Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Eisiger Kälte getrotzt – Fußpilger aus Hofkirchen

Zwei Tage und 90 km Fußmarsch  – und das bei eisigem Nord-Ost-Wind. So mancher mag über diese „Verrücktheit“ ungläubig den Kopf schütteln. Doch für Wallfahrten gibt es keine Schönwetter-Garantie und eine alljährliche Fußwallfahrt, wie sie in Hofkirchen, Gemeinde Laberweinting, Tradition hat, muss ja auch gewissenhaft geplant werden. Organisiert und geleitet hat auch die heurige, 68. Fußwallfahrt wieder in bewährter Form Josef Rohrmeier und der war mit dem Wallfahrtsablauf sehr zufrieden. „Das Wetter muss man eben nehmen, wie’s kommt – und schließlich macht man eine Wallfahrt nicht für irgendjemand, sondern für sich selber!“ Ein Mitpilger berichtete: „Als ich nach dem ersten Pilgertag im Bett lag, da merkte ich erst, wie durchfroren ich war, gerade in eine Wolldecke eingerollt und etwas aufgewärmt, hieß es schon wieder: aufstehen zum Abmarsch!“ Aber wegen des Wetters schlapp machen, das sei keine Frage. Nächstes Jahr wieder dabei, heiße die Devise. Ganz glücklich hat sich auch die kleine Emma (2) an ihren „durchfrorenen“ Papa Markus Kammermeier (kleines Bild, heuer zum dritten Mal dabei) gekuschelt, als die Pilger am Palmsonntagvormittag, 24. März, zur Gnadenkapelle zogen. Kapuzinerpater Eduard Stuchlik sprach vom Lebenskreuz, das jeder mit sich trage und sich im Willen Gottes vollziehe. Der Gedanke an die Auferstehung des Herrn lasse jeden sein Kreuz leichter auf sich nehmen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Bischof auf Kreuzweg – Wallfahrt mit Bayerischem Pilgerbüro, Bayern 1 Radioclub und Deutscher Bundesbahn

Vom Bayerischen Pilgerbüro, Bayern 1 Radioclub und Deutscher Bundesbahn 2011 „ins Leben gerufen“ (siehe www.bahnpilgern.de), wurde auch am 23. März eine kombinierte Bahn-Fußwallfahrt nach Altötting durchgeführt. Etwa 100 Wallfahrtsteilnehmer machten sich unter der Gesamtleitung von Frau Dr. Irmgard Jehle von München aus mit dem Zug Richtung Gnadenort auf den Weg. Ab Heiligenstatt bei Tüssling pilgerten sie dann die letzten sieben Kilometer den Kreuzweg entlang zu Fuß. Für den neuen Pilgerbüro-Präses Weihbischof Wolfgang Bischof, Nachfolger von Weihbischof Engelbert Siebler, war es die Premiere-Wallfahrt und die hatte es in sich: Ein eiskalter Nord-Ostwind blies den Wallfahrern entgegen und ließ den Pilgerweg zu einem wahren Kreuzweg werden. Mit halbstündiger Verspätung erreichten schließlich die Wallfahrer „abgekämpft und durchfroren“ den vereinbarten Treffpunkt Kolbergparkplatz, um gemeinsam mit Kapuzinerpater Georg Greimel und Kreuzlträger Franz Scherer zum Kapellplatz, um die Gnadenkapelle und schließlich zum Pilgergottesdienst in die St. Magdalena-Kirche einzuziehen. Weihbischof Wolfgang Bischof zeigte trotz unwirtlichem Pilgerwetter Humor: „Die Heiligenstätter haben uns gewarnt: Ihr geht’s in die falsche Richtung, denn eigentlich kommen die meisten Kreuzweg-Pilger von Altötting zur Wallfahrtskirche nach Heiligenstatt. Dann hättet Ihr wenigstens Rückenwind gehabt!“ Im Glauben unterwegs, als Kirche unterwegs, müsse man in Bewegung bleiben, denn Gott selber setzte vieles in Bewegung und sei unser ständiger Begleiter auf unserem Lebensweg, sagte Bischof.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner