Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Bereits eine Woche vor dem großen "Ansturm" am Pfingstwochenende strömten traditionell viele Pilgergruppen nach Altötting. Die größte Gruppe waren die Oberpfälzer Fußwallfahrer mit rund 1.500 Teilnehmern...

Glaubens-Gemeinschaft trägt – Oberpfälzer Fußwallfahrt

Ganz ungeduldig warteten Leonhard Fruth-Paulus (2) und sein Brüderchen Wendelin-Konrad (1) am Dienstag, 14. Mai, am Kapellplatz. Die Mama war mit der Hemauer Gruppe, die neben der Beilngrieser, der Günchinger und Daßwanger zur Oberpfälzer Fußwallfahrt zählt, auf dem Weg zur Gnadenmutter nach Altötting. Endlich begannen die Kirchenglocken zu läuten, die Musikkapelle Altötting "spielte" feierlich die 1.500 Fußwallfahrer über den Kapellplatz. Im Spalier der Abholer brach Jubel aus, winkend wurden die Angehörigen begrüßt und beglückwünscht. "Allein hätte ich das nicht geschafft", erzählte ein Kreuzträger dem einbegleitenden Kapuzinerpater Andreas Kaiser, dem Wallfahrtskustos, Guardian und Rektor der St. Anna-Basilika und momentan auch Hausherrn des Kirchenzelts. "Gemeinschaft trägt und stärkt!" rief dieser den Oberpfälzern im Kirchenzelt zu und freute sich mit den Pilgern, dass trotz mancher Wetterunbilden auf der viertägigen Fußwallfahrt alles gut gegangen sei. "Voll Freude sind wir nach Altötting gekommen zur Mutter unseres Herrn Jesus Christus!" bekräftigte beim Pilgergottesdienst der Hauptzelebrant und Prediger Pfarrer Karl Schmid. Dass sie für den irdischen Pilgerweg zu Gott mit wenig Komfort auskommen können, haben die Oberpfälzer Fußwallfahrer reichlich bewiesen. Glücklich, wer sich nach dem viertägigen Marsch im Garten der Kapuziner oder auf den Rasenflächen am Kapellplatz auf einer Isomatte ausruhen konnte und sich der schweren Wanderstiefel entledigte. Dabei kam so manche Blessur zum Vorschein. Doch wie sagte Pfr. Schmid in seiner Predigt: "Gott ist die Liebe und wahrhaft lieben bedeute auch leiden und sein Kreuz auf sich nehmen!" Ihr Kreuz und Anliegen, aber auch ihren Dank konnten die Wallfahrtsteilnehmer der Günchinger Gruppe mit Christian Weigert als Pilgerleiter, erstmals in einem mitgeführten, bebilderten "Gnadenbuch" eintragen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Grund zur Freude – Sternwallfahrt der Diözese Eichstätt

Am Muttertags-Sonntag, 12. Mai erreichte die Sternwallfahrt der Diözese Eichstätt – davon der größte Teil der Buspilger aus dem Dekanat Neumarkt/Opf. – den Gnadenort. Hauptzelebrant des Festgottesdienstes – musikalisch bestens gestaltet von Kapellchor und -orchester -im dicht gefüllten Kirchenzelt war Bischof Gregor Maria Hanke, dessen Zuwendung manchen Pilger schier überwältigte (Foto). Bischof Hanke stellte in seiner Predigt neben dem Dank an alle anwesenden Mütter besonders die Gottesmutter Maria in den Vordergrund. Unter ihrem schützenden "Dach" hätten alle Platz, die sie um Hilfe anflehten, aber auch zu danken wüssten. Dankbar sind sicherlich auch die Kapuziner von Altötting. Am Ende der Festmesse trat Konzelebrant Domvikar Reinhard Kürzinger symbolisch mit einem Malerpinsel in Händen ans Mikrophon. Im Namen Bischof Hankes verkündete er als Zeichen der Solidarität mit den Kapuzinern, dass sich die Diözese Eichstätt an den hohen Restaurierungskosten der St. Anna-Basilika beteiligen werde und 5.000 Euro für die Innenanstrichfarbe spende. Damit sich auch die Eichstätter von Herzen freuen könnten, wenn die Wallfahrtsbasilika bei der nächsten Sternwallfahrt nach Altötting zur Ehre Gottes wieder hell und freundlich erstrahle!
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

