Altöttinger Liebfrauenbote

61. KAB-Arbeiterwallfahrt Eisenstadt

"Zeugnis für den Glauben geben"

Herzlich begrüßte am Sonntag, 1. September Kapuzinerpater Bruder Andreas Kaiser, der Wallfahrtskustos, Guardian und Rektor der St. Anna-Basilika von Altötting, die 800 Pilger der 61. KAB-Arbeiterwallfahrt Eisenstadt. Hauptzelebrant und Prediger, Diözesanbischof Dr. Ägidius J. Zsifkovicz, rief die Gläubigen beim Festgottesdienst im Kirchenzelt dazu auf, Zeugnis zu geben für ihren Glauben.

Bischof Ägidius Zsifkovicz und KAB-Vorsitzender Predl übergaben an Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser eine Votivkerze.
Bischof Ägidius Zsifkovicz und KAB-Vorsitzender Predl (l.) übergaben an Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser eine Votivkerze.

In der Geschichte Bayerns und weit darüber hinaus sei der Gnadenort in Altötting eine Quelle zur Glaubensvertiefung und eine Ermutigung zum Glaubenzeugnis, betonte Bischof Ägidius beim Festgottesdienst. Gerade an einem Wallfahrtsort wie hier in Altötting könne man das Licht, die Flamme des Glaubens entzünden. Er übergab Br. Andreas eine Votivkerze. Br. Andreas, Altöttings 2. Bürgermeister Wolfgang Sellner und KAB-Vorsitzender Martin Antwerpen beglückwünschten den hohen Würdenträger während der Grußworte auch zu dessen "heutigem Namenstag". Bereits am Vorabend des 31. August hatten die Gläubigen im Rahmen einer feierlichen Lichterprozession um das Heiligtum Unserer Lieben Frau das Wallfahrtsmotto "Zeugnis für den Glauben geben" in die Tat umgesetzt.

Hoffnungsspender sein

Die Altöttinger Vertretung – KAB-Vorsitzender Martin Antwerpen und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Sellner freuen sich mit Kommerzialraut Paul Blaguss (50. Wallfahrtsteilnahme und 75. Geburtstag).
Die Altöttinger Vertretung – KAB-Vorsitzender Martin Antwerpen (l.) und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Sellner (r.) freuen sich mit Kommerzialraut Paul Blaguss (50. Wallfahrtsteilnahme und 75. Geburtstag).

"Was heißt für uns Christen, Jesu Auftrag im Evangelium 'Seid meine Zeugen'", hinterfragte der Festprediger. Jesus hätte seine Jünger nicht in die Welt geschickt, damit sie einem Märchenonkel gleich, allen erzählten, was sie damals mit ihm alles erlebt hätten. Sie sollen Zeugen sein, bedeute viel mehr: "Sie sollen mit ihrer Person und Existenz für die Sache Jesu einstehen. Des Weiteren sollen sie fortsetzen, was Jesus selbst getan hat: die Kranken und wunde Seelen heilen – Vergebung zusprechen und die Nähe Gottes erfahrbar machen!"

In seinen Jüngern wolle Jesus weiter unter uns Menschen sein – "auch heute!", erklärte Bischof Zsifkovicz. Diese Sendung und Einsetzung der Jünger Jesu zu Stellvertretern und Zeugen Christi in der Welt erfolge durch Gottes Geist: "Jesus bleibt in dieser Welt gegenwärtig durch geist-erfüllte Menschen, die sich erfüllen und anstecken lassen von seinem Geist und die so seine Sache zu ihrer Sache machen und 'Stellvertreter-Zeugen Christi' auf Erden werden!" Gerade wir Christen, Getaufte und Gefirmte, gehörten nicht bloß zum "Verein der Freunde Jesu", sondern "wir sind Stellvertreter Jesu hier auf Erden!" Durch uns wolle Jesus nach seinem Tod und seiner Auferstehung in dieser Welt lebendig sein, den Menschen begegnen, auf Kranke, Arme, Notleidende, Gescheiterte und Sünder, Ausgestoßene und Fernstehende, Einsame und Verzagte zugehen. Wir sollten Hoffnungsspender sein und den Menschen die Liebe Gottes spürbar machen.

Bescheidenheit und Demut

Herzlich begrüßte Bischof Ägidius Zsifkovicz Wallfahrtsteilnehmer.
Herzlich begrüßte Bischof Ägidius Zsifkovicz Wallfahrtsteilnehmer.

"Sind wir Christen uns dessen überhaupt bewusst oder sind wir nicht weithin gleichgültig, müde und lauh geworden", fragte Bischof Ägidius. Das grenzenlose Vertrauen Jesu in uns Menschen sei das schöne unseres Glaubens: "Er traut uns zu, sein Werk weiterzuführen, als seine Mitarbeiter weiterzubauen auf dem Fundament, das Er gelegt hat: er traut uns zu, mit unseren Händen Seine Arbeit heute zu tun, mit unseren Füßen Menschen auf Seinem Weg zu führen, mit unseren Lippen von Ihm zu erzählen – denn wir sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest. Wir sind Gottes letzte Botschaft, in Taten und Worten geschrieben."

Bescheidenheit und Demut zeichneten einen glaubwürdigen Zeugen Jesu aus, erklärte der Bischof. Nicht Größenwahn, Profitsucht und Brutalität, wie es in unserer Welt und Zeit immer öfter praktiziert werde, seien tragende Bestandteile, sondern der stille Einsatz von vielen kleinen, bescheidenen und demütigen Menschen. Abschließend empfahl Bischof Ägidius den Blick auf die Gottesmutter zu richten: "Das beste Vorbild glaubwürdiger Zeugenschaft Jesu ist für uns Maria – sie hatte ein offenes Ohr für Gottes Ruf, Seinen Auftrag angenommen und ausgeführt in dienender Liebe!"

Als Solidaritätsopfer wurden über 5.000 € während der Herfahrt nach Altötting gesammelt und damit Sr. Helene Unger, ihr missionarischer Dienst für Kinder und Kranke im Senegal, unterstützt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner