Altöttinger Liebfrauenbote

Wallfahrt der bayerischen Bistümer am 1. Mai zum Bogenberg

"Zeugen der Hoffnung sein!"

Die Rahmenbedingungen waren am 1. Mai bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ideal für die diesjährige Wallfahrt der bayerischen Bistümer zum Bogenberg. Hauptzelebrant des Pontifikalamtes war Kardinal Dr. Reinhard Marx, Metropolit der Kirchenprovinz München und Freising und Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz. Die Eröffnung der Wallfahrt und die Marienweihe zum Schluss der Wallfahrt nahm der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer vor.

Tausende Gläubige und zahllose Fahnenträger gaben der Wallfahrt einen festlichen Rahmen.
Tausende Gläubige und zahllose Fahnenträger gaben der Wallfahrt einen festlichen Rahmen.

Aus zahlreichen Gegenden und auf vielfältigen Wegen strömten die Pilger am 1. Mai dem Bogenberg entgegen: Wallfahrer aus dem Bogener Umland pilgerten betend und singend zum Treffpunkt, dem Stadtplatz Bogens. Per Fahrrad reisten vor allem jüngere Wallfahrer an. Doch der größte Teil der Wallfahrer aus den sieben bayerischen Bistümern kam motorisiert, d.h. mit dem Privat-PKW oder Bus in die Stadt, in der die Ursprünge des weiß-blauen Wappenmotivs Bayerns liegen. Aber auch per Schiff – von Deggendorf und Straubing – reisten Pilger an.

Entsprechend hoch waren die Teilnehmerzahlen: Die Polizei sprach von über 5.000 Pilgern, der Bayerische Rundfunk von 8.000. "Mit Maria auf dem Weg – voll Hoffnung leben" lautete das Wallfahrtsmotto, angelehnt auch an die Darstellung der Gottesmutter Maria als Schwangere (Maria gravida) auf dem Gnadenaltar der Wallfahrtskirche Bogenberg.

"Maria bringt uns die Hoffnung"

Die bayerischen Bischöfe, angeführt von Kardinal Reinhard Marx beim Aufstieg auf den Bogenberg.
Die bayerischen Bischöfe, angeführt von Kardinal Reinhard Marx beim Aufstieg auf den Bogenberg.

Ab 13 Uhr wurde der Stadtplatz von Bogen gesperrt, denn bis zum Wallfahrtsbeginn 90 Minuten später trafen aus fast allen Seitenstraßen Pilger ein, oft mit Fahnen bzw. Bannern katholischer Vereine. "Herzlich willkommen am Fuße des Bogenbergs", begrüßte Bischof Voderholzer die Wallfahrer und freute sich über das ideale Wetter. "Seit Jahrhunderten pilgern Menschen zur Lieben Frau vom Bogenberg und bitten um Schutz und Trost. Mit dieser Wallfahrt zeigen wir, was Kirche ist – nämlich im Glauben Christus zu empfangen und ihn zu den Menschen zu tragen", erläuterte der Regensburger Oberhirte. Danach machten sich die schier unzähligen Pilger, darunter die (Erz-)Bischöfe der Bayerischen Bistümer, zahlreiche Priester und Diakone, ca. 400 Ministrantinnen und Ministranten, sowie Fahnen- und Bannerabordnungen auf den Weg bergauf zur Wallfahrtskirche.

Nach der Erfrischung mit Getränken und einem Vorprogramm auf der Festwiese (Texte, Lieder und Gebete zur Geschichte des Bogenbergs, der Wallfahrt und des Gnadenbildes) begann das Pontifikalamt. "Maria bringt uns die Hoffnung in die Welt. Lassen wir uns von der Gottesmutter an die Hand nehmen", ging Bischof Voderholzer auf das Wallfahrtsmotto ein und erinnerte auch an die "Zukunftsfähigkeit unseres Landes" mit Hilfe der Patrona Bavaria.

"Bayern ist mehr als München"

Stark vertreten und imposant die Abordnungen der Marianischen Männercongregationen.
Stark vertreten und imposant die Abordnungen der Marianischen Männercongregationen.

Den Beschluss der bayerischen Bischöfe zur Durchführung der sieben Wallfahrten mit dem Endpunkt im Jahr 2017 zum 100-jährigen Jubiläum "Patrona Bavariae" rief Kardinal Marx in seiner Begrüßung in Erinnerung. Mit den Wallfahrten nach Altötting 2011 (Bistum Passau) und Vierzehnheiligen 2012 (Erzbistum Bamberg) hatte die siebenjährige Initiative begonnen.

"Bayern ist mehr als München", begann Kardinal Marx unter großem Beifall seine Predigt. Er stellte fest, dass Bayern ein Marienland sei und von den ersten Initiativen zur Evangelisierung im 6./7. Jahrhundert bis zur Säkularisierung stets mit der Gottesmutter verbunden gewesen sei. "Bayern steht unter dem Schutz Marias. Immer wieder hat sich das katholische Volk von neuem aufgemacht und an den Wallfahrten festgehalten. Die marianische Frömmigkeit gehört zum großen Schatz der katholischen Frömmigkeit", blickte der Münchner Oberhirte auf die Geschichte zurück. Mit Blick auf die Darstellung der schwangeren Maria hier auf dem Bogenberg wies Kardinal Marx auf das "geheimnisvolle Werk der Zeugung und Schöpfung" hin und freute sich, dass heute auch viele Männer am Heranwachsen neuen Lebens Anteil nehmen.

"Österliche Weltschöpfung"

Die Bischöfe der sieben bayerischen Bistümer bei der Feier der Eucharistie, in der Mitte der Hauptzelebrant Kardinal Dr. Reinhard Marx.
Die Bischöfe der sieben bayerischen Bistümer bei der Feier der Eucharistie, in der Mitte der Hauptzelebrant Kardinal Dr. Reinhard Marx.

Im übertragenen Sinne interpretierte der Kardinal Maria auch als Mutter der Kirche, die Jesus unter ihrem Herzen trägt. "In der Hoffnung leben heißt in der Gewissheit glauben, dass die Welt durch die österliche Weltschöpfung verwandelt werden kann."

Als Aufgabe der Kirche folgerte Kardinal Marx daraus, auf das Leben zu schauen. "Jeder, der das Leben anrührt, handelt gegen den Willen Gottes. Die Kirche ist Hüterin des Lebens in jeder Form", konkretisierte er und nannte besonders Ehe und Familie ("Ehe, die offen ist für Kinder"), den Schutz des ungeborenen Lebens, die Zukunftsfähigkeit bzw. Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Und Bezug nehmend auf Papst Franziskus meinte er: "Nur wenn wir den Blick weiter bis an die Grenzen richten, dann wird die Evangelisierung ihre Kraft entfalten. Wenn wir uns vom Bogenberg aus senden lassen, können wir Zeuginnen und Zeugen der Hoffnung sein."

Nach der Eucharistiefeier, die ca. 300 Mitglieder aus Kirchenchören des Dekanats Bogenberg-Pondorf sowie der Kammerchor des St. Michaels-Gymnasiums Metten und ein siebenköpfiges Bläserensemble umrahmten, erneuerte der Regensburger Bischof Dr. Voderholzer die Weihe seiner Diözese an die Gottesmutter Maria. Danach hatten die Pilger und Gläubigen noch die Möglichkeit, beim Gnadenbild zu verweilen und zu beten.

Text und Fotos: Markus Bauer