Altöttinger Liebfrauenbote

Aus der Oberpfalz in das Zentrum der Christenheit

Ein Christbaum für Rom

Wenn am 13. Dezember nachmittags um vier Uhr auf dem Petersplatz in Rom der rund 25 Meter hohe Christbaum erstmals beleuchtet wird, dann strahlen in diesem Moment nicht nur die Augen der Römerinnen und Römer, die zu diesem Spektakel traditionell auf die Piazza San Pietro gekommen sind, sondern ganz besonders auch jene der Pilger aus Bayern. Aus der oberpfälzischen Festspielstadt Waldmünchen nämlich wird eine große Pilgergruppe in diesen Tagen auch in der Ewigen Stadt sein. Bereits zum zweiten Mal kommt der Christbaum auf dem Petersplatz aus ihrem Ort im Landkreis Cham.

Papst Johannes Paul II. begrüßt bei der ersten Christbaumaktion der Waldmünchner 1984 eine Abordnung der "Schwarzen Panduren" in ihren typischen Festspielkostümen.
Papst Johannes Paul II. begrüßt bei der ersten Christbaumaktion der Waldmünchner 1984 eine Abordnung der "Schwarzen Panduren" in ihren typischen Festspielkostümen.

Unter den zigtausend Pilgern werden vor allem die Hauptorganisatoren der Christbaumaktion besonders herausstechen, werden sie doch in ihren Kostümen des Festspiels "Trenck der Pandur vor Waldmünchen" nach Rom reisen. Die "Schwarzen Panduren", bis auf die Zähne bewaffnete Freischärler des 18. Jahrhunderts, bekleidet mit Fellmützen und langen, schwarzen Mänteln, waren schon im Jahre 1984 ein großer Hingucker, als sie zum ersten Mal den Christbaum in das Zentrum der Christenheit brachten.

Viele Hände und Köpfe

Die Waldmünchner Pilgergruppe 1984 im Zentrum der katholischen Christenheit, stolz haben sie sich vor ihrem Christbaum zum Gruppenbild formiert.
Die Waldmünchner Pilgergruppe 1984 im Zentrum der katholischen Christenheit, stolz haben sie sich vor ihrem Christbaum zum Gruppenbild formiert.

Damals war Waldmünchen noch eine Stadt am Eisernen Vorhang, der Deutschland und Europa teilte, eine Stadt am Rande der westlichen Welt. Die Begegnung der Panduren mit Papst Johannes Paul II. war sicher nicht nur für die Waldmünchner Laienschauspieler etwas ganz besonderes. Bereits vor fast dreißig Jahren dabei war auch der Apostolische Protonotar Dr. Max Hopfner aus Regensburg, der ein exzellenter Romkenner ist. Denn die Organisation einer solchen Aktion braucht viele Hände und Köpfe. Angefangen von der Auswahl und dem Fällen des rund 25 Meter langen Baumes über den 1.150 Kilometer weiten Transport von Waldmünchen nach Rom bis hin zu den Formalitäten in Rom. Das sind sowohl große organisatorische als auch logistische Herausforderungen für alle Beteiligten. Außerdem gehört das Anfertigen des Christbaumschmucks auch zu den Aufgaben der Baum-Spender.

Bis zum Jahre 2024 sind die Herkunftsorte des Baumes schon vergeben

Papst emeritus Benedikt XVI. und die Waldmünchner Delegation bei ihrem Vorbesuch im Juli 2013, rechts von ihm Prälat Dr. Max Hopfner, links der Chamer Landrat Franz Löffler.
Papst emeritus Benedikt XVI. und die Waldmünchner Delegation bei ihrem Vorbesuch im Juli 2013, rechts von ihm Prälat Dr. Max Hopfner, links der Chamer Landrat Franz Löffler.

Wer diese Ehre haben möchte, der muss lange warten, bis zum Jahre 2024 sind die Herkunftsorte des Baumes schon vergeben. Beim dreitägigen Romaufenthalt im Dezember wird sich ein Höhepunkt an den anderen reihen. Neben ausführlichen Stadtführungen und verschiedenen Pilgergottesdiensten, steht auch eine Sonderaudienz mit Papst Franziskus für die Waldmünchner auf dem Programm. Ob es auch ein Wiedersehen mit Papst Benedikt XVI. geben wird, der als Kardinal 1987 schon die Trenckfestspiele in Waldmünchen besuchte, das ist noch nicht absehbar. Bei einer Vorbereitungsfahrt im Juli dieses Jahres hatte eine fünfköpfige Delegation, an ihrer Spitze Prälat Dr. Max Hopfner und Landrat Franz Löffler, die große Freude und Ehre, einer Begegnung mit dem ehemaligen Papst aus Bayern.

Text: Carl Prämaßing, Fotos: Verein der Trenckfestspiele e.V. 1, Privatarchiv Franz Joseph Ulschmid (Repro Prämaßing) 2

Eine Busreise zur Weihnachtsbaumübergabe findet vom 10.-14.12.2013 statt. Buchungen dafür nimmt Prälat Dr. Max Hopfner in Regensburg unter Telefon 0941 85222 entgegen. Die genaue Reiseroute ist im Internet unter www.christbaum-für-rom.de ersichtlich.