Altöttinger Liebfrauenbote

Nach Aufruf von Papst Franziskus: Auch in Altötting beteten viele Gläubige

Stiller Ruf nach Frieden

Wegen der dramatischen Ereignisse hatte Papst Franziskus für den 7. September zu einem weltweiten "Fasten- und Gebetstag für den Frieden in Syrien und anderen Konfliktregionen der Welt" aufgerufen. Auch in Altötting folgten zahlreiche Gläubige dem Appell.

Viele Gläubige nahmen u.a. an der Vigil in der Stiftskirche teil.
Viele Gläubige nahmen u.a. an der Vigil in der Stiftskirche teil.

"Ich möchte heute Abend den Herrn bitten, dass wir Christen und die Brüder und Schwestern der anderen Religionen, alle Menschen guten Willens mit Nachdruck rufen: Gewalt und Krieg sind niemals der Weg des Friedens", sagte Papst Franziskus in seiner Meditation über Gewalt und Frieden im Rahmen einer vierstündigen Gebetswache in Rom. Weltweit beteten Christen verschiedener Konfessionen sowie auch Muslime in vielen Städten für ein Ende des Blutvergießens in Syrien. "Wir verbinden uns zu dieser Stunde und in diesem Anliegen mit Papst Franziskus, der sich am Petersplatz zeitgleich mit Tausenden von Gläubigen versammelt, um im Gebet und im Geist der Buße von Gott diese große Gabe des Friedens für die syrische Nation und für alle Situationen von Konflikten und Gewalt in der Welt zu erbitten", erklärte Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner beim Samstag-Vorabendgottesdienst im Basilika-Kirchenzelt in Altötting.

Der Ruf nach Frieden war freilich ein stiller, andächtiger und nachdenklicher: In der Anbetungskapelle in Altötting versammelten sich Gläubige zu einem "24-stündigen Gebetssturm" vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, der Monstranz der Anbetungskapelle – von Samstag, 8 Uhr morgens bis Sonntag, 8 Uhr wurde gebetet. In der Gnadenkapelle fanden eine Friedensmesse und ein Rosenkranz statt. Nach der hl. Messe im Kirchenzelt zogen die Gläubigen mit der Monstranz aus der Anbetungskapelle in einer Lichterprozession über den Kapellplatz und versammelten sich schließlich zu einer einstündigen Vigil in der Stiftspfarrkirche. Nur Kerzen und Teelichter beleuchteten den Kirchenraum sowie das Allerheiligste und ein Bild der Schwarzen Madonna vor dem Volksaltar. Im Rahmen der Fürbittgebete wurden "Situationsmeldungen vor Ort, Zeugnisse aus Syrien" vorgelesen – erschütternde Meldungen und Zeugenberichte von Kriegsopfern und Flüchtlingen und nicht zuletzt von Kindern. "Schwere Zeugnisse", die Betroffenheit auslösten und so war es auch gedacht: Viele seien durch die zahlreichen Medienberichte abgestumpft und so war es ein Anliegen, die Gläubigen auch mithilfe der Berichte der Zeugen und Opfer ins Gebet zu führen, sagte Manfred Benkert – gemeinsam mit seiner Frau Maria ist er für die Koordination der Anbetungskapelle zuständig und gemeinsam mit einigen Gläubigen aus dem Kreis der Beter in der Anbetungskapelle und in Zusammenarbeit mit der Wallfahrtsleitung hatte das Ehepaar Benkert die Gebetswache für den Frieden organisiert. Die Initiative stieß auf sehr positive Resonanz bei den Gläubigen und soll keine einmalige Angelegenheit bleiben. "Wir wollen in der Anbetungskapelle weiterhin sehr intensiv für den Frieden beten", sagte Benkert und verwies auf den ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus. In der Kapelle liegen Gebetszettel aus, alle Gläubigen sind eingeladen, sich dem Gebet anzuschließen.

"Lasst uns beten für den Frieden in Syrien. Bitten wir für das Ende aller Gewalt und des bewaffneten Konflikts. Bitten wir gemeinsam mit dem Heiligen Vater, alle miteinander vereint: Maria, Königin des Friedens, bitte für Syrien, bitte für uns", so eine Bitte während der Vigil. "Möge das Waffenrasseln aufhören", bat auch Papst Franziskus in Rom, der trotz der Ereignisse auch eine hoffnungsvolle Botschaft formulierte: "Ja, es ist für alle möglich", antwortete er auf die Frage, ob es möglich sei "den Weg des Friedens einzuschlagen". "Ich möchte, dass jeder von uns – vom Kleinsten bis zum Größten, bis hin zu denen, die berufen sind, die Nationen zu regieren - antwortet: Ja, wir wollen es!"

Text: red, Fotos: Roswitha Dorfner

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