drittel der knapp 2,5 Millionen Euro Spendengelder kämen von Sodalen und Gruppen der MC. Die Renovierungsarbeiten gehen laut dem Präses gut voran, nach wie vor steht der Eröffnungstermin am Palmsonntag 2014. Heuer mussten die Sodalen mit dem Kirchenzelt vorlieb nehmen, das noch bis Mitte Oktober stehen wird und sich laut Br. Georg gerade für die großen Wallfahrtsgruppen "absolut rentiert" hat.

Auch für die MC, die das Zelt bis auf den letzten Platz füllte. Abt Petrus animierte die ungewohnte Behausung zu einer Predigt über den "biblischen Begriff" des Zeltes. "Für den Nomadenstamm der Israeliten war das Zelt ihre Heimat", erinnerte er. Mehr noch: "Wir können in diesem Zelt die Eucharistie feiern, weil Gott dieses Zelt zu einem heiligen Zelt macht – Gott ist da! Er ist wirklich in unserer Mitte!" Gott wohne eben nicht " isoliert in Mauern", sondern: "Gott will in unseren Herzen leben" und Maria selbst sei "sichtbares Zeichen dafür, dass Gott da ist Tag für Tag und mit uns geht – Ja er geht mit uns!", sagte der Abt. Maria habe "uns den Menschen Christus geschenkt" und alle Gläubigen seien dazu aufgerufen, "ihn hinauszutragen in die ganze Welt". Denn "wer glaubt, der ist unterwegs" und es liege "an uns, Gottes Anwesenheit erfahrbar zu machen" – "Wer Christi Liebe erfahren hat, der gibt sie weiter", erklärte Abt Petrus. Am Ende seiner Predigt zitierte er aus dem Wortlaut von Papst Franziskus bei der Generalaudienz vom 11. September: "Die Kirche sind wir alle: von einem kürzlich getauften Kind über den Bischof bis hin zum Papst; wir alle sind Kirche und vor den Augen Gottes gleich! (...) wir alle sind dazu berufen, Erzieher im Glauben und Verkündiger des Evangeliums zu sein. Jeder von uns soll sich fragen: Was kann ich tun, dass auch andere den christlichen Glauben spüren können?"

Den Glauben verkünden

Abt Petrus gratuliert zur Lebensweihe.
Abt Petrus gratuliert zur Lebensweihe.

Die MC jedenfalls will ihren Teil zur Glaubensverkündigung beitragen - als nächstes u.a. am 19. Oktober, wenn die bayerischen Kongregationen an der Mariensäule in München den 450. Jahrestag der Gründung der "congregatio mariana" 1563 in Rom begehen. Auch beim Katholikentag 2014 in Regensburg will sich die MC beteiligen, wie MC-Präfekt Stefan Burghart beim Obmännertreffen informierte. Dass die MC lebendig bleibt, zeigte sich beim Festgottesdienst: 17 Sodalen legten nach einjähriger Mitgliedschaft ihre Lebensweihe ab. Br. Georg begrüßte acht neue Mitglieder bei der hl. Messe zur Aufnahme der Neusodalen am Nachmittag.

In seiner Predigt erinnerte Br. Georg an das laufende "Jahr des Glaubens" und das 50-jährige Jubiläum des II. Vatikanischen Konzils. Dabei griff er auf das berühmte Bild der "schwangeren Kirche" zurück, das seinerzeit der Jesuit und Konzils-Berichterstatter Mario von Galli (1904-1987) geprägt hatte. "Wie damals muss die Kirche immer wieder neues Leben hervorbringen. Sonst wird sie alt, erstarrt und vergreist", sagte Br. Georg. Er schloss dabei auch "neue Formen der Liturgie" oder "neue Dienstämter" nicht aus, betonte aber vor allem die Weitergabe des Glaubens. Br. Georg erinnerte an Papst em. Benedikt XVI., der ein "Leiserwerden der Gottesfrage" festgestellt hatte und dazu aufrief, der "Welt von heute den 'Gott mit menschlichem Antlitz' zu verkünden". "Wir brauchen wieder den Ausgleich zwischen Tradition, Vision und Wirklichkeit", sagte Br. Georg und erinnerte: "Wir dürfen kleine Brückenbauer sein, jeder von Euch, in seiner Familie, in seiner Pfarrgruppe, in seiner Pfarrei."

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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Eucharistische Prozession am Nachmittag.
Die (Kon-)Zelebranten (v.l.): Pfr. Kasimir Spielmann, Br. Georg Greimel, Abt Petrus Höhensteiger, Pfr. Franz Hecker, Diakon Georg Hifinger.
Br. Georg Greimel und Stefan Burghart (r.) bei der Neuaufnahme.
Die Altöttinger Hofmusik gesteltete den Festgottesdienst im Kirchenzelt.
Eucharistische Prozession.
Eucharistische Prozession.