 

Blümchen für die Mama – Fußwallfahrt aus Berg im Gau

Bei der 18. Fußwallfahrt aus Berg im Gau, die auch heuer wieder trefflich von Johann Wolfelsperger geleitet wurde, stürmten beim Eintreffen am Kapellplatz die wartenden Kinder der ankommenden Pilgergruppe entgegen. Am Muttertagssonntag, 12. Mai, erhielten natürlich besonders die mitpilgernden Mamas ein Blümchen auch als Willkommensgeschenk. Gemeinsam betend und singend mit den kleinen Holzkreuzen in Händen, ging's zur Gnadenkapelle "unserer aller Mutter". Hier stimmte nach der herzlichen Pilgerbegrüßung der Hausherr der Gnadenkapelle, Administrator Prälat Ludwig Limbrunner, ein Salve Regina an, bevor die Pilger zur Institutskirche der Congregatio-Jesu-Schwestern weiterzogen, um dort Pilgergottesdienst zu feiern.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Rosen und Feldküche – Fußpilger aus Ingolstadt-Zuchering

Jeder Wallfahrtsteilnehmer erhält zum Dank für die Teilnahme in Altötting eine "Muttertagsrose" – diese schöne Tradition wurde auch am Muttertags-Sonntag, 12. Mai nach viertägiger Wallfahrt der Fußpilger aus Ingolstadt-Zuchering fortgesetzt. Organisiert in bewährter Weise von Erna und Herbert Kramer, bestens unterwegs versorgt von "Feldküche" Marianne Schiebl konnte auch das schlechte Pilgerwetter der guten Laune nichts anhaben. So wurde nach dem Ankommen am Pilgerziel, herzlich begrüßt von Kapuzinerbruder Ernst-Konrad Mackenbrock, vor der Gnadenkapelle "Segne du Maria" angestimmt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Ihr seid positiv Verrückte" – 25. Landshuter Nacht-Fußwallfahrt nach Altötting

