Altöttinger Liebfrauenbote

Erste Altöttinger Fastenpredigt mit Domkapitular Josef Fischer

Bitten, suchen, anklopfen

Der Passauer Domkapitular Josef Fischer hielt am 21. Februar in der Stiftspfarrkirche die erste in einer Reihe von insgesamt Fastenpredigten im Pfarrverband Altötting. Er erläuterte, weshalb "bitten, suchen und anklopfen" wesentlich zum Glauben gehören.

Pastoralreferent Arnold Hutterer (v.l.), Domkapitular Josef Fischer, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und PGR-Vorsitzende Luise Hell.
Pastoralreferent Arnold Hutterer (v.l.), Domkapitular Josef Fischer, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und PGR-Vorsitzende Luise Hell.

"Wer glaubt, hat Zuversicht und Mut", stellte Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl fest, als er die erste Fastenpredigt ankündigte. "Wer glaubt, zittert nicht", lautet heuer das Motto in Anlehnung an einen Ausspruch von Papst Johannes XXIII. Prediger Domkapitular Josef Fischer erweiterte das Leitwort, als er feststellte: "Wer glaubt, braucht nicht zittern, sondern der geht aus sich heraus und sucht Verstärkung bei Menschen und bei Gott – wer glaubt, der bittet, sucht und klopft an." – Fischer, im Bistum Passau verantwortlich für die Fortbildung und berufliche Begleitung für Priester, Ständige Diakone und pastorale Mitarbeiter/-innen, ist Direktor im Haus der Begegnung Heilig Geist in Burghausen.

Bitten, suchen und anklopfen – es waren dies die drei Kennzeichen eines glaubenden Menschen, die Fischer in seiner Predigt betonte. Wer z.B. jemanden hereinbete, tue dies nicht nur aus Höflichkeit, sondern weil er etwas erwartet. Nur wer sucht, der könne auch finden und "wer anklopft, dem wird aufgetan und dessen Welt verändert sich", stellte der Domkapitular fest. Er erinnerte an den hl. Br. Konrad: "Vielen hat er nicht nur die Pforte, sondern auch den Weg zum Glauben und zu Gott geöffnet." Bitten, Suchen und Anklopfen seien "Zeichen eines Aufbruchs ins Unbekannte", der "Mut und Vernunft" erfordere und die Chance biete "den engen Raum seines eigenen Selbst zu verlassen".

König Ahas als Gegenbild

Als "Gegenbild zum glaubenden Menschen" stellte Fischer König Ahas, den "trickreichen Zaunkönig" heraus. Er interpretierte die Lesung im Buch Jesaja (Jes 7) über "Die Weissagung über den Immanuel" – "da zitterte das Herz des Königs und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes im Wind zittern" (Jes 7,2). Weil der König "lieber auf Winkelzüge, gute Verbindungen und Illusionen" vertraut habe, weil "er Gott um nichts bitten wollte", habe er zittern müssen, sagte Fischer. Doch der Prophet habe auch ein Vorbild des Glaubens genannt: "Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben" (Jes 7, 14). – "Fürchten wir uns nicht – darin liegt unsere Chance", resümierte Domkapitular Fischer.

Text und Foto: Michael Glaß