Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Ende April und Anfang Mai geht die Wallfahrtssaison in Altöting ihrem Höhepunkt entgegen. Zahlreiche Gruppen pilgerten ins "Herz Bayerns" – fünf der vielen Gruppen seien hier kurz vorgestellt...

Ungutes Gefühl, gutes Ende – Wallfahrt aus Blaibach

Als es in Blaibach am Samstag, 27. April in der Nacht gewaltig schüttete, da hatte Pilgerführer Wolfgang Eckl ein ungutes Gefühl. Die Busse für die Wallfahrtsteilnehmer waren bestellt. Denn der eigentliche Fußmarsch der Blaibacher beginnt um 6 Uhr von Falkenberg aus, 35 km bis zum Gnadenort Altötting. Aber anscheinend hat der Eckl Wolfgang einen besonderen Draht nach oben und seine Bedenken waren unnötig: Mit 154 Fußpilgern ist er am Samstagnachmittag zum Kapellplatz eingezogen, 20 mehr als angemeldet, darum auch eine einstündige Verspätung. Und das Wetter hat bis auf ein paar Regentropfen auch gehalten. Dankbar hat er mit seinen Blaibachern und Kapuzinerpater Berthold Oehler vor der Gnadenkapelle "Segne du Maria" angestimmt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Willst du fröhlich sein... – 200 Schülerinnen des Gymnasiums der Ursulinen-Stiftung Straubing in Altötting

So mancher Kirchenbesucher wird am Dienstagnachmittag, 30. April, verwundert die St. Konrad-Kirche in Altötting betreten haben. Da singen 200 Schülerinnen mit ihren begleitenden Lehrkräften lautstark, händeklatschend, mit Füßen stampfend den Lied-Refrain "Willst du fröhlich sein und heiter, ja dann sag es allen weiter...". Vor dem Altar dirigierte ein Priester mit langem weißem Haar und sang begeistert mit. Pfarrer Peter König aus Straubing schafft es, jungen Menschen, in diesem Falle Schülerinnen des Gymnasiums der Ursulinen-Stiftung Straubing, auf einer Wallfahrt nach Altötting die Botschaft Jesu überzeugend zu übermitteln. Das gehe am besten nach dem Motto des heiligen Don Bosco: "Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen!" "Kein Gebet ist umsonst!" betonte Pfr. König. "Gott schickt Strahlen der Gnade!" Zum Gebet brauche man aber Hände, Füße und den Mund. Am Ende der Marienandacht spendete er mit der Bruder-Konrad-Reliquie den Segen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nachtwallfahrt – Pilger aus Günzkofen

14 Stunden waren die Fußpilger aus Günzkofen und Umgebung auf den Beinen, seit Freitag, 3. Mai, 22 Uhr. Da waren sie sichtlich geschafft, aber umso glücklicher beim Einzug auf den Kapellplatz am Samstag, 4. Mai, gegen Mittag. Alles war gut gegangen, erzählte Pilgerleiter Helmut Steinmeier erleichtert, denn er trug heuer, bei der 127. Fußwallfahrt immerhin für 80 Wallfahrtsteilnehmer die Verantwortung. "Auf einer Wallfahrt ist Gott näher zu erreichen!" versicherte Kapuzinerpater Heinrich Grumann.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mutterliebe – Pilger aus Rechtmehring

Auf die Frage, wie er (ein desertierter Matrose) eine 19-tägige Odyssee in einem Schlauchboot im Pazifischen Ozean ohne Trinkwasser überlebt hätte, habe der junge Mann nach der Rettung geantwortet: "Weil ich ständig an meine Mutter dachte, und ihre Liebe zu mir, gerade dann, wenn es mir besonders schlecht ging. Ich wollte sie unbedingt wiedersehen!" Diese Geschichte trug Pfr. Marek Kalinka bei der Pilgermesse im Kongregationssaal vor, als er mit den Fußpilgern aus Rechtmehring Pilgergottesdienst feierte. Die Kirche stehe im Auftrag Jesu unter dem Schutz der Gottesmutter. Darum, so Pfr. Kalinka beten auch wir: "Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin..." Gegen 17 Uhr waren die Fußpilger am Samstag, 4. Mai in Altötting angekommen, um 6 Uhr frühmorgens waren sie von Gars aus gestartet.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Herzliche Verbundenheit – Wallfahrt der Herz-Mariä-Bruderschaft

Nach Übernachtung in Maitenbeth und Mühldorf haben am Sonntag, 5. Mai die 90 Fußpilger der Herz-Mariä-Bruderschaft am Dom zu München ihr Pilgerziel erreicht. P. Achille SJ aus Kinshasa, ein Jesuitenpater aus dem Kongo, der in München studiert und der Herz-Mariä-Bruderschaft angehört, hat das Vortragskreuz mit der Herz-Jesu-Darstellung abwechselnd mit anderen Mitpilgern dem Gnadenort entgegengetragen. Pilgerleiterin Antonie Wilken erklärte, dass die Herz-Mariä-Bruderschaft seit 1843 in Deutschland bestehe und durch Kardinal Wendel nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebt wurde. Der jeweilige Dompfarrer in München sei gleichzeitig der Präses der Bruderschaft. "Ihr habt das Kreuz mit dem Herzen Jesu quasi ins Herz Bayerns getragen!" dankte Administrator Prälat Ludwig Limbrunner nach der Ankunft bei der Pilgerbegrüßung in St. Konrad. Die Muttergottes, auch der erste Tabernakel genannt, habe den Herzschlag Jesu als erste gespürt, unter ihrem Herzen. Diese herzliche Verbundenheit zwischen Mutter und Sohn sei auch in der Gnadenkapelle spürbar, beim Gebet vor dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau mit ihrem göttlichen Sohn im Arm. Mit dem Pilger-Vortragskreuz spendete Prälat Limbrunner dann den Pilgersegen.
Text und Foto: Roswitha Dorfner