Altöttinger Liebfrauenbote

Diakonenweihe in Altötting

Neuer "Diener Jesu"

Bischof em. Wilhelm Schraml hat am 26. Oktober in der Altöttinger Stiftspfarrkirche Anton Haslberger aus dem Passauer Priesterseminar St. Stephan zum Diakon geweiht. Dabei sprach Schraml von einer Grundentscheidung zum Dienst für Gott, in der Kirche und für die Menschen.

Bischof em. Schraml überreicht das Evangelienbuch an Diakon Haslberger.
Bischof em. Schraml überreicht das Evangelienbuch an Diakon Haslberger.

Wesentlich sei die "innere Entscheidung als ein Diener – griechisch Diakonos – Jesu zu leben und dem Anruf Gottes zu folgen", betonte der Bischof in seiner Predigt. Mit Blick auf den Dienst in der Kirche warnte der Altbischof vor "Konfrontation statt Kommunikation" und vor "Spaltung statt Einigung". Die Weihe mit der Verpflichtung zum Zölibat, so der Altbischof, sei Abschied vom Lebensmodell einer Familie, auch vom eigenen Willen. Wer Diener Jesu sein wolle, könne wie die Gottesmutter Maria nur Gott über sich verfügen lassen. Das Weihesakrament sei zugleich Aufbruch, "in die ungeteilte Liebe Christi und in die Demut den Menschen gegenüber".

Vor der Handauflegung durch den Bischof und damit der Weihe hatte sich der Kandidat als Zeichen der persönlichen Hingabe auf den Boden gelegt. Als sichtbares Zeichen seines Auftrages überreichte der Bischof em. dem Diakon, der nun Stola und Dalmatika trug, das Evangelienbuch. Mit dem Friedensgruß nahm ihn der Altbischof in die Gemeinschaft der Priester und Diakone auf.

Den Menschen auf Augenhöhe begegnen

Prozession zur Gnadenkapelle.
Prozession zur Gnadenkapelle.

Nach dem feierlichen Weihegottesdienst zogen der Altbischof, der Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl, die Domkapitulare, Priester und Diakone mit dem Neugeweihten in die Gnadenkapelle. Dort stellte der künftige Priester sein Leben unter den Schutz der Muttergottes.

Haslberger betont, ihm sei es wichtig, "in den unterschiedlichen Lebensbereichen, Menschen dazu zu ermutigen, aus der Kraft unseres Glaubens ihr Leben selbstverantwortet zu leben". Den Menschen auf Augenhöhe begegnen: darin ist ihm Jesus das Beispiel und Vorbild.

Entscheidung lange gereift

Diakon Anton Haslberger vor der Gnadenkapelle.
Diakon Anton Haslberger vor der Gnadenkapelle.

Haslberger, 1977 geboren, wird im nächsten Jahr zum Priester geweiht. Er stammt aus Freising und ist zur Zeit Pastoralpraktikant im Pfarrverband Bad Griesbach. Der Diplomtheologe hat viel Erfahrung im sozialen Bereich und im Umgang mit behinderten Menschen gesammelt, etwa beim Franziskuswerk Schönbrunn. Von 2009 bis 2012 arbeitete er beim Kulturmanagement des Erzbistums München und Freising mit.

Die Entscheidung zum Diakon und Priester ist bei ihm lange gereift. Im Glaubensleben in der eigenen Familie, in der Zeit als Ministrant und kirchlich engagierter Jugendlicher liegen die Wurzeln. "Als Heilerziehungspfleger und verschiedene Arbeitsbereiche im Feld der Behindertenhilfe und die Begegnung mit geistlichen Menschen haben in mir die Frage, ob der diakonale und priesterliche Dienst in unserer Kirche auch etwas für mich sein könnte, vertieft und verstärkt", betont er. So entschloss er sich im Spätberufenen-Seminar St. Matthias in Waldram die allgemeine Hochschulreife zu erwerben, um anschließend mit dem Beginn der philosophischen und theologischen Studien ins Priesterseminar St. Johannes der Täufer in München einzutreten. Die Begegnungen mit den Menschen Afrikas – er verbrachte ein Studienjahr in Nairobi in Kenia – wurden ihm "zu einer wichtigen weltkirchlichen Erfahrung".

Text: iop/ red, Fotos: Roswitha Dorfner