Alljährlich ein bekanntes Bild: Wenn die Landshuter, die Nacht hindurch gepilgert, nach 60 km Fußweg die Herrenmühlstraße in Altötting passieren, dann zeigt Pilgerführer Günther Fries auf die Uhr: Ankunft pünktlich, wie angemeldet, 8.45 Uhr. Dieses Mal hatten die Landshuter jedoch drei Minuten Verspätung, worauf Wallfahrtskustos P. Andreas Kaiser, der zusammen mit Administrator Prälat Ludwig Limbrunner die Fußpilger aus der niederbayerischen Herzogstadt abholte, schmunzelnd hinwies. Doch Pilgerleiter Fries winkte ab, heuer, beim 25-jährigen Wallfahrtsjubiläum sei eine kleine Verspätung erlaubt. Über den Kapellplatz wurden die 200 Pilger "zum Wachwerden" dann festlich von der Altöttinger Musikkapelle hereingespielt, die Kirchenglocken läuteten zum Gruße. Auf das Jahr 1493 gehe die Landshuter Wallfahrt zurück, wie ein altes Votivbild in der Gnadenkapelle künde, brachte Prälat Limbrunner in Erinnerung. Vor 25 Jahren habe Pilgerführer Fries sie wieder "ins Leben gerufen". Dafür gebühre ihm großer Dank. Und nachdem die Fußpilger neben der Jubiläumskerze auch einen "echten Rosenkranz" (gebunden aus Buchs und Rosen) dabei hatten, wollte Limbrunner den Pilgerführer ehrend krönen – zur Erheiterung der Wallfahrtsteilnehmer. Doch dieser verwies lachend, dass dieses Kränzchen alljährlich an das alte Votivbild in der Gnadenkapelle geheftet werde und nicht für ihn bestimmt sei. Als "positiv Verrückte" bezeichnete Wallfahrtskustos P. Andreas die Landshuter. Gleichzeitig bedankte er sich für diesen Mut, verrückt zu sein mit dem weiten Fußmarsch "im Glauben unterwegs" nach Altötting! Das besonderes Glaubenszeugnis einer jungen Mutter sei hier angemerkt: Unter den Landshuter Fußpilgern am Muttertagssonntag, 12. Mai, befand sich auch heuer wieder Caroline Unterholzner. Im Arm von Papa Hans wartete ihr dreijähriges Söhnchen Vincent sehnlichst auf die Mama und drückte ihr glücklich, innigst an sie geschmiegt ein Bussi an die Wange. Ein gewöhnliches Pilgereinzugsbild am Kapellplatz, werden viele meinen. Aber die Geschichte des kleinen Vincent ist eine andere, die wir mit der Erlaubnis der jungen Mutter veröffentlichen dürfen und die vielleicht so manch einen im Leben unzufriedenen Zeitgenossen zum Nachdenken anregen wird: Vincent kam vor drei Jahren als Frühchen zur Welt. Und für die sehr christlich erzogene junge Mutter war es selbstverständlich, nach der schicksalhaften Geburt ihres Kindes bereits vor drei Jahren bei der Muttergottes von Altötting um Kraft und Stärke zu bitten. Vincent hätte sich in den drei Jahren wie ein gleichaltriger Bub gut entwickelt, worin Mama Caroline ein großes Wunder sieht, nur die Motorik, das Laufenlernen bereiteten ihrem Sohn große Schwierigkeiten. Im Oktober letzten Jahres war es endlich so weit, mit Hilfe der Mutter Gottes und der Kinderorthopädischen Klinik in Aschau im Chiemgau habe es klein Vincent geschafft. Caroline Unterholzner: "Dieses Zeugnis christlichen Glaubens dürfen Sie gerne im Liebfrauenboten erzählen, denn gerade in unserer schnellebigen Zeit ist es so wichtig, dass wir zu unserem Glauben stehen und diesen weitergeben an unsere Kinder, der ihnen immer Halt und Zuversicht geben wird. Uns ist es ein inniges Bedürfnis Vergelt's Gott bei der Muttergottes von Altötting zu sagen!"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Goldenes Jubiläum für St. Wolfgang-Pilger aus Regensburg

Quasi ein halbes Jahrhundert kommen "die Wolfgangler" aus Regensburg nach Altötting zu Unserer Lieben Frau "auf Schusters Rappen" gepilgert. Heuer jährte sich die dreitägige Fußwallfahrt, organisiert von Klaus Kühnlein, zum 50. Mal. Nach Ankunft und Einzug in die Gnadenkapelle am Samstag, 11. Mai, nach dem Entzünden der Jubiläumskerze bedankten sich die Männer mit einem Ave Maria für den guten Wallfahrtsverlauf. Am Sonntag, 12. Mai feierten sie in der Gnadenkapelle mit Pilgerpfarrer Prälat Helmut Huber Jubiläums- und Dankgottesdienst.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nass bis auf die Haut – Fußpilgergruppe der KAB Geretsried

Wenig erfreuliches hatte der Leiter der Fußpilgergruppe der KAB Geretsried am Samstagnachmittag, 11. Mai nach Ankunft am Pilgerziel in Altötting zu berichten. Beim Abmarsch am Christi-Himmelfahrtstag hätte die Fußwallfahrt mit Sonnenschein und warmen Temperaturen begonnen. Doch umso feuchter und kälter sei es am zweiten Pilgertag gewesen. "Zeitweise goss es wie aus Kübeln, wir waren bis auf die Haut nass", erzählte Nikolaus Sappl. Darum hatten einige Wallfahrtsteilnehmer den Pilgerweg frühzeitig abgebrochen und nur sechs Geretsrieder kamen am Gnadenort an. Die 145 km Wegstrecke legten 13 KABler aus Geretsried mit dem Fahrrad zurück. Einige reisten auch mit dem Bus an zum gemeinsamen Pilgergottesdienst im Kongregationssaal.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Glück im Unglück – Wallfahrt mit Kutschen und Reitern

Beinahe wäre die heurige, zweitägige Pferdewallfahrt mit Kutschen und Reitern aus Dietersburg und Umgebung, organisiert von Ludwig Mitterbauer, buchstäblich ins Wasser gefallen. Grund dafür war nicht allein das schlechte, teils regnerische Wetter, sondern ein tragischer Unglücksfall am ersten Wallfahrtstag. Den Wallfahrtsorganisator hatte dabei ein Metallgitter so unglücklich am Kopf getroffen, dass er im Eggenfeldener Krankenhaus mit zwölf Stichen genäht werden musste. Glück im Unglück: Es wird gerade unter Pferdefreunden, Gott sei's gedankt, eine sehr gute Kameradschaft gepflegt. So sprang Hans Heller kurzfristig ein - die Pferdewallfahrt wurde von Pfarrkirchen-Arnstorf umorganisiert. Von Eisenfelden aus setzte sich dann am Sonntag, 12. Mai der Pferdekutschen- und Reiterzug Richtung Altötting in Bewegung, um kurz nach Mittag am Kapellplatz einzutreffen. Wetterglück war den Reitern und "Kutschierern" nicht beschieden: Beim Umrunden der Gnadenkapelle wässerte ein Gewitterregen die Wallfahrtsteilnehmer gewaltig ein. Doch Ross und Reiter nahmen's gelassen. Und, o Wunder, nach dem Segen vom Administrator Prälat Ludwig Limbrunner verzogen sich die Wolken und die Sonne strahlte über die Pilger. Zur Belohnung gab's dann für die Pferde ein Zuckerl. Auf diesem Wege an Ludwig Mitterbauer: Recht gute Besserung und wie's Administrator Prälat Ludwig Limbrunner bei der Pilgerbegrüßung zu sagen pflegt: "A andersmal wieder!"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Drei auf einer Bank – Fußwallfahrt aus Adelholzen und Benediktbeuern

Sr. Rosa-Maria von den Schwestern des hl. Vincenz von Paul aus Adelholzen und P. Rainer Reithmeier mit P. Hans Altmann SDB, die mit den Benediktbeurern zur Gnadenmutter nach Altötting pilgerten machten am Samstagnachmittag, 11. Mai, nach Erreichen des "Herzens Bayerns" eine kurze Rast an der Sitzfläche des Gnadenkapellen-Umgangs – gut durchnässt, wie die meisten Fußpilger an diesem unbeständigen Wochenende. Doch das wird die drei Pilgerleiter nicht abhalten, auch im nächsten Jahr eine Fußwallfahrt zu organisieren! Die Adelholzener marschieren die 74 km Fußweg in zwei Tagen mit Übernachtung in Tacherting, die dreitägige Fußwallfahrt der Benediktbeurer pausierte in Weyarn und Aschau. Ab Aschau schloss sich dann auch P. Altmann der Gruppe an
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wunsch nach Einheit – Wallfahrt aus Garching/Alz und Engelsberg

Dem Sonntags-Evangelium vom 12. Mai entsprachen die Eingangsworte von Pfarrer Günter Eckl, als er "den innigsten Wunsch" aus der Abschiedsrede Jesu zitierte: "Ich will, dass alle eins sind!" Dies verdeutliche: Nur wenn im kleinsten Kern, in der Familie die Botschaft Jesu gelebt werde, könne auch die Welt in Frieden leben. Pfr. Eckl war am Sonntag, 12. Mai mit 200 Wallfahrtsteilnehmern seines Pfarrverbands Garching-Engelsberg zum Gnadenort gewallfahrtet um im Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika Eucharistie zu feiern.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner