Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Langsam wird es nass und frisch, die Zeit der großen Pilgerzüge wie der Hallertauer ist für diese Saison beendet – viele kleinere Gruppen waren in den letzten Tagen dennoch unterwegs zu Unserer Lieben Frau von Altötting und einige kommen auch noch in den ausstehenden Herbsttagen.

Wie Jesus im Tempel

Diesen Wallfahrtstag in Altötting wird eine Familie aus Bruchsal nicht so schnell vergessen: Am 28. September, ein sonniger Herbsttag, besuchte die Familie Stanny mit dem 13jährigen Christoph (2.v.r.), den Gnadenort. Freudig hatte Christoph, ein großer Papst-Benedikt-Fan, wie seinem T-Shirt zu entnehmen war, bei der hl. Messe der Pilgergruppe aus Straubing-Alburg in der Gnadenkapelle ministriert – Pfarrer Heinrich Weber (2.v.l.) war darüber sehr froh, denn er hatte keinen eigenen Ministranten dabei. Familie Stanny war noch mehrmals anzutreffen, doch die gute Stimmung war dahin, denn verzweifelt suchten sie nach Christoph, der scheinbar spurlos verschwunden war. Trotz intensiver Suche auf dem Kapellplatz und Umgebung, trotz Lautsprecher-Durchsage – Christoph blieb verschwunden. Auch am Nachmittag keine Spur von ihm. Dann am Spätnachmittag die erlösende Nachricht - Christoph wurde gefunden: Seelenruhig und ohne vorher etwas zu sagen, hatte dieser in den Altöttinger Kirchen – wo halt gerade "Not am Mann" war – bei den Pilgergottesdiensten ministriert, nichtsahnend, dass er eine solch große Suchaktion auslösen würde. Pfr. Weber meinte schmunzelnd, die Geschichte sei ja fast so wie in der Bibel, als Josef und Maria den 12-Jährigen Jesus suchten und ihn dann im Tempel wieder fanden!"
Text und Foto: Roswitha Dorfner

Zur Königin des Friedens

Zum 26. Mal umrundeten die Fußpilger aus Waidhofen nach dreitägigem Fußmarsch am 28. September das Heiligtum Unserer Lieben Frau. Mit Pilgerleiter Josef Weber und Mitorganisator Bernhard Hanke, Pfarrsekretär aus Schrobenhausen, war die Wallfahrt in bewährter Weise durchgeführt worden und glücklich stimmten die 57 Teilnehmer – nachdem sie zum abschließenden Pilgergottesdienst in der St. Konradkirche Platz genommen hatten – "Gegrüßet seist Du Königin" an. Jeder könne sein "Päckchen" das er mitgetragen habe, der Gottesmutter zu Füßen legen, versicherte Kapuzinerpater Ludwig Wörle und empfahl immer wieder auch für den Frieden zu beten.
Text und Foto: Roswitha Dorfner

Ukrainer pilgern zu Maria

Am Sonntag, 29. September, dem Fest der Erzengel, feierte eine Pilgergruppe der in Bayern und Österreich lebenden Ukrainer nach dem Ritus der Liturgie des hl. Chrysostomus einen festlichen Gottesdienst mit dem Apostolischen Exarchen, Bischof Petro Kryk. Dieser legte seinen "Landsleuten" im Jahr des Glaubens besonders eine "Glaubensvertiefung" in der Feier der hl. Eucharistie ans Herz. Mit einer feierlichen Prozession, voran die Fahnenabordnung und Priester, zogen die Gläubigen zur Gnadenkapelle, um bei einer kurzen Statio mit Liedern und Gebeten die Gottesmutter zu ehren.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Kreuzträger geehrt

Über 180 Jahre alt ist die Wallfahrt der Uttendorfer – aber erst ein Kriegsheimkehrer hat diese Wallfahrtstradition wieder "ins Leben gerufen". So haben 145 Fußpilger das Gelöbnis am 28. September mit ihrer Fußwallfahrt zur Gnadenmutter von Altötting erneut eingelöst und mit einer Pilgermesse in der Bruder Konrad-Kirche gekrönt. P. Alfred, der mit seinen Uttendorfern Eucharistie feierte, ehrte am Schluss die beiden Vortragskreuz-Träger Hubert Putscher (Hinweg) und Josef Pieringer (Heimweg) mit einer päpstlichen Urkunde. Zu Maria, dem Urbild der Kirche pilgern, bedeute Kraft schöpfen auf dem Weg des Glaubens und im Vertrauen auf Gott, so Kapuzinerpater Rigobert Buchschachner in seiner Predigt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Am Tag der Einheit

25 km hatten die 77 Fußpilger aus Pfarrkirchen – unter Leitung von Gemeindereferent Josef Adler – zurückgelegt, als sie am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, den Wallfahrtsort erreichten. Um 7 Uhr früh waren sie in Tann losmarschiert und zogen gegen Mittag über den Kapellplatz. Mit großem Schwung seien die Pfarrkirchner mit ihrem neuen Kaplan Michael Vogt (1. Bild r.) angekommen, um hier an der Pilgerstätte zur Ruhe zu kommen, stellte Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler fest, der die Fußpilger von der Herrnmühlstraße zur Gnadenkapelle einbegleitet hatte und mit herzlichen Grußworten willkommen hieß. Bei der Gottesmutter könne man "abladen" und mit leichtem Gepäck den Rückweg antreten. Gerade im Jahr des Glaubens werde uns bewusst: "Der Glaube gibt Kraft, wer glaubt, setzt sich auch ein für Frieden und Einheit", so P. Berthold. Die Muttergottes begleite uns wegweisend durchs Leben und helfe uns auf dem rechten Glaubensweg zu bleiben!
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

 

Trotz Gegenwind

Drei Tage im Glauben unterwegs waren die 24 Fußpilger aus Peiting unter der Leitung von Elfriede Schmid. Trotz teils kaltem Ostwind, der den Pilgern kräftig entgegenblies, erreichten sie am 4. Oktober ihr Pilgerziel und nach dem Umrunden der Gnadenkapelle begaben sie sich mit Kapuzinerpater Br. Georg Greimel in die Br. Konrad Kirche zu einer kurzen Andacht. Br. Georg verwies dabei auf den Festtag des hl. Franziskus, dessen Spuren nach Assisi führten. In der Portiunkula-Kapelle habe Franziskus sein Grab gefunden. Portiunkula bedeute "kleines Teilchen" und auch die Pilger, die jährlich zur Gnadenmutter nach Altötting pilgerten setzten sich aus kleinen Teilchen zu einer großen Glaubensgemeinschaft zusammen. Die Peitinger zogen abschließend hinauf zur Gnadenkapelle, um dort die Gottesmutter zu grüßen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner